Programm der Tagung “Digitale Barrierefreiheit weiter denken”

Das Programm steht Ihnen zusätzlich in aufbereiteter Form als barrierefreie PDF zur Verfügung.

Bei organisatorischen oder technischen Fragen können Sie sich gerne per Mail an projekt-barrierefreiheit@digll-hessen.de wenden.
Zusätzlich ist das “Foyer DigiBar” während der gesamten Veranstaltung durch ein Mitglied des Organisationsteams besetzt und unterstützt Sie ebenfalls gerne bei Fragen.

Weitere Ansprechpartner*innen während der Tagung:
Linda Rustemeier (studiumdigitale, GU): 069 / 798-24640, rustemeier@sd.uni-frankfurt.de
Andreas Deitmer (BliZ, THM): 06 41 / 309 24 55, andreas.deitmer@bliz.thm.de

Vormittagsprogramm

Uhrzeit Veranstaltung(en)
Eröffnung und Begrüßung
9:00 Begrüßung Prof. Dr. Katja Specht, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der THM
Prof. Dr. Bernhard Brüne, Vizepräsident für Nachwuchs, Forschung und Transfer an der GU
Jürgen Dusel (Videobotschaft), Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
9:30 Vorstellung der Petition und des Maßnahmenkatalogs Netzwerk digitale Barrierefreiheit an Hochschulen
(Dr. Sarah Voß-Nakkour, Linda Rustemeier und Saba Mateen, GU; Prof. Dr. Monika Möhring und Andreas Deitmer, THM)
Barrierefreiheit umsetzen (Teil 1) Projekte und Aktivitäten
10:00 Visualisieren für Blinde – Herausforderung für technische Studiengänge
Präsentationsfolien Prof. Dr. Monika Maria Möhring, Sahin Görenekli
Technische Hochschule Mittelhessen

Die Logistikprofessorin und Leiterin des Blindenzentrums BliZ der THM, Prof. Dr. Möhring, führt in die Kommunikation komplexer Sachverhalte mittels Schaubildern ein. Zusammen mit Herrn Sahin Görenekli stellt sie taktile Grafiken für Studium und Lehre vor. Anhand von gängigen Ontologien aus der Logistik wird die Rolle von tastbaren Grafiken im Studienalltag für blinde Personen verdeutlicht. Als Ausblick wird das im BliZ entwickelte Programm PunktBilder vorgestellt, welches Blinden und Sehenden das Erstellen von Schaubildern ermöglicht.

Hochschulforum Digitalisierung: Barrierefreiheit digital mitdenken
Präsentationsfolien Dr. Inken Rabbel, Dr. Corinna Porsche
Hochschulforum Digitalisierung

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) informiert, berät und vernetzt Akteur*innen aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Ziel die digitale Transformation der Hochschulen gemeinsam zu gestalten. In diesem Kontext spielt das Thema Chancengerechtigkeit und damit auch der barrierefreie Zugang zur digitalen Lehre eine bedeutende Rolle. Mit seinem bundesweiten Netzwerk möchte das HFD dazu beitragen, dass Barrierefreiheit in der digitalen Hochschulbildung grundlegend mitgedacht wird. Wie kann das gelingen und welche Schritte sind dafür notwendig? Darüber möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen.

10:30 Austausch und Kaffeepause
Barrierefreiheit umsetzen (Teil 2) Barrierefreie Navigationsmöglichkeiten
10:45 Umsetzung und Einsatz von barrierefreien Videos in der Hochschullehre
Präsentationsfolien Leevke Wilkens
Technische Universität Dortmund

Videos werden sowohl passiv (Ansehen von Videos) als auch aktiv (Bearbeitung von Videos) mit dem Ziel der Wissensvermittlung und Initiierung von Reflexion in der Hochschullehre eingesetzt (Krüger et al. 2012). Damit aber alle Videos nutzen und von diesen profitieren können, müssen diese barrierefrei umgesetzt werden: ein barrierefreier Videoplayer, Untertitel und Übersetzung von rein visuellen Informationen (z.B. Audiodeskription) (Puhl & Lerche 2019). Ausgehend von dem Projekt Degree 4.0 an der TU Dortmund, wird in der Präsentation die Umsetzung der Barrierefreiheit von (didaktischen) Videos, mit besonderem Schwerpunkt auf Audiodeskription und weitergehende Herausforderungen für die aktive Arbeit mit (barrierefreien) Videos thematisiert.

Wheelmap.org – Was wir in den letzten 10 Jahren über barrierefreie Orte gelernt haben und warum Daten wichtig sind. Holger Dieterich
Gründer von Wheelmap.org und Accessibility.Cloud; Vorstand Sozialhelden e.V.

Auf der Wheelmap sind Informationen zur Barrierefreiheit von mehr als 2 Millionen Orten gesammelt. Es ist die größte Datensammlung ihrer Art weltweit und beinhaltet öffentliche Orte wie z.B. Cafés, Läden, Schwimmbäder und viele mehr. Der Mitgründer erzählt, wie sie das geschafft haben und was wirklich zählt – nicht nur für Rollstuhlfahrer*innen, sondern für alle Menschen mit Behinderungen.


(Wie) Komme ich da rein? – der digitale Lageplan zur Barrierefreiheit
Präsentationsfolien Claudia Malzer, Katrin Lux und Nico Pinnecke
Georg-August-Universität Göttingen

Üblicherweise beinhalten Lagepläne raumbezogene Informationen, die für viele, aber nicht für alle Menschen nutzbar sind. Wo findet meine Lehrveranstaltung statt? Ist der Eingang barrierefrei? Hat der Aufzug eine akustische Ansage? Wo ist das nächste barrierefreie WC? Auf diese und weitere Fragen antwortet der interaktive Lageplan zur Barrierefreiheit. Zahlreiche Funktionen sollen dabei unterstützen, sich auf dem Campus zurechtzufinden und Informationen über die Gebäude und Räume vermitteln.


Gemeinsame Frage- und Diskussionsrunde mit den Referent*innen von Wheelmap.org und der Georg-August-Universität Göttingen
11:15 Diskussion der Petition und des Maßnahmenkatalogs Netzwerk digitale Barrierefreiheit an Hochschulen
(Dr. Sarah Voß-Nakkour, Linda Rustemeier und Saba Mateen, GU; Prof. Dr. Monika Möhring und Andreas Deitmer, THM)

11:45 Austausch und Kaffeepause

Mittagspause: 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Nachmittagsprogramm

Uhrzeit Veranstaltung(en)
Best Practice (Teil 1) Barrierefrei studieren
13:00 Webseitenanalyse “Digitale Barrieren abbauen”
Präsentationsfolien Dr. Axel Oberschelp
Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Werkstattbericht zur Unterstützung barrierefreier Online-Lehre an US-amerikanischen Hochschulen mit Ausblick auf den deutschen Hochschulraum.

Barrierefreiheit im Hochschulalltag
Präsentationsfolien Michael Engel
Technische Hochschule Mittelhessen

Herr Engel, tätig am BliZ (THM), wird hauptsächlich an diversen kurzen Beispielen erläutern, wie Studienmaterialen verschiedener Fachgebiete bedarfsgerecht und möglichst standardisiert umgesetzt werden. Außerdem wird es Einblicke über bedarfsgerechte Kurse für Studierende und Mitarbeiter*innen geben. Den Abschluss wird die Kooperation mit dem Hochschulsport bilden.

Digitale Barrierefreiheit und Bildungsgerechtigkeit
Präsentationsfolien Dr. Gwendolyn Schulte
Deutscher Bildungsserver

Der Deutsche Bildungsserver stellt im Internet für alle Bildungsbereiche kostenlos Informationen zu bildungsrelevanten Themen zur Verfügung. Finanziert wird das kostenlos nutzbare Angebot von Bund und Ländern gemeinsam und ein Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von Internetquellen öffentlicher Anbieter. Seit Dezember 2020 sind u.a. ein großes Dossier „Digitale Bildung und Inklusion behinderter Menschen“ und zwei Podcasts entstanden: „digitale Bildung und Inklusion, wie passt das zusammen“ und „Zwischen Designermöbel und digitaler Bildung, aber bitte barrierefrei! Behinderung und Studium“ (in Kooperation mit TU Dortmund, DOBUS). Wir haben den Eindruck, dass unser Angebot weiter ausbaufähig ist und möchten gerne die Themen „Bildungsgerechtigkeit“ und „digitale Barrierefreiheit“ verknüpfen. Daher freue ich mich, weitere Ideen von Menschen zu hören, die sich schon länger mit dem Thema „Barrierefreiheit und digitales Lernen und Lehren“ befassen.

13:30 Gleichberechtigte Teilhabe für Studierende mit Behinderung an der digitalen Hochschullehre: Überlegungen zur Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit am Beispiel der TU Dortmund Dr. Carsten Bender und Dr. Birgit Drolshagen
Technische Universität Dortmund – Bereich Behinderung und Studium (DoBuS)

Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist in Deutschland grundsätzlich politisch unstrittig, dass Studierende mit Behinderung ein Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe an Hochschulbildung haben. Doch stellt die Umsetzung dieses politischen Auftrags die Hochschulen vor erhebliche Herausforderungen, die im Folge der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden massiven Umstellung auf Online-Lehre noch einmal erheblich komplexer werden. Im Beitrag werden wir das im Projekt DoProfiL an der TU Dortmund entwickelte Inklusionsverständnis darstellen und skizzieren, inwiefern sich hieraus konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung chancengleicher Studienbedingungen bei der Umstellung auf Online-Lehre ableiten lassen.

Best Practice: Barrierefreiheit in Studium und Lehre – Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei an der Universität Bielefeld Michael Johannfunke
Schwerbehindertenvertretung, Beauftragter der Studierenden mit Behinderung und chronischer Erkrankung
Zentrale Anlaufstelle Barrierefrei (ZAB)

Die ZAB ist die zentrale Anlaufstelle rund um die Themen Barrierefreiheit und aktive Partizipation von Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung an der Universität Bielefeld. Der Kurzvortrag gibt einen Überblick zum Angebot und deren erfolgreiche Umsetzung an der Universität. Aktuelle Schwerpunkte der ZAB sind die Digitale Barrierefreiheit, der Aktionsplan Diversität und die barrierefreie Campusnavigation UniMaps.

Barrierefreiheit in der Hochschulverwaltungssoftware der HIS eG
Arn Waßmann
HIS Hochschul-Informations-System eG

Wir präsentieren Ihnen unsere Maßnahmen für den barrierefreien Zugang zur Studienbewerbung, zu den Funktionen für Studierende zur Verwaltung des Studiums sowie zur Hochschulverwaltung. Aktuelle Entwicklungen aus der Praxis werden vorgestellt.

Best Practice (Teil 2)
14:00 Chemie Leistungskurs zum Anfassen
Präsentationsfolien Dr. Tobias Mahnke
Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)

Es werden Möglichkeiten zum selbstständigen experimentellen Arbeiten und Wahrnehmen von Phänomenen im Chemieunterricht vorgestellt. Weiter geht es mit der theoretischen Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse bis hin zur Darstellung komplexer Schulbuchgrafiken für blinde und sehbehinderte Lernende.

Inklusiv und interdisziplinär: Vorstellung des Masterstudiengangs Inclusive Design Prof. Dr. Dipl.-Ing. Caroline Günther
Studiengangsleiterin Masterstudiengang Inclusive Design
Frankfurt University of Applied Sciences

In diesem Vortrag wird das Konzept des Masterstudiengangs Inclusive Design an der Frankfurt University of Applied Sciences vorgestellt. Das Ziel des Studienprogramms ist es inklusive Lösungen zu erforschen und entwickeln, um Menschen unabhängig vom Alter und eventuellen Funktionseinschränkungen ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben zu ermöglichen. Inclusive Design beinhaltet Studieninhalte aus drei Fachrichtungen: Architektur, Informatik und Ingenieurwissenschaften und Soziale Arbeit und Gesundheit und vermittelt Kenntnisse in fachübergreifende, interdisziplinäre Projektgruppen über das Konzept der Barrierefreiheit und Inklusion.

14:30 Austausch und Kaffeepause
Inklusive Gestaltung der Hochschullehre (Teil 1)
14:45 Selbstverständnis Diversität = Diversität selbstverständlich?
Präsentationsfolien Franziska Brenner, Julia Henschler, Katja Hornoff
Verbundprojekt Digitale Hochschulbildung in Sachsen
Universität Leipzig

Im Beitrag soll der Prozess der Entwicklung eines Selbstverständnisses zum Thema Diversität für das Verbundprojekt Digitale Hochschulbildung in Sachsen vorgestellt und reflektiert werden. Dabei steht besonders das Angebotsformat der Digital Workspaces im Fokus: Mit welchen Maßnahmen kann solch ein Selbstverständnis gelebt werden? Nach den Einblicken ins Projekt erhoffen wir uns Impulse und Austausch mit den Teilnehmenden zur weiteren Umsetzung des Selbstverständnisses.

Barrierefreie Interaktion zwischen Studierenden in der Online-Lehre – ein Brainstorming zu Tools und Gesprächsführung
Präsentationsfolien Sarah Ahrens, Sandra Pilz, Sabrina Januzik
Projekt “Kommunikative Barrierefreiheit im Studium”
Universität Hildesheim

Im Rahmen des Projektes „Kommunikative Barrierefreiheit im Studium“ (gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur) der Forschungsstelle Leichte Sprache (Stiftung Universität Hildesheim) entsteht ein Leitfaden für Dozierende, der Tipps für die kommunikative Barrierefreiheit für die Zielgruppen der sehbeeinträchtigten, hörbeeinträchtigten und chronisch erkrankten Studierenden gibt. In einer Brainstorming-Session soll ein Aspekt dieses Leitfadens mit Teilnehmenden diskutiert und so mit praktischen und theoretischen Hinweisen angereichert werden. Im Fokus des Brainstormings steht die Gruppenarbeit und Interaktion unter Studierenden in der Online-Lehre, u. a. durch Tools wie Whiteboards oder Padlets.

Alle machen‘s online – aber wie? Erfahrungsaustausch zur Barrierefreiheit in digitalen Veranstaltungen
Präsentationsfolien Lena Sube, Nele Maskut
Forschungsprojekt „All inclusive! Abbau von Barrieren in virtuellen Veranstaltungen“
Technische Universität Dortmund

Die aktuelle Zeit ist geprägt von zahlreichen digitalen Veranstaltungen. In Zusammenarbeit mit dem BMBF-Projekt “All inclusive!” wird in einem moderierten Erfahrungsaustausch der Frage nachgegangen, wie diese barrierefrei gestaltet werden können- basierend auf Ihren persönlichen Erfahrungen, Ihren Ideen sowie Ihrer Expertise. Durch einen Austausch im Plenum sowie in Kleingruppen können vorhandene Lösungsansätze ausgetauscht und Handlungsstrategien weiterentwickelt werden. Freuen Sie sich auf eine interaktive Brainstorming-Session mit Raum für Austausch und Vernetzung!

15:15 Rika Esser, Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderung
16:00 Vorstellung der behindertenpolitischen Forderungen des DBR zum Thema Barrierefreiheit
Präsentationsfolien Dr. Martin Danner, Koordinator des Arbeitsausschusses des Deutschen Behindertenrats (DBR)
16:10 Austausch und Kaffeepause
Inklusive Gestaltung der Hochschullehre (Teil 2)
16:15 Barrierefreie Lehre
Präsentationsfolien Christoph Trüper
Projektkoordinator Aktionsplan Inklusion
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Welche Wege führen wie zu barrierefreier Erkenntnis? – Grundsatzüberlegungen zu einer fachlich ausdifferenzierten Barrierefreien Lehre im Sinne selbstbestimmten Studierens

Teaching Accessibility oder Teaching Accessible? Dr. Björn Fisseler
FernUniversität in Hagen

Vielen Hochschulen ist deutlich geworden, dass sie ihre Angebote barrierefrei gestalten sollen und müssen. Aber welche Kompetenzen benötigen Lehrende, Studierende oder auch andere Akteur*innen an Hochschulen, damit eine barrierefreie (digitale) Lehre gelingen kann? Dieser Frage wird im Vortrag anhand von Beispielen internationaler Hochschulen nachgegangen.

Digitale Barrierefreiheit in der Lehre heute und in der nahen Zukunft
Präsentationsfolien Dr. Thorsten Schwarz
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Studienzentrum für Sehgeschädigte

Die digitale Barrierefreiheit erlebt einen stetigen Wandel. Neue Möglichkeiten, neue Techniken, neue Wege. Wie lassen sich digitale Angebote für Lehrende und Lernende effizient und barrierefrei nutzen? Und wie können wir beide Seiten unterstützen? Die richtigen Grundlagen, maschinelles Lernen und neue Hilfsmittel helfen uns hier. Ein kurzer Überblick über kommende Richtlinien und Beispiele aus den Bereichen neuer Verfahren zur Literaturaufbereitung mittels KI als auch der Anpassung neuer Techniken im Studienalltag.

16:45 Schlusswort Netzwerk digitale Barrierefreiheit an Hochschulen
(Dr. Sarah Voß-Nakkour, Linda Rustemeier und Saba Mateen, GU; Prof. Dr. Monika Möhring und Andreas Deitmer, THM)