Am 10. Februar 2026 von 15:00 bis 16:00 Uhr fand eine weitere Ausgabe der Digitalen Kaffeerunde statt. Prof. Dr. Benjamin Löhr und Dipl.-Psych. Alexandra Hofmann vom Fachbereich Wirtschaft der Technischen Hochschule Mittelhessen stellten das Projekt „International Business Simulation“ vor, das gemeinsam mit Heike Siebert konzipiert wurde und mit dem 2. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet wurde. Das englischsprachige Modul verbindet virtuelle Projektphasen mit Präsenzwochen und setzt auf einen Blended-Learning-Ansatz, der internationale Zusammenarbeit erfahrbar macht.
Im Zentrum des Projekts steht die Förderung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen in einer internationalen Lernumgebung. Das Konzept ist auf die Vermittlung von „21st Century Skills“ ausgerichtet und orientiert sich am Prinzip des Constructive Alignment, also der systematischen Abstimmung von Lernzielen, Lehr-Lern-Formaten und Prüfungsformen. Als zentrale Lernziele nannten die Vortragenden insbesondere die erfahrungsbasierte Weiterentwicklung interkultureller Kompetenz, digitaler Kollaborationsfähigkeit sowie sozialer Kompetenz in Teamarbeit und im Umgang mit Unsicherheit.
Vorgestellt wurde ein mehrphasiges Lehrkonzept: In einer ersten Phase arbeiten die Studierenden virtuell in einem interkulturellen Planspiel zusammen. Herzstück ist dabei ein Simulationsszenario zum Thema Megacities, in dem internationale Teams in mehreren Spielrunden gemeinsam komplexe Aufgaben bearbeiten. Dieses wurde im Rahmen des Projekts VIGIL (Virtual Interactive Games for Intercultural Learning) entwickelt. Daran schließen sich Präsenzphasen an, unter anderem in Gießen sowie an Partnerhochschulen. Dieser Wechsel zwischen virtueller Kooperation und Kurzzeitmobilität wurde als didaktisches „Best of two Worlds“ beschrieben.
Besonders hervorgehoben wurde die menschliche Komponente des Formats. Trotz digitaler Werkzeuge bleibe der persönliche Austausch zentral, gerade wenn Studierende ihre Komfortzone verlassen und in interkulturellen Teams zusammenarbeiten. Zugleich ermöglicht die digitale Struktur eine ortsunabhängige Einbindung externer Expertinnen und Experten. Im aktuellen Projektkontext arbeiteten Studierende aus Partnerhochschulen in Deutschland, den USA und Finnland zusammen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Prüfungskonzept. An die Stelle klassischer Prüfungsformen treten reflexive und feedbackorientierte Verfahren, insbesondere Lerntagebücher, die nach den einzelnen Runden eingereicht und in Feedbackschleifen aufgegriffen werden. Digitale Werkzeuge wie Moodle unterstützen dabei nicht nur die internationale Zusammenarbeit, sondern auch die Organisation von Bewertung und Rückmeldung und tragen dazu bei, Abstimmungsaufwände zu reduzieren. Das Format verbindet damit erfahrungsorientiertes Lernen mit einer kontinuierlichen Begleitung des Kompetenzaufbaus.
Die Digitale Kaffeerunde zeigte damit anschaulich, wie ein didaktisch durchdachtes Blended-Learning-Format internationale Zusammenarbeit nicht nur organisiert, sondern als Lern- und Erfahrungsraum gezielt für die Entwicklung von Zukunftskompetenzen nutzt.
Weitere Informationen zum Projekt finden sich in einem begleitenden Fachaufsatz, dem THMagazin (Ausgabe 59, Seite 8) sowie der Fachbereichszeitung des Fachbereichs Wirtschaft der THM (Ausgabe 39, Seite 39).
