﻿WEBVTT

00:00:02.610 --> 00:00:10.560
Ja, mein Name ist Walter Blocher. Ich bin seit dem Jahr 2006 an der Universität Kassel Professor für Bürgerliches Recht,

00:00:10.560 --> 00:00:17.730
Unternehmensrecht und Informationsrecht und konzentriere mich im Bereich der Forschung, aber auch ein wenig in der Lehre.

00:00:17.730 --> 00:00:27.540
Seit dem Jahr 2016 auf das sehr interessante Feld der Forschung zu den Themenbereichen Block, Kleen und DLT

00:00:27.540 --> 00:00:32.880
Wie war die Lehre in nicht Corona Zeiten aufgebaut? Wie die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen

00:00:32.880 --> 00:00:37.860
in Kassel halte ich eine große einführende Lehrveranstaltung im Bachelor Studiengang.

00:00:37.860 --> 00:00:43.860
Da geht es um das bürgerliche Recht und eine Veranstaltung für Fortgeschrittene im Materialgüterrecht

00:00:43.860 --> 00:00:48.780
ist da der Gegenstand, und schließlich gibt es ein Seminar Masterstudiengang.

00:00:48.780 --> 00:00:54.210
Der Umstieg auf die digitale Lehre fiel mir vergleichsweise leicht.

00:00:54.210 --> 00:01:02.580
Was mit einem Projekt der Universität Kassel zu tun hat, das, wie sich jetzt zeigt, gerade rechtzeitig damals indiziert wurde,

00:01:02.580 --> 00:01:10.520
nämlich vor zehn Jahren, hatte unser damaliger Vizepräsident für Lehre, Herr Rosnagel, die Idee.

00:01:10.520 --> 00:01:17.160
Dass wir eigentlich, bevor die Studierenden in großer Zahl mit Tablets,

00:01:17.160 --> 00:01:22.580
Smartphones und so weiter in den Hörsälen ankommen, Kompetenz uns aneignen müssten.

00:01:22.580 --> 00:01:32.280
Und da es im Jahr 2010/2011 ein iPad Project, da konnten Studierende einerseits 250 iPads ausleihen,

00:01:32.280 --> 00:01:39.420
wenn sie sich nicht selbst eins leisten konnten oder wollten und vor allem auch die Lehrenden eines entweder ausleihen oder auch erwerben.

00:01:39.420 --> 00:01:42.300
Und ich bin seither ein iPad Fan, kann man sagen,

00:01:42.300 --> 00:01:49.220
das ist mein Brot und Butter Werkzeug für jede meiner Lehrveranstaltungen, also auch in quasi analogen Zeiten.

00:01:49.220 --> 00:01:57.660
Und ich habe mich sehr daran gewöhnt. Auch in einem großen Hörsaal mit Funkmikrofon geht das ja mit dem WLAN, das wir auch überall ausgebaut haben

00:01:57.660 --> 00:02:04.320
damals im Campus der Universität Kassel, dass ich quasi als Peary Pathetiker mit dem iPad durch den Hörsaal gehe,

00:02:04.320 --> 00:02:10.960
dann auch mal unmittelbar Fragen an die Studierenden richten kann entweder mit dem iPad selbst oder auch mit einem zweiten Mikrofon,

00:02:10.960 --> 00:02:16.020
das man dann den Studierenden nicht immer nur zu der reinen Freude sozusagen vor die Nase hält.

00:02:16.020 --> 00:02:19.690
Aber das sind durchaus interessante Momente in der Lehrveranstaltung.

00:02:19.690 --> 00:02:29.160
Und ich habe auch damals mir angewöhnt, mit E- Clicker oder ähnlichen Feedback Möglichkeiten im Hörsaal zu arbeiten.

00:02:29.160 --> 00:02:39.210
Und dann wurde das Ganze auch seinerzeit bereits unterstützt durch wöchentliche To do Listen in Moodle, also Listen, was lesend vorzubereiten wäre.

00:02:39.210 --> 00:02:46.320
Und jetzt ahnt man schon, dass dadurch der Umstieg auf das, was ja für viele sehr, sehr überraschend war,

00:02:46.320 --> 00:02:55.950
im März bzw. April dieses Jahres dann etwas leichter gefallen ist, als wenn wir ganz ins kalte Wasser gestoßen worden wären.

00:02:55.950 --> 00:03:00.980
Die zentralen Herausforderungen bei der digitalen Umstellung,

00:03:00.980 --> 00:03:03.950
waren vielleicht nicht mal so zentral ist vielfältig.

00:03:03.950 --> 00:03:08.600
Es war ein Konglomerat, und ich beginne vielleicht mit etwas, was manche nicht so gerne hören werden.

00:03:08.600 --> 00:03:13.730
Aber das wäre doch recht lange Informations Wege, die wir nicht genau überblicken.

00:03:13.730 --> 00:03:21.260
Aber es war so, dass wir an der Universität und auch im Fachbereich uns relativ rasch nach dem Lockdown klar waren,

00:03:21.260 --> 00:03:25.340
dass es im Sommersemester keine Präsenz Lehrveranstaltungen mehr geben wird,

00:03:25.340 --> 00:03:30.260
es sei denn in ganz besonderen Ausnahmefällen Laborübungen oder was auch immer.

00:03:30.260 --> 00:03:38.630
Und so waren wir doch einigermaßen überrascht, dass es am Anfang noch geheißen hat: Jetzt wird das Semester dann eine Woche später beginnen

00:03:38.630 --> 00:03:41.900
und da war auch noch nicht klar in Präsenz oder nicht.

00:03:41.900 --> 00:03:45.980
Und erst am 6. April konnte sich das Ministerium dazu aufraffen,

00:03:45.980 --> 00:03:53.330
um dann die Parole auszugeben: Das Sommersemester geht am 20. April los und zwar zunächst ausschließlich digital.

00:03:53.330 --> 00:03:57.240
Das hat ein bisschen gebremst, weil manche Kollegen dann vielleicht auch der Meinung waren: Ja,

00:03:57.240 --> 00:04:01.700
nur vorübergehend lohnt es sich dann, diese steile Lernkurve zu durchwandern?

00:04:01.700 --> 00:04:08.480
Aber die allermeisten waren sich klar: Wir haben auch wirklich die Parole ausgegeben In diesem Semester wird es keine analogen,

00:04:08.480 --> 00:04:17.540
also keine präsenten Lehrveranstaltungen mehr geben. Wir stellen uns auf ein digitales Semester ein und deshalb hat das auch ziemlich gut geklappt.

00:04:17.540 --> 00:04:24.680
Ein weiterer wichtiger Punkt war bestimmt die Wahl der geeigneten Plattform für die digitalen Lehrveranstaltungen.

00:04:24.680 --> 00:04:30.200
Und da kam uns an unserem Fachbereich 07 Wirtschaftswissenschaften zupass,

00:04:30.200 --> 00:04:34.820
dass wir da schon seit mehr als zwei Jahren gute Erfahrungen mit Zoom sammeln konnten.

00:04:34.820 --> 00:04:42.530
Wir haben damals bereits den Markt analysiert und uns fast alles angesehen, was es so an Plattformen für Videokonferenzen gab.

00:04:42.530 --> 00:04:49.010
Haben dann auch in Eigenregie an unserem Institut einen ersten Zoom Room eingerichtet.

00:04:49.010 --> 00:04:52.700
Und wie gesagt, damit sehr gute Erfahrungen gesammelt.

00:04:52.700 --> 00:05:00.830
Wir konnten mit verschiedenen Universitäten gleichzeitig auch Veranstaltungen für Doktoranden durchführen,

00:05:00.830 --> 00:05:06.540
indem er von mir bereits genannten Bereich Blockbildung. Da war, wie wir dabei Kai T.

00:05:06.540 --> 00:05:13.060
Etc. und so weiter und so fort. Und das hat bestens funktioniert, und darum war uns klar: Wir wollen das, mit mit Zoom machen.

00:05:13.060 --> 00:05:21.200
Dann gab es Diskussionen, die haben auch die Kolleginnen und Kollegen auch in anderen Universitäten mindestens so mitbekommen wie wir.

00:05:21.200 --> 00:05:29.730
Über die datenschutzrechtliche Zulässigkeit. Und da gab es, muss ich sagen, eine großartige Unterstützung einerseits durch unseren CIO,

00:05:29.730 --> 00:05:31.910
das ist wieder der bereits erwähnte Kollege Rosnagel,

00:05:31.910 --> 00:05:39.370
der seinerzeit Vizepräsident für Lehre war und jetzt noch sehr hoch ist und auch einer der renommiertesten Datenschützer in Deutschland.

00:05:39.370 --> 00:05:45.440
Und er hat zwar zunächst vor allem die Marketing Website von Zoom auch als etwas problematisch angesehen,

00:05:45.440 --> 00:05:50.510
aber Punkte aufgezeigt, die man von Zooms Seite relativ rasch lösen konnte.

00:05:50.510 --> 00:05:59.510
Und vor allem hat er gezeigt, dass die Plattform selbst die Videokonferenzen, durchaus Datenschutz konform gehandhabt werden können.

00:05:59.510 --> 00:06:09.740
Und da möchte ich auch noch Rosen streuen, unserem Servicezentrum, das wirklich binnen kürzester Zeit Zoom so eingestellt hat,

00:06:09.740 --> 00:06:15.840
dass es wirklich nach den Prinzipien der Datensparsamkeit, auch nach der DSGV, jetzt aufgesetzt ist.

00:06:15.840 --> 00:06:20.270
Und ich habe von mehreren Seiten gehört, allerdings nicht aus erster Hand, aber ich glaube, dass das so ist,

00:06:20.270 --> 00:06:26.150
dass selbst der hessische Datenschutzbeauftragte und ein Datenschutzbeauftragte aus Bayern inzwischen

00:06:26.150 --> 00:06:33.140
das sogenannte Kasseler Modell auch als Vorzeigemodell oder als nachahmungswürdig bezeichnen.

00:06:33.140 --> 00:06:38.570
Jedenfalls war das für uns ein sehr großer Schritt und wichtiger Schritt,

00:06:38.570 --> 00:06:49.220
dass man zumindest die synchrone Lehre hier mit einem bewährten und wirklich zuverlässigen Werkzeug abwickeln konnte.

00:06:49.220 --> 00:07:01.070
Es war dann am Anfang auch noch bestimmt eine große Hürde, so der Perfektionismus, den viele Angehörige sich im Laufe der Zeit zugelegt haben.

00:07:01.070 --> 00:07:03.090
Und ich hab zumindest und ich glaube,

00:07:03.090 --> 00:07:11.030
das machten noch einige Kolleginnen und Kollegen in Richtung der Studierenden eine Parole gleich zu Beginn des digitalen Semesters ausgegeben.

00:07:11.030 --> 00:07:15.290
Wir haben gesagt, in diesem Semester erwarten wir von Ihnen keine Perfektion.

00:07:15.290 --> 00:07:17.630
Erwarten Sie diese bitte auch nicht von uns.

00:07:17.630 --> 00:07:28.460
Das musste klar sein, dass vieles improvisiert war, dass wir auch von technischen Einheiten und unter Umständen, Providern und so weiter abhingen,

00:07:28.460 --> 00:07:34.390
die wir nicht ganz unter unserer eigenen Kontrolle hatten. Im Großen und Ganzen hat so etwas sehr gut funktioniert.

00:07:34.390 --> 00:07:42.940
Und ein weiterer großer Punkt ist dann bestimmt ein Thema, das offenbar international in ganz ähnlicher Weise auftritt egal,

00:07:42.940 --> 00:07:52.840
ob man da Fiedlers im New Yorker liest oder wo auch immer: Video an. Die meisten Studierenden scheuen sich zunächst, ihr Video anzuschalten.

00:07:52.840 --> 00:07:57.820
Dabei ist das für Lehrende unglaublich wichtig als Feedback, weil man erst dann erkennt,

00:07:57.820 --> 00:08:04.250
ob man die Studierenden abholt, ob man sie eventuell langweilt oder was noch schlechter wäre, gar überfordert.

00:08:04.250 --> 00:08:10.090
Und außerdem lassen sich die Studierenden auf diese Art und Weise tatsächlich viel besser zur Mitarbeit motivieren.

00:08:10.090 --> 00:08:18.700
Ich sage dann immer wieder mal: Frau Meier, ich seh ja, es drängt Sie ja geradezu dazu, etwas zu sagen, und dann gibts oft ein Lächeln als Antwort.

00:08:18.700 --> 00:08:23.920
Und es kommt auch bereits ein interessanter Beitrag, wenn man das Video nicht sieht.

00:08:23.920 --> 00:08:31.600
Dann melden sich manche auch, aber eben aus dem Off. Das wird auch von mir durchaus gutgeheißen, und ich lade auch dazu ein.

00:08:31.600 --> 00:08:35.170
Aber es ist viel, viel besser, wenn hier die Videos an sind,

00:08:35.170 --> 00:08:42.790
wobei mir auch klar ist, dass es Umstände gibt, die es halt mal nicht empfehlenswert erscheinen lassen,

00:08:42.790 --> 00:08:48.790
wenn z.B. Familienangehörige im selben Raum sind oder Kommilitoninnen und Kommilitonen, wenn man im Wohnheim der Studierenden ist.

00:08:48.790 --> 00:08:55.900
Oder weil die Wohnung gerade nicht gut aufgeräumt ist oder weil man spät aufgestanden ist und im Pyjama der Vorlesung folgen möchte.

00:08:55.900 --> 00:08:58.870
Aber in der Regel sollten Studierende das wieder anschalten.

00:08:58.870 --> 00:09:07.260
Ich kann sie nicht dazu verpflichten, man kann sie nicht drängen, man kann nur immer wieder mal dazu einladen.

00:09:07.260 --> 00:09:13.310
Ja, wie findet sie aktuell statt? Wir sind ja noch vor Beginn der Vorlesungszeit im Wintersemester.

00:09:13.310 --> 00:09:21.130
Das wurde ja hessenweit verspätet, sozusagen festgelegt, jetzt dann mit Anfang November.

00:09:21.130 --> 00:09:32.020
Und da gibt es derzeit noch Diskussionen über das Campus Erlebnis, das die Uni-Leitung vor allem den Erstsemestern bieten möchte.

00:09:32.020 --> 00:09:34.480
Dafür habe ich grundsätzlich vollstes Verständnis.

00:09:34.480 --> 00:09:42.460
Manchmal fürchte ich aber, dass hier eine gewisse Imagination eines unbeschwerten Studienanfangs mitschwingt,

00:09:42.460 --> 00:09:46.570
dass man den neuen Studierenden also auch die Chance gewähren möchte,

00:09:46.570 --> 00:09:54.700
des Aufbaus vieler wertvoller Sozialkontakte, die manchmal ja auch ein Leben lang nicht nur ein Berufsleben lang anhalten.

00:09:54.700 --> 00:09:59.620
Ja, das wäre dann der Fall, wenn wir sagen könnten: Wir schaffen Corona ab.

00:09:59.620 --> 00:10:07.750
Nichts lieber als das. Aber wir müssten uns eben mit dieser Pandemie Situation sozusagen konfrontiert,

00:10:07.750 --> 00:10:13.570
bewusst werden, dass das möglicherweise gerade im Wintersemester nicht so angenehm sein wird,

00:10:13.570 --> 00:10:19.390
wenn man in der Mensa nur To Go ein Menü mitnehmen kann, wenn man nicht auf einen Kaffee gehen kann.

00:10:19.390 --> 00:10:26.020
Wenn die Leitung selbst auch wieder froh ist, wenn die Studierenden nach Ende der Vorlesung den Hörsaal wieder verlassen.

00:10:26.020 --> 00:10:33.130
Außerdem sitzen die Studierenden dann entsprechend weit auseinander, was ja auch den Kontakt nicht wirklich fördert.

00:10:33.130 --> 00:10:41.290
Also muss man sehr gut überlegen, ob es nicht besser ist zu sagen, es ist eben jetzt so wir setzen auf das Digitale.

00:10:41.290 --> 00:10:46.180
Wir machen hier keine halben Sachen, sondern mit viel Empathie für die Studierenden,

00:10:46.180 --> 00:10:51.170
wollen wir mit digitalen Mitteln möglichst optimale Ergebnisse erreichen.

00:10:51.170 --> 00:10:56.710
Und was mir hier sehr gefällt, ist eine Entwicklung, eine Idee

00:10:56.710 --> 00:11:05.240
der Studiendekanin, meiner lieben Kollegin Deckert, an unserem Fachbereich, die jetzt studentische.

00:11:05.240 --> 00:11:16.850
Mentoriate initiiert, bei denen jeweils ein fortgeschrittener Studierender acht bis zehn Erstsemester über das ganze Semester betreuen wird.

00:11:16.850 --> 00:11:21.770
Das wird weitgehend natürlich digital erfolgen, wobei wir uns jetzt auch noch überlegen,

00:11:21.770 --> 00:11:28.790
wie man das auch ein bisschen durchmischen kann und das man mehr als nur diese acht oder zehn aus dieser Stammgruppe enger kennenlernt.

00:11:28.790 --> 00:11:33.020
Und natürlich sind die Professoren und Professorinnen, auch die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

00:11:33.020 --> 00:11:38.120
auch sehr gerne bereit, dort immer wieder mal, wenn's gewünscht ist, mit dabei zu sein.

00:11:38.120 --> 00:11:45.030
Das ist nur eine Möglichkeit, hier auch mit digitalen Mitteln eben doch dafür zu sorgen, dass die Einsamkeit geringer ist,

00:11:45.030 --> 00:11:50.120
dass man auch von dem Flair der Universität etwas mitbekommt und verbunden natürlich

00:11:50.120 --> 00:11:55.040
mit dem Versprechen: Wenn immer es die Pandemiesituation im Sommersemester zulässt,

00:11:55.040 --> 00:12:00.830
dann wollen wir wirklich intensiv gemeinsam den wunderschönen Campus übrigens, der Universität Kassel genießen.

00:12:00.830 --> 00:12:07.040
Dann kann man auch Lehrveranstaltungen tatsächlich mal im Freien halten, selbst wenn die Pandemie uns noch nicht ganz in Ruhe gelassen hätte.

00:12:07.040 --> 00:12:14.270
Man kann den Kaffee dann im Freien trinken, man kann im Freien essen. Dort wird vieles viel leichter sein als jetzt, im bevorstehenden Wintersemester.

00:12:14.270 --> 00:12:18.890
Wenn dann die Influenza Welle noch dazu kommt im Dezember, und wenn eben die Schnupfenwelle,

00:12:18.890 --> 00:12:26.600
die ja bereits jetzt im Anmarsch ist, sozusagen alles auch nochmal erschwert.

00:12:26.600 --> 00:12:29.240
Was gibt's dazu sonst noch?

00:12:29.240 --> 00:12:37.250
Vielleicht Neuerung bei mir selbst: Ich hab aus alter Gewohnheit und weil ich das bereits von meinem Vorgänger so übernommen habe,

00:12:37.250 --> 00:12:42.810
die große Vorlesung immer am Dienstagvormittag, sie kennen das auch von Kolleginnen in Ihrem Hause,

00:12:42.810 --> 00:12:49.010
um 8:15 Uhr gehalten dann bis 11:30 Uhr, das ist unter didaktischen Aspekten ohnehin ein Unding.

00:12:49.010 --> 00:12:52.080
Aber im Digitalen kann man das überhaupt nicht mehr bringen.

00:12:52.080 --> 00:12:56.870
Also ich kann dann nicht die Studierenden vier Einheiten lange sozusagen vor dem Digitalen fesseln.

00:12:56.870 --> 00:13:01.520
Und darum habe ich diese Vorlesung jetzt dann zerlegt, was auch wieder leichter möglich ist,

00:13:01.520 --> 00:13:04.760
weil ich jetzt auf den Freitag ausweichen kann, auch als Pendler.

00:13:04.760 --> 00:13:09.290
Die Zuhörerinnen und Zuhörer werden ja gemerkt haben, dass ich kein Nordhesse bin, auch wenn ich dort lese.

00:13:09.290 --> 00:13:13.090
Ich pendle wöchentlich zwischen Wien und Kassel.

00:13:13.090 --> 00:13:18.750
Und Freitag war halt ein Tag, an dem ich bei meiner Familie bin und deshalb keine Vorlesungen halten konnte.

00:13:18.750 --> 00:13:26.910
Jetzt kann ich es. Jetzt war es ganz leicht, das zu teilen. Am Dienstag halte ich den ersten Teil meiner Vorlesung und am Freitag den zweiten.

00:13:26.910 --> 00:13:36.390
Was mache ich noch? Die Einbeziehung der Studierenden möchte ich noch intensivieren, noch über das hinaus, was ich aus dem Hörsaal ja schon kannte.

00:13:36.390 --> 00:13:38.550
Auch dort haben wir mit E- Clicker gearbeitet.

00:13:38.550 --> 00:13:45.480
Jetzt werde ich das im Wintersemester fortsetzen, was ich im Sommersemester begonnen habe, nämlich Slido zu verwenden und zu intensivieren.

00:13:45.480 --> 00:13:50.640
Das ist ein doch recht gut geeignetes Tool, mit dem man sogar Quize veranstalten kann.

00:13:50.640 --> 00:13:57.690
Da werden manche Kolleginnen und Kollegen ja vielleicht noch mit Recht sagen: Ist ein bisschen verschult, vielleicht ein bisschen infantil.

00:13:57.690 --> 00:14:01.080
Und wir wollen ja nicht die Universität Infantilisierung. Nein, keineswegs.

00:14:01.080 --> 00:14:06.420
Aber es ist doch ein gutes Mittel, die Aufmerksamkeit auch im Digitalen zu erhalten.

00:14:06.420 --> 00:14:10.020
Es gibt bereits, wir haben ja schon einige Monate jetzt Erfahrung,

00:14:10.020 --> 00:14:18.260
Untersuchungen die besagen spätestens nach acht Minuten wird der Drang, irgendwas zu daddeln, irgendwas zu blicken, sehr stark.

00:14:18.260 --> 00:14:25.140
Und im Hörsaal kann man dies noch unterbinden, indem man zum Beispiel sagt No Gadgets oder was auch immer, welche Politik man fahren wird.

00:14:25.140 --> 00:14:31.530
Aber jetzt sitzen die Studierenden ja an den Geräten, mit denen sie ihr Social Media pflegen können.

00:14:31.530 --> 00:14:37.140
Und darum lautet die Strategie: Man gibt den Studierenden etwas Fachnahes

00:14:37.140 --> 00:14:42.270
zu daddeln oder zu klicken, und das ist dann eben Slido. Dort werden Fragen gestellt.

00:14:42.270 --> 00:14:50.700
Sie können auch selbst Fragen stellen. Da entsteht dann eine Liste mit Fragen, die durch die anderen Studierenden auch wieder geranked wird.

00:14:50.700 --> 00:14:56.640
Man kann die uploaden oder auch wenn man es einstellt, downloaden. Nicht alles wird Zeit finden.

00:14:56.640 --> 00:15:03.530
Wir haben ja auch eine Stoffverantwortung. Aber die wichtigen Fragen kann man und soll man auch unbedingt beantworten.

00:15:03.530 --> 00:15:09.300
Sonst fühlen sich die Studierenden hier ja nicht ernst genommen, wenn man sagt, es gibt die Möglichkeit, aber leider ist man nicht dazu gekommen.

00:15:09.300 --> 00:15:16.260
Das muss man sehr, sehr ernst nehmen. Ja und diese Feedbackrunden, die zeigen uns wirklich, selbst wenn die Fragen eher einfach gerated sind,

00:15:16.260 --> 00:15:21.980
aber sie zeigen uns doch: Muss ich nochmal in eine didaktische Schleife eintreten?

00:15:21.980 --> 00:15:27.290
Ist alles soweit angekommen? Und als Konzentrationsmittel

00:15:27.290 --> 00:15:31.700
vor dem Beginn eines neuen Kapitels sind auch, so Tecwolken sehr gut.

00:15:31.700 --> 00:15:39.520
Das kann man auch mit Slido machen. Da wird dann eingegeben, woran man jetzt gerade denkt,

00:15:39.520 --> 00:15:46.820
wenn man beginnt, sich mit der Vertragsgestaltung auseinander zu setzen, dann entsteht eine sehr interessante Wolke,

00:15:46.820 --> 00:15:52.890
die man als Lehrender wieder als Aufhänger verwenden kann, um den Inhalt näherzubringen.

00:15:52.890 --> 00:15:59.010
Also zusammenfassend kann ich sagen, dass es im Sommersemester für uns alle natürlich so war,

00:15:59.010 --> 00:16:02.070
dass wir in relativ kurzer Zeit Entscheidungen treffen mussten,

00:16:02.070 --> 00:16:11.010
dass wir uns da dann durch das ITS-Team recht gut unterstützt fühlten und auch durch einige Mitarbeiter und Service-Center Lehre,

00:16:11.010 --> 00:16:15.210
die wirklich auch als Aufopfern sozusagen sich angeboten haben,

00:16:15.210 --> 00:16:22.410
selbst am Freitagabend noch Einführungen oder auch fortgeschritteneren Veranstaltungen für die Nutzung von Moodle anzubieten.

00:16:22.410 --> 00:16:26.890
Das hat uns sehr unterstützt, auch moralisch unterstützt, was ein bisschen gefehlt hat.

00:16:26.890 --> 00:16:30.660
Und das fehlt an vielen Hochschulen und Universitäten bis heute.

00:16:30.660 --> 00:16:34.740
Das sind so Handreichungen für die digitale Lehre.

00:16:34.740 --> 00:16:39.600
Da ist doch fast jede selfmade. Wie sagt man dann Woman oder Lady?

00:16:39.600 --> 00:16:44.580
Oder eben ein selfmade Man? Wir versuchen es halt, aber wir sind uns nicht sicher, ob wir das alles richtig machen.

00:16:44.580 --> 00:16:49.020
Man nutzt halt vielleicht jetzt eher die Bausteine,

00:16:49.020 --> 00:16:55.170
die man aus irgendwelchen Didaktik Veranstaltungen mal mitgenommen hat und mal punktuell dort oder im Hörsaal ausprobiert hat.

00:16:55.170 --> 00:16:59.130
Jetzt ist man eher bereit, das im digitalen Umfeld zu machen.

00:16:59.130 --> 00:17:06.960
Ja, wir haben digital losgelegt. Und ich glaube, dass es eigentlich im Großen Ganzen ganz gut geklappt hat.

00:17:06.960 --> 00:17:13.310
Hier oder da gabs vielleicht noch ein paar technische oder organisatorische Probleme bei Kolleginnen und Kollegen.

00:17:13.310 --> 00:17:18.690
Mir ist es noch gelungen, sofort nach dem Lockdown eine passable Ausrüstung zu beschaffen,

00:17:18.690 --> 00:17:23.940
was ja damals gar nicht mehr so leicht war, weil ja plötzlich alle im Homeoffice waren, aber dann halt eine passable Kamera,

00:17:23.940 --> 00:17:32.190
das ist vielleicht auch ein Tipp, falls man überhaupt Tipps geben sollte, aber die eingebauten Kameras im Notebook passen meistens nicht,

00:17:32.190 --> 00:17:37.020
da kann man dann auch den Winkel nicht so gut einstellen oder auch den Leuten nicht so gut ins Auge gucken.

00:17:37.020 --> 00:17:40.680
Natürlich muss man sich dran gewöhnen. Das Auge ist jetzt das Kameraauge.

00:17:40.680 --> 00:17:46.140
Ich hoffe und gehe davon aus, dass die Industrie hier auch Geräte hervorbringen wird,

00:17:46.140 --> 00:17:51.700
wo eine Kamera mitten im Screen ist, die nicht stört, ja sozusagen hinter den Screen geschaltet ist.

00:17:51.700 --> 00:17:57.990
Ich glaube, sowas gibt es derzeit noch nicht. Das würde mir gut gefallen, dass man noch mehr diesen virtuellen Augenkontakt dann haben kann.

00:17:57.990 --> 00:18:03.240
Und ja, manche Erfahrungen haben wir gemacht, mit denen wir vorher nicht gerechnet hätten.

00:18:03.240 --> 00:18:08.580
Aber zum Beispiel hat jede und jeder von uns die so genannte Zoom Fatigue als Krankheit kennengelernt,

00:18:08.580 --> 00:18:12.420
sozusagen das Erlebnis, das man sich um 18 Uhr müde fühlt.

00:18:12.420 --> 00:18:17.760
Ich glaube, das hat bei einer der vorherigen Blitzlichter Sessions auch schon ein Kollege erwähnt.

00:18:17.760 --> 00:18:23.850
Man denkt ach, ich bin doch normalerweise so fit. Erst um 24 Uhr zeigen sich erste Müdigkeitsveränderungen

00:18:23.850 --> 00:18:27.360
und warum bin ich jetzt um 18 Uhr müde? Ja, das ist eben das Digitale.

00:18:27.360 --> 00:18:34.380
Das hängt wohl damit zusammen, dass man die Körpersprache nicht voll mitbekommt, auch das Feedback nicht mitbekommt.

00:18:34.380 --> 00:18:39.300
Und das ist offenbar für das Gehirn eine ganz neue Herausforderung.

00:18:39.300 --> 00:18:46.220
Auf andere Signale zu achten, auf reduzierte, nonverbale Kommunikation zu achten, und das macht ein bisschen müde.

00:18:46.220 --> 00:18:52.980
Aber dann haben wir uns daran gewöhnt und die Studierenden auch. Im Großen und Ganzen, glaube ich, ist das Sommersemester gut gelaufen.

00:18:52.980 --> 00:18:57.770
Gut gewesen wäre, wenn man etwas rascher

00:18:57.770 --> 00:19:04.100
klar kommuniziert hätte, was Sache ist also es nicht zu offen lassen und vielleicht geht es ja doch noch, soll man sagen: Zack so ist es jetzt.

00:19:04.100 --> 00:19:10.790
Und jetzt können wir alle mit Gewissheit sagen: Für das ganze Semester wird's digital, wahrscheinlich sogar darüber hinaus.

00:19:10.790 --> 00:19:16.280
Leute, es lohnt sich! Lasst euch auch ein bisschen ein, beschafft euch Equipment.

00:19:16.280 --> 00:19:22.070
Da wär vielleicht Unterstützung auch noch ganz gut gewesen, weil im Vergleich zu dem, was die Lehre ja insgesamt kostet,

00:19:22.070 --> 00:19:27.020
ist die Ausgabe für ein USB Mikrofon, das man für 60 Euro kriegt und für eine gute Kamera,

00:19:27.020 --> 00:19:30.200
die es für 100 Euro gibt oder meinetwegen eine wirklich gute,

00:19:30.200 --> 00:19:35.330
dann für 250 lächerlich und damit wird die Lehre doch deutlich besser wird sie digital sein

00:19:35.330 --> 00:19:42.770
muss. Ja, wie war das Feedback der Studierenden?

00:19:42.770 --> 00:19:51.900
Es wurden bei uns unterschiedliche evolutionäre Werkzeuge eingesetzt und ich habe erst gestern mit unserer Studiendekanin darüber sprechen können.

00:19:51.900 --> 00:20:00.790
Und fast überall zeigt sich, dass die digitale Lehre im Großen und Ganzen gut angekommen ist, zumindest in unserem Fachbereich.

00:20:00.790 --> 00:20:04.550
Das mag von fachlicher Ausrichtung zu fachlicher Ausrichtung unterschiedlich sein.

00:20:04.550 --> 00:20:10.880
Aber am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ist es so, dass kaum Studierende technische Probleme hatten dadurch,

00:20:10.880 --> 00:20:15.260
dass es sich ein Smartphone leisten können, was ja genügt, um teilzunehmen.

00:20:15.260 --> 00:20:23.630
Die allermeisten sind sogar ganz passabel ausgestattet sage ich jetzt mal also mit einem Notebook oder mit einem Tablet oder ähnlichem.

00:20:23.630 --> 00:20:27.860
Und auch die Internetverbindung war bisher nicht wirklich ein großes Thema.

00:20:27.860 --> 00:20:35.930
Mag, wie gesagt, anderswo ein Thema gewesen sein. Was uns aber zu denken gibt, ist, dass bei fast allen Untersuchungen etwa 10 bis 15 Prozent,

00:20:35.930 --> 00:20:40.380
bei kleinen Samples waren es auch mal 20 Prozent sich einsam fühlen.

00:20:40.380 --> 00:20:49.250
Das heißt, da liegts wirklich an sozialen Defiziten oder Nein, das war falsch ausgedrückt an Defiziten im Bereich des Sozialkontaktes.

00:20:49.250 --> 00:20:54.170
Und dieses Gefühl der Einsamkeit bewirkt dann, dass man auch nicht die Motivation hat,

00:20:54.170 --> 00:20:59.330
jetzt im stillen Kämmerlein die Zeit, die man ja vermehrt zur Verfügung hat, gut zu nutzen.

00:20:59.330 --> 00:21:05.300
Diejenigen, die sich nicht einsam fühlen, die sagen uns sogar, sie können sich besser konzentrieren.

00:21:05.300 --> 00:21:10.420
Sie können sich auch auf die synchrone Lehre besser konzentrieren als im Hörsaal.

00:21:10.420 --> 00:21:16.060
Und Sie haben eben mehr Zeit, auch jetzt zu lernen, weil sie zum Teil ja auch ihre Jobs nicht haben.

00:21:16.060 --> 00:21:17.470
Da tun mir die Studierenden auch wieder leid.

00:21:17.470 --> 00:21:24.400
Das sollte man und ich glaube, da gibts auch inzwischen genug Bemühungen auch wieder sozial abfedern, soweit das nötig ist.

00:21:24.400 --> 00:21:28.540
Aber viele haben den Stieren Hörnern gepackt und mehr geschafft denn je.

00:21:28.540 --> 00:21:33.580
So schlecht war insgesamt das digitale Semester nicht, obwohl wir uns natürlich wünschen würden,

00:21:33.580 --> 00:21:40.380
lieber heute als morgen wieder ganz normale Campus Situationen vorzufinden.

00:21:40.380 --> 00:21:45.560
Ja, warum habe ich mich für einen synchrones Lehrformat entschieden und damit

00:21:45.560 --> 00:21:49.880
verbunden ist dann ja auch noch die Frage: Was spricht gegen asynchrone Formate?

00:21:49.880 --> 00:21:51.620
Was spricht für synchrone?

00:21:51.620 --> 00:22:01.580
Ich will das gar nicht so beantworten. Also wenn es gestattet ist, sagen: Ich glaube nicht, dass es eine One fits all Lösung in diesem Bereich gibt.

00:22:01.580 --> 00:22:09.290
Beide Formen, also das synchrone und das asynchrone Lehren, haben bestimmt ihr adäquates Einsatzfeld.

00:22:09.290 --> 00:22:15.530
Das hat auch etwas damit zu tun, welche Ziele mit einer konkreten Lehrveranstaltung erreicht werden sollen.

00:22:15.530 --> 00:22:24.620
In meinen eigenen Überlegungen fand ich mich dabei durch das in der Medientheorie anerkannte Konzept der Mediensynchronität gut unterstützt.

00:22:24.620 --> 00:22:29.090
Dort unterscheidet man nämlich die Ziele Divergenz und Konvergenz.

00:22:29.090 --> 00:22:35.840
Bei Divergenz Prozessen geht es darum, dass Information übermittelt oder verteilt werden soll.

00:22:35.840 --> 00:22:44.120
Das ist zu einer Reduktion von Unsicherheiten kommt. Und dafür braucht man naheliegenderweise geringe Synchronität.

00:22:44.120 --> 00:22:52.220
Mein Gefühl ist aber, dass solche Lehrveranstaltungen an Universitäten eigentlich untergeordnete Bedeutung haben sollten.

00:22:52.220 --> 00:22:56.240
Sie haben ihre Bedeutung sicher auch an Universitäten im Bereich der Probe deutig.

00:22:56.240 --> 00:23:00.560
Dort könnten gut gemachte Lernvideos sehr, sehr nützlich sein.

00:23:00.560 --> 00:23:03.200
Und vor allem könnte man dann die Ressourcen ja auch bündeln.

00:23:03.200 --> 00:23:09.050
Das heißt, man setzt relativ viele Ressourcen ein, um ein solches Live-Video zu gestalten.

00:23:09.050 --> 00:23:18.680
Dieses kann aber dann von verschiedensten Kolleginnen und Kollegen auch in anderen Universitäten eingesetzt werden, und man kann dann die Ressourcen

00:23:18.680 --> 00:23:25.790
besser einsetzen In Veranstaltungen, bei denen es nicht um die reine Informationsvermittlung geht,

00:23:25.790 --> 00:23:29.210
wenn ich bei diesem Punkt vielleicht noch bleiben darf, dann vielleicht hier auch.

00:23:29.210 --> 00:23:37.410
Man sollte ja immer aufpassen, aber ein bisschen Kritik auch an so mancher Diskussion die so im Kollegenkreis läuft,

00:23:37.410 --> 00:23:43.770
wenn es um die Informationsvermittlung geht, dann waren ja Präsenzveranstaltungen schon bisher,

00:23:43.770 --> 00:23:49.100
das heißt auch vor der Pandemie nicht die geeignete Form, diese Information zu vermitteln.

00:23:49.100 --> 00:23:54.420
Dann hätte man sich ja schon bisher und das Digitale ist ja nicht so neu, wie das manchmal jetzt hingestellt wird,

00:23:54.420 --> 00:24:03.690
hätte man sich schon bisher um Lernvideos zum Beispiel bemühen müssen, weil das als asynchrone Mittel das bessere Mittel gewesen wäre.

00:24:03.690 --> 00:24:05.700
Ich gehe übrigens auch davon aus,

00:24:05.700 --> 00:24:15.600
dass Studierende hier zu Recht eine gewisse durch ihren bisherigen Medienkonsum vorgeprägt Erwartung haben an die Qualität solcher Lehrmaterialien.

00:24:15.600 --> 00:24:21.750
Das heißt, da kann es nicht damit getan sein, dass einfach eine Vorlesung abgefilmt wird,

00:24:21.750 --> 00:24:27.270
sondern da hätte ich den doch professionellen Anspruch, dass man das in einem Studio machen muss.

00:24:27.270 --> 00:24:34.230
Mit zwei, ja eigentlich besser drei Kameras für unterschiedliche Kamerapositionen, für Schnitte und Überblendungen.

00:24:34.230 --> 00:24:40.080
Dass man auch rausgehen muss. Im Wirtschaftsrecht zum Beispiel wäre es naheliegend, Testimonials aufzusuchen,

00:24:40.080 --> 00:24:46.170
die man dann interviewt oder die zumindest einzelne Sätze beisteuern, dazu aus der Praxis.

00:24:46.170 --> 00:24:50.670
Was kümmert uns das in der Praxis, und worauf müsste man achten?

00:24:50.670 --> 00:24:51.930
Das macht es lebendig.

00:24:51.930 --> 00:24:59.310
Aber das hat eben dann schon eigentlich den Anspruch, ein bisschen zu sein wie Dokus, die man aus dem Fernsehen oder auf Netflix kennt.

00:24:59.310 --> 00:25:06.870
Das ist die eine Geschichte. Da glaube ich, dass man nicht erst in der Corona Zeit, dann irgendwie die Begründung gefunden hat dafür,

00:25:06.870 --> 00:25:12.270
dass jetzt per Video zu machen, sondern diese Begründung war vorher da, oder? Und jetzt kommt das Wesentliche.

00:25:12.270 --> 00:25:18.900
Das Ziel sollte ja eigentlich bei den meisten etwas anspruchsvolleren Veranstaltungen Konvergenz sein.

00:25:18.900 --> 00:25:23.520
Das heißt, dort geht es um die Verdichtung bereits grundsätzlich vorhandener Information,

00:25:23.520 --> 00:25:28.500
um die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses von komplexen Konzepten.

00:25:28.500 --> 00:25:31.800
Es geht also auch um die Aufhebung von Mehrdeutigkeiten.

00:25:31.800 --> 00:25:38.400
Dieses Ziel erfordert hohe Synchronität, und das sehe ich eigentlich keine Alternative zu einer Veranstaltung,

00:25:38.400 --> 00:25:42.780
die man als Videokonferenz durchführt, also in unserem Fall mit Zoom.

00:25:42.780 --> 00:25:51.240
Dabei geht es aber auch darum, dass Studierende im Laufe des Studiums unterschiedliche Fachexpertinnen und Experten kennenlernen

00:25:51.240 --> 00:25:55.770
und deren auch recht unterschiedliche Zugänge und Einstellungen zum jeweiligen Fach.

00:25:55.770 --> 00:26:01.200
Aber sagen wir es mal so, auch die unterschiedlichsten Forscher und Forscherinnen Persönlichkeiten,

00:26:01.200 --> 00:26:07.590
was für die Erleichterung des wissenschaftlichen Diskurses auch eine ganz wichtige Grundbedingung ist.

00:26:07.590 --> 00:26:09.960
Und bestimmt auch für die spätere Berufstätigkeit.

00:26:09.960 --> 00:26:17.850
Ich sehe es schon auch als Aufgabe von Universitäten bei der relativ aufwendigen Lehre, diese unterschiedlichen Persönlichkeiten,

00:26:17.850 --> 00:26:22.140
ich sage es jetzt bewusst unter Anführungszeichen auf die Studierenden loszulassen,

00:26:22.140 --> 00:26:30.470
also die Studierenden zu konfrontieren mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Und das kann halt im Wesentlichen auch nur synchron

00:26:30.470 --> 00:26:37.390
effektiv sein. Warum? Weil sonst keine Fragen gestellt werden und man erkennt die aus der Spontanität.

00:26:37.390 --> 00:26:43.850
Wie geht der jetzt mit einer interessanten Frage aus dem Kommilitonen und Kommilitoninnen kreist irgendwie um.

00:26:43.850 --> 00:26:47.870
Oder auch wie extemporiert er. Und ich glaube, es sind nicht die schlechtesten

00:26:47.870 --> 00:26:55.760
Professorinnen und Professoren, denen manchmal in den Evolutionsbogen reingeschrieben wird, schweift ein wenig ab.

00:26:55.760 --> 00:26:57.860
Studierende erkennen zum Teil noch nicht,

00:26:57.860 --> 00:27:04.460
dass alles letztlich dann doch zusammen geführt wird und dass das halt anekdotenhafte Begebenheiten sind, die man erzählt.

00:27:04.460 --> 00:27:13.950
Die aber, glaube ich, wenn man nur in Panopto jetzt seine eigenen Folien bespricht oder in ein schwarzes Bild guckt, die dort weniger angebracht sind.

00:27:13.950 --> 00:27:20.150
Und ein weiterer Punkt, auf dem wir vielleicht auch später noch mal eingehen könnten, ist bestimmt auch der Humor.

00:27:20.150 --> 00:27:22.520
Gerade in Zeiten einer Pandemie.

00:27:22.520 --> 00:27:31.880
Aber auch sonst im Hörsaal wissen wir, dass man die Lehre also eigentlich genommen, genaugenommen das Lernen wesentlich erleichtern kann,

00:27:31.880 --> 00:27:38.660
wenn das mit Emotion verbunden ist. Und nun wollen wir die Studierenden ja weder erschrecken noch irgendwie traurig machen.

00:27:38.660 --> 00:27:44.120
Also bleibt der Humor als Mittel der Wahl. Und ja, das erleichtert es doch wesentlich.

00:27:44.120 --> 00:27:48.040
Ich glaube, dass sich Studierende auch beim Lernen im stillen Kämmerlein und die eigentliche Arbeit,

00:27:48.040 --> 00:27:52.430
das wissen wir ja alle muss hier von den Studierenden geleistet werden, sich an solche Situationen erinnern.

00:27:52.430 --> 00:27:59.250
Und das sind ebenso Ankerpunkt, die gewissermaßen die auch weitertragen. Und da glaube ich auch, dass

00:27:59.250 --> 00:28:02.520
wenn es nicht wirklich sehr, sehr gut gemacht ist, so ein Video,

00:28:02.520 --> 00:28:08.640
vor allem wenn es nur eine aufgezeichnete Powerpoint Karaoke Show ist, sei jetzt mal ein bisschen despektierlich,

00:28:08.640 --> 00:28:16.940
dass da diese Mittel alle nicht so rüberkommen wie in einer Hörsaal Situation oder wie in einer synchronen Lernsituation,

00:28:16.940 --> 00:28:26.480
die der Hörsaals Situation ja doch viel näher kommt. Vielleicht sollte man, wenn man hier gewissermaßen die Gegenpole hat,

00:28:26.480 --> 00:28:32.770
die will jetzt nichts sagen These und Antithese, aber man könnte das doch versöhnlich verbinden mit einer Synthese.

00:28:32.770 --> 00:28:36.880
Und diese Synthese ist jetzt auch nichts Neues in der Didaktik Theorie.

00:28:36.880 --> 00:28:45.020
Das wäre eigentlich die Verbindung des Besten aus zwei Welten, nämlich inverted Classroom oder flipped Classroom

00:28:45.020 --> 00:28:50.350
und das habe ich auch vor Corona schon probiert, vielleicht doch nur mit mäßigem Erfolg.

00:28:50.350 --> 00:28:55.040
Mit dem bereits erwähnten To-Do-Lists, auch so den Studierten entgegenkommend,

00:28:55.040 --> 00:29:00.580
das sie jeweils nur auf den Link klicken mussten und dann genau auf der richtigen Seite waren im Lehrbuch.

00:29:00.580 --> 00:29:05.920
Wir haben als Wirtschaftsjuristen und Juristinnen die glückliche Situation, die vielleicht nicht in allen Fächern gleich ist.

00:29:05.920 --> 00:29:14.260
Aber dass wir auf einen Lehrbuch Pool zugreifen können. Das ist in diesem Fall die E-Bibliothek von Beck, die wir jetzt, das ist übrigens auch neu,

00:29:14.260 --> 00:29:22.840
mit relativ großem Aufwand auch für das kommende Studienjahr so lizensiert haben, dass die Studierenden von zu Hause aus darauf zugreifen können.

00:29:22.840 --> 00:29:28.480
Also nicht nur auf dem Campus. Das ist eine viel günstigere Campuslizens, sondern wir haben jetzt nochmal viel Geld in die Hand genommen,

00:29:28.480 --> 00:29:35.560
das die Studierenden darauf und auch auf andere Datenbanken wie Juris oder Beck online von zuhause aus zugreifen können.

00:29:35.560 --> 00:29:39.880
Und da verwenden wir nur Lehrbücher, die in digitaler Form auch vorhanden sind.

00:29:39.880 --> 00:29:44.500
Und ich stellt das zumindest ein und manche meiner Kolleginnen auch,

00:29:44.500 --> 00:29:49.510
dass man, wie gesagt, nur auf den Link klickt und dann ist man genau in dem Abschnitt des Lehrbuchs.

00:29:49.510 --> 00:29:58.150
Und ja, wir werden in der Lehre, in der asynchronen Lehre jetzt im kommenden Wintersemester noch mehr Wert darauf legen,

00:29:58.150 --> 00:30:07.620
dass diese To-Do-Liste wirklich beherzigt wird, sodass wir dann in der eigenartigerweise, ja insgesamt knapper erscheinenden Digitalzeit

00:30:07.620 --> 00:30:12.190
doch das Wesentliche behandeln können.

00:30:12.190 --> 00:30:17.200
Das heißt, wir erwarten jetzt, dass die Studierenden die Information bereits mitbringen,

00:30:17.200 --> 00:30:21.550
die man braucht, um dann gemeinsam Konvergenz Arbeit leisten zu können.

00:30:21.550 --> 00:30:33.330
Das ist meine Vorstellung. Ja, wie gelingen gute synchrone Lehrveranstaltungen,

00:30:33.330 --> 00:30:40.350
dass ist natürlich auch eine Frage der Kategorie und was man jetzt unter guter Lehrveranstaltung verstehen möchte.

00:30:40.350 --> 00:30:44.340
Vielleicht sehen das die Studierenden zum Teil ja auch ein bisschen anders als wir.

00:30:44.340 --> 00:30:50.610
Aber ich kann schon sagen nach einer gewissen Gewöhnung auf beiden Seiten gut

00:30:50.610 --> 00:30:57.540
ist dann, wenn ausreichend viele Videos angeschaltet sind, auf Seiten der Studierenden,

00:30:57.540 --> 00:31:04.730
dann entsteht etwas, was zwar nicht gleich ist mit dem Zauber der Synchronität im Hörsaal selbst,

00:31:04.730 --> 00:31:11.570
aber eine Intimität, die sogar noch stärker ist. Das klingt vielleicht ganz eigenartig und ich sage nicht, dass das Digitale besser wäre.

00:31:11.570 --> 00:31:16.070
Nie. Aber manche Aspekte sind zumindest nicht schlechter.

00:31:16.070 --> 00:31:20.570
Und man sitzt ja, das sieht man ja auch jetzt virtuell, gewissermaßen nur einen Meter,

00:31:20.570 --> 00:31:24.430
eineinhalb Meter vor den Studierenden und man kann sich auch mal zuvor lehnen.

00:31:24.430 --> 00:31:25.520
Und ich spreche dann.

00:31:25.520 --> 00:31:31.820
Ich sag das jetzt und meine es liebevoll, meine Pappenheimer an. Ich kenne auch deren Namen, obwohl ich ein schlechtes namens Gedächtnis habe.

00:31:31.820 --> 00:31:37.610
Das sind halt die, die normalerweise in den ersten Reihen des Hörsaals sitzen und die anderen aufgrund des Fluchtreflex ganz hinten,

00:31:37.610 --> 00:31:42.470
damit sie auch wieder davoneilen können, wenn es nicht mehr erträglich ist. Oder was weiß ich, welche Gründe es da gibt.

00:31:42.470 --> 00:31:48.320
Aber die, die das Video anhaben, ja, die unterstützen mich sehr, und ich streu ihnen auch ein bisschen Rosen.

00:31:48.320 --> 00:31:54.950
Da gibts auch so Tricks, wie man erreichen kann, dass das Video mal an ist, dass es über das Semester dann auch an bleibt.

00:31:54.950 --> 00:31:59.330
Und wenn genug da sind, es müssen nicht so viele sein.

00:31:59.330 --> 00:32:04.380
Bei 100 Studierenden genügt es mir, wenn ich ein Dutzend oder vielleicht auch nur zehn vor mir habe.

00:32:04.380 --> 00:32:07.680
Dies hat ein gewissen repräsentativen Querschnitt.

00:32:07.680 --> 00:32:14.970
Und wenn ich mit denen in den Dialog eintreten kann, wenn das nicht ist, wenn nur ein, zwei da sind, dann wird's. dünn.

00:32:14.970 --> 00:32:22.400
Und ich kenne auch Kollegen und Kolleginnen die sagen: Ja, heute war gar kein Video an, dann hat im Grunde die Lehre auch nicht sehr viel Sinn.

00:32:22.400 --> 00:32:26.050
Dann sollte man, wenn man es nicht schafft, sich hier ein bisschen durchzusetzen,

00:32:26.050 --> 00:32:29.380
dann sollte man wirklich vielleicht besser mit Panopto seine Folien besprechen.

00:32:29.380 --> 00:32:36.940
Aber das war jetzt nicht ein Tipp von mir, sondern eher man sollte erreichen, dass die Studierenden das Video anhaben.

00:32:36.940 --> 00:32:39.880
Und jetzt weiß ich nicht, ob ich so sehr aus dem Nähkästchen plaudern sollte,

00:32:39.880 --> 00:32:45.730
aber ich habe natürlich im April auch gesucht, wie ich erreichen kann, dass die Studierenden verstehen,

00:32:45.730 --> 00:32:49.630
wie wichtig es ist, dass zumindest einige von ihnen ich will nicht sagen "sich opfern",

00:32:49.630 --> 00:32:54.460
aber halt das Video anhaben, damit man diesen virtuellen Augenkontakt hat.

00:32:54.460 --> 00:33:03.050
Und da hab ich dann ich will nichts sagen in meiner Not, aber doch zu aktionistischen Mittel gegriffen und hab zunächst mal gefragt: Wie gehts denn jetzt?

00:33:03.050 --> 00:33:09.190
So in der Corona Zeit so vieles ist digital. Die Körpersprache bekommt man nur zum Teil irgendwie mit.

00:33:09.190 --> 00:33:13.930
Selbst wenn jemand mit den Händen arbeitet, die Hände sieht man kaum. Man erkennt es zumindest an den Schultern.

00:33:13.930 --> 00:33:18.490
Aber das macht es doch auch ein bisschen schwieriger. Aber es geht ja auch noch schlechter.

00:33:18.490 --> 00:33:24.100
Und dann hab ich eine Papiertüte aufgesetzt und hab gesagt: Wie gehts Ihnen jetzt damit, Sie sehen überhaupt

00:33:24.100 --> 00:33:31.160
nicht Schultern, gar nicht mehr den Gesichtsausdruck. Und dann habe ich gesagt: Es geht aber noch viel schlimmer.

00:33:31.160 --> 00:33:36.130
Und habe das Video ausgeschaltet. Und das hat bewirkt, dass plötzlich ein Dutzend Videos dazu kamen.

00:33:36.130 --> 00:33:41.050
Diese Message kam an. Mit der jüngsten Variante von Zoom

00:33:41.050 --> 00:33:44.680
müsste man gar nicht mehr jetzt tatsächlich eine Papiertüte aufsetzen.

00:33:44.680 --> 00:33:50.930
Man könnte das ja zum Beispiel mal so machen oder was auch denkbar wäre, dass man sagt: Wie geht es Ihnen damit?

00:33:50.930 --> 00:33:54.850
Ja, das ist aber noch nicht das Allerschlimmste. Viel schlimmer ist es noch, wenn das Video aus ist.

00:33:54.850 --> 00:34:01.420
Gucken Sie mal! Ein Punkt ist natürlich auch

00:34:01.420 --> 00:34:09.040
die Auswahl des Mittels, also ob man jetzt asynchron oder synchron lehrt, vielleicht nicht nur von dem Prozess,

00:34:09.040 --> 00:34:16.690
der damit unterstützt werden soll, abhängt, sondern ein bisschen auch von der Persönlichkeit der Vortragenden oder des Vortragenden.

00:34:16.690 --> 00:34:23.230
Und viele meiner Fachkollegen und Kolleginnen sind, möchte ich mal sagen, so etwas wie eine Rampensau.

00:34:23.230 --> 00:34:27.610
Also die auch im Hörsaal eine gute Figur machen und die Leute mitreißen können.

00:34:27.610 --> 00:34:32.010
Und für die ist es ein Heiligen, synchron lehren zu wollen, für die ist es eher ein Gräuel,

00:34:32.010 --> 00:34:35.260
jetzt in den schwarzen Bildschirm hinein zu reden und kein Feedback zu haben.

00:34:35.260 --> 00:34:42.660
Also hängt es wohl auch davon ein bisschen ab, und ich denke, wer gerne in den Hörsaal hineingeht,

00:34:42.660 --> 00:34:47.610
der sollte eher darüber nachdenken, ob man nicht dem synchronen eine Chance gibt.

00:34:47.610 --> 00:34:54.120
Wer ein bisschen mit Bammel in den Hörsaal eher geht, für den ist dann, falls die anderen Bedingungen auch zutreffen,

00:34:54.120 --> 00:34:58.940
wenn ohnehin Informationsvermittlung im Vordergrund steht und weniger das Schaffen von Konvergenz,

00:34:58.940 --> 00:35:10.080
das spricht dann wahrscheinlich führ das  Asynchrone. Ja, wie ich jetzt meine digitalen Lehrveranstaltungen gestalte.

00:35:10.080 --> 00:35:16.170
Das wird zum Teil jetzt Wiederholung sein, aber sehen wir es als didaktische Schleife.

00:35:16.170 --> 00:35:21.510
Ich nutze wöchentlich, wie auch schon vor Corona Zeiten die To-Do-Liste in Moodle.

00:35:21.510 --> 00:35:25.080
Scheint mir doch gerade jetzt ein sehr wichtiges Instrument zu sein.

00:35:25.080 --> 00:35:32.820
Und ich glaube, dass es auch dem einzelnen Lehrenden oder der Lehrenden nicht so leicht fällt, das jetzt durchzusetzen.

00:35:32.820 --> 00:35:39.510
Wenn man aber am Institut oder gar am Fachbereich viele Kolleginnen und Kollegen hat, die das mittragen,

00:35:39.510 --> 00:35:43.140
dann wird das bei den Studierenden im Lauf der Zeit eine Selbstverständlichkeit,

00:35:43.140 --> 00:35:49.020
dass sie bereits entsprechend oder sagen wir ausreichend vorbereitet in den Hörsaal kommen.

00:35:49.020 --> 00:35:56.460
Und wir unterstützen diese Idee auch noch dadurch, dass es wie an vielen Universitäten auch Tutoren gibt,

00:35:56.460 --> 00:36:04.100
die die Vorlesung entlasten von technischen Dingen wie zum Beispiel der Unterrichtung im Bereich des sogenannten Gutachtens Deals,

00:36:04.100 --> 00:36:13.030
der den erst/zweit Semestern im Bereich der rechtswissenschaftlichen Lehre nicht erspart bleiben kann, aber das ist etwas,

00:36:13.030 --> 00:36:24.550
wo die Vorlesung nicht der richtige Ort dafür ist und wo ja technicals sozusagen jetzt vermittelt werden, die derzeit auch digital unterrichtet werden.

00:36:24.550 --> 00:36:29.080
Und das funktioniert soweit ich weiß auch recht gut. Jetzt zu meinen Veranstaltungen:

00:36:29.080 --> 00:36:37.000
Da sind dann die Vorlesungen, einmal groß, wie bereits erwähnt, und dann auch etwas kleiner für die höheren Semester.

00:36:37.000 --> 00:36:46.090
Ich verwende sehr gerne im Hörsaal, wie ich bereits erwähnt hab, mein iPad und bin geradezu begeistert davon, dass das auch bei Zoom möglich ist.

00:36:46.090 --> 00:36:54.520
Zoom bietet nämlich die Möglichkeit, nicht nur seine Folien jetzt freizugeben, sondern man kann auch ein weiteres Gerät freigeben.

00:36:54.520 --> 00:36:59.290
Zum Beispiel eine zweite Kamera. Kann auch interessant sein. Das habe ich allerdings selbst noch nicht eingesetzt.

00:36:59.290 --> 00:37:05.140
Was mir aber sehr zupass kommt, ist, dass man das iPad oder das iPhone auch freischalten kann.

00:37:05.140 --> 00:37:10.360
Das bedeutet Ich kann so wie ich es ja auch im Hörsaal bisher gewohnt war

00:37:10.360 --> 00:37:13.900
das iPad in der Hand halten. Meine Studierenden wissen schon,

00:37:13.900 --> 00:37:19.660
ich halte es ungefähr so da unten, da hab ich jetzt das iPad muss nicht mit dem iPad

00:37:19.660 --> 00:37:24.820
als weiterer Zoom Client gewissermaßen angemeldet sein, sondern es wird

00:37:24.820 --> 00:37:30.550
unter dieser Zoom Session, mit der ich jetzt das Meeting gestalte, wird das iPad eingeblendet

00:37:30.550 --> 00:37:36.820
und es hat den großen Vorteil, dass ich meine Studierenden auch ausreichend groß auf einem einzigen Bildschirm sehe.

00:37:36.820 --> 00:37:42.700
Ich habe auch mit zwei Schirmtechnik gearbeitet, dass ich dann einen sehr großen Monitor über mir hatte, um die Studierenden zu sehen.

00:37:42.700 --> 00:37:45.790
Damals dachte ich noch, fast alle werden sich mit Video zuschalten.

00:37:45.790 --> 00:37:50.880
Nachdem das eh nicht ganz so ist, genügt jetzt meine 16 Zoll Monitor auf meinem iPad,

00:37:50.880 --> 00:37:52.990
ach nicht auf meinem iPad, auf meinem MacBook.

00:37:52.990 --> 00:38:00.310
Und das iPad habe ich in der Hand und trage dort genauso vor wie bisher auch mit natürlich den dynamischen Übergängen

00:38:00.310 --> 00:38:04.030
und ich sehe auch in der Vorschau, welcher dynamische Effekt kommt als nächster?

00:38:04.030 --> 00:38:11.170
Welche Folie kommt das nächste? Ich kann auch ganz leicht überspringen und habe vor allem auch meinen Laserpointer auf dem Finger.

00:38:11.170 --> 00:38:14.290
Diejenigen, die das iPad ja bisher auch gern verwenden, wissen das.

00:38:14.290 --> 00:38:20.510
Man muss ja dann bei Powerpoint nur drauf drücken, und schon sehen die Studierenden dann den virtuellen Laserpointer.

00:38:20.510 --> 00:38:28.480
Man kann auch mit dem iPad Pen zeichnen, hineinschreiben, das auch wirklich als Ersatz verwenden.

00:38:28.480 --> 00:38:32.830
Man kann aber auch ein Board zuschalten. Auch diese Möglichkeit gibt es.

00:38:32.830 --> 00:38:39.280
Da gibt es schon sehr viele interessante Aspekte von Zoom auch, die man sich unbedingt mal ansehen sollte.

00:38:39.280 --> 00:38:46.030
Und das kann für manche doch ein Argument dafür sein,

00:38:46.030 --> 00:38:54.490
sich die asynchrone Lehre nochmal zu überlegen und lieber doch zur synchronen Lehre zu greifen, wenn man denn so gut hier unterstützt wird.

00:38:54.490 --> 00:38:59.260
Und dann verwende ich ein Audience Response System. Davon war auch bereits die Rede.

00:38:59.260 --> 00:39:04.810
In meinem Fall ist es Slido, da gibt es aber noch eine Reihe anderer Anbieter auf dem Markt, die ähnliches bieten.

00:39:04.810 --> 00:39:10.490
Da gehts um interaktive Q &amp; A´s, also Fragen und Antworten,

00:39:10.490 --> 00:39:14.900
wobei man den Studierenden die Gelegenheit geben kann, jederzeit Fragen zu stellen.

00:39:14.900 --> 00:39:21.710
Ich habe schon gesagt, die können die Fragen dann noch abwarten. Die wichtigsten Fragen werden dann in regelmäßigen Abständen beantwortet.

00:39:21.710 --> 00:39:27.020
Pausen muss man natürlich auch machen. Ich halte es jetzt so, dass alle 60 Minuten zehn Minuten Pause ist.

00:39:27.020 --> 00:39:32.210
Manche sagen auch, ja mindestens, vielleicht sollte man alle 60 Minuten 15 Minuten Pause machen

00:39:32.210 --> 00:39:39.140
und da ist es eine gute Übung unmittelbar vor der Pause oder auch gleich nach der Pause dann die Fragen,

00:39:39.140 --> 00:39:48.560
die da im Q &amp; A aufgelaufen sind, zu beantworten. Nicht gut halte ich übrigens bei Zoom, von dem ich sonst sehr angetan bin, die Chat-Funktion.

00:39:48.560 --> 00:39:56.720
Das ist eher eine Geschichte, wo dann auch ja technische Fragen gestellt werden oder auch Unsinn mal kommt, der eher stört und auch bei

00:39:56.720 --> 00:40:01.940
Veranstaltungen, mit denen wir uns im Sinne des Wissenstransfers an Universitätenexterne

00:40:01.940 --> 00:40:09.500
wenden, würden wir nie mit der Chat- Funktion von Zoom arbeiten, sondern auch mit

00:40:09.500 --> 00:40:18.560
Slido oder Voxearth setzen wir da ein, um auch ein deutsches Unternehmen zu nennen, das hier wirklich eine sehr tolle Plattform aufgestellt hat,

00:40:18.560 --> 00:40:24.260
weil dieses gemotze, das es sonst manchmal gibt, bei der Chat- Funktion die Stimmung aller runter zieht.

00:40:24.260 --> 00:40:29.690
Es kann sein, dass nur zwei, drei sagen Warum macht er das heute so? Oder gibt es wieder ein technisches Problem?

00:40:29.690 --> 00:40:33.380
Das kann man im Hintergrund lösen, auch mit E-Mails oder wie auch immer oder mit Chat,

00:40:33.380 --> 00:40:39.850
nur an den Lehrenden selbst, aber nicht mit an alle. Das wäre mein dringender Appell, sich das zu belegen:

00:40:39.850 --> 00:40:48.280
Chat lieber nicht in alle, sondern lieber parallel dazu einzusetzen. Eine Audience Response Plattform.

00:40:48.280 --> 00:40:56.800
Ein weiterer interessanter Aspekt von Zoom ist, dass die Möglichkeit besteht, die Studierenden auch in Breakout Sessions zu senden.

00:40:56.800 --> 00:41:01.990
Das ist eigentlich nichts anderes als das digitale Pendant zu Murmelgruppen,

00:41:01.990 --> 00:41:09.130
die wir alle aus irgendwelchen Didaktik Einheiten ja bereits kennen und die eine oder andere wird es ja im Hörsaal auch genutzt haben.

00:41:09.130 --> 00:41:15.190
Funktioniert auch dort ganz gut. Dort gibt es Untersuchungen und ich glaube, jeder, der es mal verwendet hat, kann das bestätigen.

00:41:15.190 --> 00:41:22.810
Dadurch, dass in einer kleinen Gruppe im Hörsaal außerhalb der Pandemie Vorschriften und Hygienevorschriften sind,

00:41:22.810 --> 00:41:31.120
halt so vier, fünf Leute, die dann zusammen murmeln, wenn mal etwas verbalisiert wurde, dann fällt es den Studierenden viel leichter,

00:41:31.120 --> 00:41:37.180
dann auch ins Mikrophon oder sonst dem Auditorium gegenüber dann einen Sprechbeitrag zu liefern.

00:41:37.180 --> 00:41:43.810
Viele sind gehemmt, vor einem großen Auditorium zu sprechen, aber wenn mal was verbalisiert wird, dann sei es im kleinen Kreis, geht es viel leichter.

00:41:43.810 --> 00:41:45.920
Das ist eine Art Eisbrecher Einrichtung.

00:41:45.920 --> 00:41:55.510
Man spricht untereinander und kann dann doch etwas beitragen, was für das gesamte Auditorium interessant ist und die Breakout Sessions ermöglichen

00:41:55.510 --> 00:42:03.340
einerseits das, weil man das sehr schnell bewerkstelligen kann und die Leutchen auch sehr schnell wieder zurück bekommt ins Auditorium,

00:42:03.340 --> 00:42:13.190
aber man kann natürlich auch für echte Gruppenarbeiten diese als tschechisches Nutzen und die Einstellmöglichkeiten sind ausreichend vielfältig.

00:42:13.190 --> 00:42:19.850
Man kann von Gruppe zu Gruppe springen und sagen: Wie geht's euch denn mit der Arbeit. wo seid ihr denn?

00:42:19.850 --> 00:42:29.250
Habt ihr Fragen an mich? Wandert dann weiter. Man kann aber auch sagen Nach zehn Minuten hole ich euch wieder zurück.

00:42:29.250 --> 00:42:36.080
Und da kann man wiederum einstellen, dass zum Beispiel dann eine Uhr, ein Countdown angezeigt wird, der drei Minuten runterzählt,

00:42:36.080 --> 00:42:40.910
sodass die Studierenden nicht jetzt aus dem Gespräch herausgerissen werden, was ja auch unhöflich ist.

00:42:40.910 --> 00:42:44.490
Man holt sie mit Gewalt gewissermaßen wieder in das Auditorium zurück.

00:42:44.490 --> 00:42:49.040
Da braucht man eine gewisse Sympathie und eine gewisse Feinfühligkeit.

00:42:49.040 --> 00:42:56.000
Das ist ein Mittel, das ich mir selbst auch noch genauer ansehen werde und bei dem ich mir für das kommende Semester vorgenommen habe,

00:42:56.000 --> 00:43:00.590
das noch mehr zu nutzen. Da habe ich nur punktuelle Erfahrungen im Wintersemester gemacht.

00:43:00.590 --> 00:43:09.130
Aber ich glaube, das hat ziemlich viel Potenzial. Wie motiviert man die Studierenden im digitalen Raum?

00:43:09.130 --> 00:43:16.660
Ich glaube, dass hier kein allzu großer Unterschied zur analogen Hörsaalsituation besteht.

00:43:16.660 --> 00:43:25.470
Man muss, wie wir es bereits besprochen haben, Situationen schaffen, die irgendwie mit Emotion verbunden sind.

00:43:25.470 --> 00:43:32.260
Und im Wesentlichen bietet sich hier natürlich Humor an. Nie auf Kosten des Studierenden.

00:43:32.260 --> 00:43:41.500
Es sei denn, man hat Studierende, die im Hörsaal in den ersten Reihen sitzen und sonst im Digitalen ihr Video immer anhaben,

00:43:41.500 --> 00:43:46.300
von denen man weiß die verkraften das gut und die können auch sehr gut drauf replizieren.

00:43:46.300 --> 00:43:52.660
Das sind für mich Sternstunden der Didaktik, wo es ein Geplänkel gibt, wo man sich gegenseitig ein bisschen auf die Schaufel nimmt.

00:43:52.660 --> 00:43:57.460
Köstlich für die anderen. Das kann man auch nicht so planen und das ergibt sich aus der Situation.

00:43:57.460 --> 00:44:04.690
Und das geht, muss ich zugeben, in einem Hörsaal meistens ein wenig leichter, wenn man schon sieht: Wie ist die Stimmung jetzt?

00:44:04.690 --> 00:44:10.090
Wo sind die, die grade gut aufgelegt sind und denen man vielleicht den Ball zuspielen kann?

00:44:10.090 --> 00:44:19.150
Das funktioniert im Digitalen zwar eingeschränkt, aber auch dann, wenn genug Videos an sind, dann sieht man ja wer ist ohnehin ein bisschen verschreckt.

00:44:19.150 --> 00:44:28.840
Wer wird jetzt sicher nicht das Opfer oder so, ja? Und wer ist selbst auch humorvoll und vielleicht auch in einer gewissen Satire nicht ganz abgeneigt?

00:44:28.840 --> 00:44:33.170
Und wer kommt mit dem Konzept der Ironie zurecht?

00:44:33.170 --> 00:44:36.980
Und wenn man so die Paar gefunden hat, die das dann ja auch oft gerne machen,

00:44:36.980 --> 00:44:42.970
dann entsteht so ein Ping-Pong. Und das ist, glaube ich, dann auch für alle, die hier dabei sind, motivierend.

00:44:42.970 --> 00:44:46.750
Und wir müssen ja dafür sorgen, dass ein bisschen Kurzweile eintritt,

00:44:46.750 --> 00:44:55.960
weil das Verfolgen digitaler Lehrveranstaltungen ganz bestimmt mehr Motivation erfordert, einfach die Überwindung des inneren Schweinehundes.

00:44:55.960 --> 00:45:05.870
Es erfordert viel mehr Kraft, und da müssen wir, so gut es geht, die Studierenden dabei unterstützen.

00:45:05.870 --> 00:45:11.450
Ja, dann habe ich bereits über diese Feedback Instrumente gesprochen, das ist etwas,

00:45:11.450 --> 00:45:17.420
was Studierende wie ich aus Gesprächen auch weiß, als motivierend empfinden.

00:45:17.420 --> 00:45:20.600
Vor allem, wenn man natürlich darauf eingeht, nicht nur Fragen beantwortet,

00:45:20.600 --> 00:45:24.410
sondern auch wenn es mal vielleicht ein technisches Feedback gibt oder Feedback dazu,

00:45:24.410 --> 00:45:29.360
wie man die Veranstaltung noch ein wenig anders gestalten könnte.

00:45:29.360 --> 00:45:36.170
Die geteilten Semester sind jetzt unsere Experimentierphase. Ich glaube, das war auch unser Motto damals im April.

00:45:36.170 --> 00:45:44.180
Niemand wird uns einen Strick daraus drehen, wenn wir jetzt etwas ausprobieren. Wenn man etwas ausprobieren wollte, zum Beispiel digitale Klausuren,

00:45:44.180 --> 00:45:49.220
über die wir noch nicht so richtig gesprochen haben, kommt gleich gegen Ende vielleicht auch noch,

00:45:49.220 --> 00:45:56.480
dann muss man es jetzt ausprobieren und das sehen die Studierenden auch ein, dass da mal etwas nicht ganz perfekt funktioniert.

00:45:56.480 --> 00:46:03.800
Aber wir durchlaufen eine Lernkurve, die uns ganz bestimmt auch nach der Pandemie weiterhelfen wird,

00:46:03.800 --> 00:46:08.060
weil wir dann im Digitalen viel sattelfester geworden sind.

00:46:08.060 --> 00:46:15.440
Und was man natürlich auch merkt: Ein LMS ist unabdingbar, nicht nur in der digitalen Zeit, auch außerhalb.

00:46:15.440 --> 00:46:20.320
Das wussten wir immer schon. Wir sind begeisterte Moodle Verwender, meine Kollegen und ich.

00:46:20.320 --> 00:46:26.810
Man kann dort nicht nur Material hinterlegen, man kann auch Kurztest auf diese Art und Weise gestalten.

00:46:26.810 --> 00:46:32.060
Mache ich jetzt ein paar Mal im Semester. Wobei hier der Druck gering sein soll.

00:46:32.060 --> 00:46:37.020
Man kann es auch so machen, dass man sagt, man hat drei Kurztest. Das beste Ergebnis zählt.

00:46:37.020 --> 00:46:41.200
Dann ist auch eine gewisse Überwindung des inneren Schweinehund damit verbunden.

00:46:41.200 --> 00:46:49.680
Da sollte dann doch die To Do List. Abgearbeitet werden, dass man sich zumindest einmal angemessen mit dem, was zu lesen war, beschäftigt hat.

00:46:49.680 --> 00:46:53.720
Das zeigt noch nicht, dass man es jetzt auch wirklich beherrscht und kompetent ist auf dem Gebiet.

00:46:53.720 --> 00:46:55.610
Da brauchen wir andere Prüfungsmethoden.

00:46:55.610 --> 00:47:04.490
Aber der Kurztest, der bei mir zum Beispiel in 20 Aussagesätzen besteht, die man aus dem zu lesenden Material übernimmt

00:47:04.490 --> 00:47:08.960
oder auch aus den Folien oder aus dem, was in der Vorlesung der Lehrveranstaltung gesagt wurde.

00:47:08.960 --> 00:47:16.490
Und die sind dann entweder richtig oder falsch. Und das ist eine Geschichte, die in Moodle in sieben Minuten erledigt ist.

00:47:16.490 --> 00:47:22.710
Automatisch ausgewertet. Wunderbar, kann ich nur empfehlen, das auch mal auszuprobieren.

00:47:22.710 --> 00:47:27.340
Und dann kann man natürlich das Material anreichern.

00:47:27.340 --> 00:47:33.310
Videolinks und so weiter und so fort, das ist auch nix Neues, nur wird man in der digitalen Zeit vielleicht ein bisschen mehr tun.

00:47:33.310 --> 00:47:40.690
Auch deshalb, damit wir, das sage ich jetzt mal nicht, unter uns Pfarrerstöchtern, aber unter uns Anhängern

00:47:40.690 --> 00:47:46.730
der Synchronität ja, dass wir nicht gegenüber den Kolleginnen und Kollegen,

00:47:46.730 --> 00:47:50.850
die asynchrone Lehre bevorzugen, dass wir nicht abstimmten,

00:47:50.850 --> 00:47:55.440
weil die dann meistens ja neben ihren Folien dann auch noch Videolinks und anderes dann haben,

00:47:55.440 --> 00:47:59.760
ja, und dann muss man ein bisschen aufrüsten und dagegenhalten, damit die Studierenden nicht denken

00:47:59.760 --> 00:48:04.020
der Moodlekurs ist halt bei denen toll. Die Vorlesung zwar nicht so, aber der Moodlekurs ist toll.

00:48:04.020 --> 00:48:09.210
Und darum, glaube ich, sollten wir darauf achten, dass das auch von Moodle ausreichend unterstützt wird.

00:48:09.210 --> 00:48:19.490
Dann klappt's auch mit der synchronen Lehre. Lessons Learned ja aus dem ersten digitalen Semester, das uns ja gewissermaßen aufgezwungen wurde,

00:48:19.490 --> 00:48:28.010
dass eine ist wiederholend zu dem, was ich ganz am Anfang auch gesagt habe die Wichtigkeit und klarer Information und Kommunikation.

00:48:28.010 --> 00:48:33.710
Wenn Klarheit besteht, dann sind auch die Kolleginnen und Kollegen besser motiviert.

00:48:33.710 --> 00:48:36.770
Das müssen alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auch wissen.

00:48:36.770 --> 00:48:40.250
Und auch den Studierenden fällt es viel leichter, wenn man nicht irgendwie kommuniziert.

00:48:40.250 --> 00:48:45.140
Ja, seit Mitte des Semesters und gegen Ende des Semesters wird dann feststehen, wie die Prüfungen aussehen.

00:48:45.140 --> 00:48:49.910
Nein, das sollte man möglichst klar und am Anfang kommunizieren.

00:48:49.910 --> 00:48:55.340
Wenn man sich mal darauf eingestellt hat, lässt sich gut damit leben. Was den meisten von uns am schwersten fällt,

00:48:55.340 --> 00:49:00.110
das ist das Leben mit Unsicherheit. Wenn mal die Spielregeln klar sind dieses Semester, ziehen wir durch,

00:49:00.110 --> 00:49:06.350
dann ist die Motivation auf allen Seiten noch viel höher. Denn man muss hier ja sehr aufpassen, dass man nicht so dasteht,

00:49:06.350 --> 00:49:10.790
als hätte man die Weisheit mit dem silbernen Löffel oder goldenen Löffel gar gefressen.

00:49:10.790 --> 00:49:14.410
Das ist überhaupt nicht so. Wir sind alle Suchende, wir sollen experimentieren,

00:49:14.410 --> 00:49:18.560
und ich glaube, das Schlimmste ist nur, nichts zu tun, sich nichts zu trauen.

00:49:18.560 --> 00:49:22.100
Man muss diverses nutzen, dann auch mal wieder verwerfen.

00:49:22.100 --> 00:49:29.000
Und ja, wenn ich doch eine Lehre für mich zumindest gezogen habe, dann ist das auch ein bisschen Keep it simple,

00:49:29.000 --> 00:49:32.870
das heißt allzu Vielen, allzu komplex darf man es nicht machen,

00:49:32.870 --> 00:49:38.480
weil das für die Studierenden auch eine Zumutung ist, sich immer wieder auf neue Umgebungen einzulassen.

00:49:38.480 --> 00:49:45.230
Es wäre auch gut, wenn man zumindest Fachbereichsweit sich auf ein Tool konzentrieren könnte.

00:49:45.230 --> 00:49:49.280
Das streben wir an, dass die Studierenden nicht einen zu großen Mix haben.

00:49:49.280 --> 00:49:54.620
Keep it simple auch deshalb, weil viele der Studierenden, na viele ist übertrieben,

00:49:54.620 --> 00:49:59.450
aber ein Teil der Studierenden, obwohl wir alle glauben, dass das Digitale Eingeborene wären,

00:49:59.450 --> 00:50:04.790
aber doch nicht so affin sind und tatsächlich ein Problem damit haben.

00:50:04.790 --> 00:50:12.350
Bei einem Download und Upload aus Moodle, die PDF-Datei, die als Formular Datei abgelegt ist,

00:50:12.350 --> 00:50:17.750
runterzuladen, lokal zu speichern, auszufüllen und wieder hochzuladen.

00:50:17.750 --> 00:50:19.820
Und ganz wichtig ist, wenn man das macht,

00:50:19.820 --> 00:50:25.910
muss man dann eine Probemöglichkeit vorsehen und auch darauf drängen, dass das möglichst von allen genutzt wird.

00:50:25.910 --> 00:50:31.910
Ich schreib dann alle nochmal an und sage Sie haben nun mehr eine Woche. Und glauben Sie mir, das ist jetzt noch eine gute Gelegenheit.

00:50:31.910 --> 00:50:39.100
Wenn Sie erst dann in der Klausur Zeit drauf kommen, dann wars das wahrscheinlich.

00:50:39.100 --> 00:50:44.080
Und ich habe mir auch angesehen, was da hochgeladen wurde und bei 20 Prozent waren das leere PDF-Dateien,

00:50:44.080 --> 00:50:47.800
weil man eben trotz aller Warnung nicht geglaubt hat,

00:50:47.800 --> 00:50:53.200
dass man mit dem Browser zwar PDF-Dateien sehen kann,

00:50:53.200 --> 00:50:58.970
aber eben nicht ausführen und nicht speichern und damit auch nicht das, was man selbst wiedergegeben hat, hochladen kann.

00:50:58.970 --> 00:51:02.280
Das schreibt man, wird aber nicht wahrgenommen und die Studierenden laden das dann hoch.

00:51:02.280 --> 00:51:06.580
Und ich hab die dann wirklich einzeln angeschrieben, gesagt: Ich hab mir angesehen, was Sie hochgeladen haben,

00:51:06.580 --> 00:51:12.530
das ist leer. Wenn Sie das bei der echten Klausur hochladen, dann ist das eben negativ zu beurteilen.

00:51:12.530 --> 00:51:17.410
Oder Sie haben den Freistoß vergeigt. Das führt zum letzten Punkt hier vielleicht.

00:51:17.410 --> 00:51:20.930
Aber das ist eher schon ein bisschen politisch, weiß gar nicht, ob das in den Rahmen passt.

00:51:20.930 --> 00:51:27.220
Aber ich traue mich halt jetzt doch mal aus meiner Sicht und aus der Sicht vieler meiner Kolleginnen und Kollegen sind Freistoß Regelungen,

00:51:27.220 --> 00:51:32.110
wie es an vielen Universitäten und auch an der Universität Kassel oder auch in Kassel gibt,

00:51:32.110 --> 00:51:37.750
durchaus ein bisschen fragwürdig, vielleicht auch kontraproduktiv, auch wenn man viel Empathie für die Studierenden hat.

00:51:37.750 --> 00:51:40.120
Und sie haben es oft nicht leicht.

00:51:40.120 --> 00:51:46.330
Aber ein bisschen ist es auch das Eingeständnis: Wir haben es nicht so gut gemacht und das glaub ich für mich nicht.

00:51:46.330 --> 00:51:54.220
Und das glauben auch meine Kolleginnen und Kollegen nicht. Wir haben ein tolles digitales Semester hingelegt im Sommersemester 2020 und haben vor,

00:51:54.220 --> 00:51:58.990
dass im Wintersemester jetzt gestützt auf unsere Erfahrung noch besser zu machen.

00:51:58.990 --> 00:52:04.240
Und da kann man den Studierenden ja anders irgendwie auch entgegenkommen.

00:52:04.240 --> 00:52:09.380
Die Studierenden haben uns auch gesagt: Wir merken schon, die Lehrenden sind lockerer geworden.

00:52:09.380 --> 00:52:13.390
Das damit beginnt, dass man jetzt nicht im Sako erscheint, weils ja lächerlich wäre, die wissen ja auch, wo man sitzt,

00:52:13.390 --> 00:52:19.990
dass man zu Hause auf der Couch und im Büro vielleicht am Schreibtisch irgendwie ist oder wenn man näher ist und wenn man sie auch ansprechen kann,

00:52:19.990 --> 00:52:27.850
aber es ist wirklich ein bisschen vertraut, ein bisschen intimer geworden und wir haben diejenigen, die nicht an Einsamkeit verzweifeln und

00:52:27.850 --> 00:52:32.830
da müssten wir vielleicht noch arbeiten, die haben wir auch ganz gut bei der Stange gehalten.

00:52:32.830 --> 00:52:40.690
Und da ist es halt so, dass uns die Möglichkeit des Freistoßes zum Teil derzeit, wie wir hier schon sehen,

00:52:40.690 --> 00:52:46.450
die Statistik verhagelt, weil das ein Anreiz ist, einfach die Prüfung runter zu biegen, auch wenn man wirklich keine Ahnung hat.

00:52:46.450 --> 00:52:52.930
Es könnte ja sein, dass man vielleicht eine ähnliche Frage schon mal gehabt hat oder sehr gut aufgestellt ist,

00:52:52.930 --> 00:52:57.700
an diesem Tag mit dem richtigen Bein aufgestanden ist und halt vielleicht doch irgendwie gerade dadurch rutscht.

00:52:57.700 --> 00:53:05.120
Aber das nimmt den anderen, die wirklich gut vorbereitet sind und das digitale Semester genutzt haben, auch ein bisschen an Motivation.

00:53:05.120 --> 00:53:24.800
Aber das ist eine politische Angelegenheit und passt eigentlich nur so ganz am Rande zu den Blitzlichtern digitaler Lehre.