﻿WEBVTT

00:00:02.610 --> 00:00:10.560
Ja, mein Name ist Walter Blocher. Ich bin seit dem Jahr 2006 an der Universität Kassel Professor für Bürgerliches Recht,

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Unternehmensrecht und Informationsrecht und konzentriere mich im Bereich der Forschung, aber auch ein wenig in der Lehre.

00:00:17.730 --> 00:00:27.540
Seit dem Jahr 2016 auf das sehr interessante Feld der Forschung zu den Themen Bereichen Block, Kleen und DLT.

00:00:27.540 --> 00:00:32.880
Wie war die Lehre nicht Corona Zeiten aufgebaut Wie die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen

00:00:32.880 --> 00:00:37.860
in Kassel halte ich eine große einführende Lehrveranstaltung im Bettwiler Studiengang.

00:00:37.860 --> 00:00:43.860
Da geht es um das bürgerliche Recht und eine Veranstaltung für Fortgeschrittene im Material.

00:00:43.860 --> 00:00:48.780
Unterricht ist da der Gegenstand, und schließlich gibt es ein Seminar Masterstudiengang.

00:00:48.780 --> 00:00:54.210
Der Umstieg auf die digitale Lehre fiel mir vergleichsweise leicht.

00:00:54.210 --> 00:01:02.580
Was mit einem Projekt der Universität Kassel zu tun hat, das, wie sich jetzt zeigt, gerade rechtzeitig damals indiziert wurde,

00:01:02.580 --> 00:01:10.520
nämlich vor zehn Jahren, hatte unser damaliger Vizepräsident für Lehre, Hereros Nagel, die Idee.

00:01:10.520 --> 00:01:17.160
Dass wir eigentlich, bevor die Studierenden in großer Zahl mit Tablets,

00:01:17.160 --> 00:01:22.580
Smartphones und so weiter in den Hörsälen ankommen, Kompetenz aneignen müssten.

00:01:22.580 --> 00:01:32.280
Und da es im Jahr 2000 10. 2011 ein iPad iPad Project, da konnten Studierende einerseits 250 iPads ausleihen,

00:01:32.280 --> 00:01:39.420
wenn sie sich nicht selbst eins leisten konnten oder wollten und vor allem auch die Lehrenden eines entweder ausleihen oder auch erwerben.

00:01:39.420 --> 00:01:42.300
Und ich bin seither ein iPad Fan, kann man sagen,

00:01:42.300 --> 00:01:49.220
das ist mein Brot und Butter Werkzeug für jede meiner Lehrveranstaltungen, also auch in quasi analogen Zeiten.

00:01:49.220 --> 00:01:57.660
Und ich habe mich sehr daran gewöhnt. Auch in einem großen Hörsaal mit Funk Mikrofon geht das ja mit dem WLAN, das wir auch überall ausgebaut haben.

00:01:57.660 --> 00:02:04.320
Damals im Campus der Universität Kassel, das ich quasi als Peary pathetischer mit dem iPad durch den Hörsaal gehe,

00:02:04.320 --> 00:02:10.960
dann auch mal unmittelbar Fragen an die Studierenden richten kann entweder mit dem iPad selbst oder auch mit einem zweiten Mikrofon,

00:02:10.960 --> 00:02:16.020
das man dann den Studierenden nicht immer nur zu der reinen Freude sozusagen vor die Nase hält.

00:02:16.020 --> 00:02:19.690
Aber das sind durchaus interessante Momente in der Lehrveranstaltung.

00:02:19.690 --> 00:02:29.160
Und ich habe auch damals mir angewöhnt, mit ekliger oder ähnlichem Feedback Möglichkeiten im Hörsaal zu arbeiten.

00:02:29.160 --> 00:02:39.210
Und dann wurde das Ganze auch seinerzeit bereits unterstützt durch wöchentliche To do Listen in Module, also Listen, was lesend vorzubereiten wäre.

00:02:39.210 --> 00:02:46.320
Und jetzt ahnt man schon, dass dadurch der Umstieg auf das, was ja für viele sehr, sehr überraschend war,

00:02:46.320 --> 00:02:56.950
im März bzw. April dieses Jahres dann etwas leichter gefallen ist, als wenn wir ganz ins kalte Wasser gestoßen worden wären.

00:02:56.950 --> 00:03:02.120
Ja, warum habe ich mich für einen synchronen Leer Format entschieden und damit

00:03:02.120 --> 00:03:06.440
verbunden ist dann ja auch noch die Frage Was spricht gegen Aussengrenze Formate?

00:03:06.440 --> 00:03:08.180
Was spricht für Synchrone?

00:03:08.180 --> 00:03:18.140
Ich will das gar nicht so beantworten, wenn es gestattet ist, sagen Ich glaube nicht, dass es eine Wanovits Lösung in diesem Bereich gibt.

00:03:18.140 --> 00:03:25.850
Beide Formen, also das Synchrone und das asynchrone, leere Lehren, haben bestimmt ihr adäquates einsatzfeld.

00:03:25.850 --> 00:03:32.090
Das hat auch etwas damit zu tun, welche Ziele mit einer konkreten Lehrveranstaltung erreicht werden sollen.

00:03:32.090 --> 00:03:41.180
In meinen eigenen überlegungen fand ich mich dabei durch das Medientheorie anerkannte Konzept der Medien Synchronität gut unterstützt.

00:03:41.180 --> 00:03:45.650
Dort unterscheidet man nämlich die Ziele Divergenz und Konvergenz.

00:03:45.650 --> 00:03:52.400
Bei Divergent Prozessen gehts darum, dass Information übermittelt oder verteilt werden soll.

00:03:52.400 --> 00:04:00.680
Das ist zu einer Reduktion von Unsicherheiten kommt. Und dafür braucht man naheliegenderweise geringe Synchronität.

00:04:00.680 --> 00:04:08.780
Mein Gefühl ist aber, dass solche Lehrveranstaltungen an Universitäten eigentlich untergeordnete Bedeutung haben sollten.

00:04:08.780 --> 00:04:12.800
Sie haben ihre Bedeutung sicher auch an Universitäten im Bereich der Probe deutlich.

00:04:12.800 --> 00:04:17.120
Dort könnten gut gemachte Lern Videos sehr, sehr nützlich sein.

00:04:17.120 --> 00:04:19.760
Und vor allem könnte man dann die Ressourcen ja auch bündeln.

00:04:19.760 --> 00:04:25.610
Das heißt, man setzt relativ viele Ressourcen ein, um ein solches Live-Videos zu gestalten.

00:04:25.610 --> 00:04:35.240
Dieses kann aber dann von verschiedensten Kollegen und Kollegen auch in anderen Universitäten eingesetzt werden, und man kann dann die Ressourcen.

00:04:35.240 --> 00:04:42.320
Besser einsetzen In Veranstaltungen, bei denen es nicht um die reine Informationsvermittlung geht,

00:04:42.320 --> 00:04:45.770
bin ich bei diesem Punkt vielleicht noch bleiben darf, dann vielleicht hier auch.

00:04:45.770 --> 00:04:53.970
Man sollte ja immer aufpassen, aber ein bisschen Kritik auch an so mancher Diskussion im Kollegenkreis läuft.

00:04:53.970 --> 00:05:00.330
Wenn es um die Informationsvermittlung geht, dann waren ja Präsenz Veranstaltungen schon bisher.

00:05:00.330 --> 00:05:05.660
Das heißt auch vor der Pandemie nicht die geeignete Form, diese Information zu vermitteln.

00:05:05.660 --> 00:05:10.980
Dann hätte man sich ja schon bisher und das Digitale ist ja nicht so neu, wie das manchmal jetzt hingestellt wird.

00:05:10.980 --> 00:05:20.250
Hätte man sich schon bisher um Lea Videos zum Beispiel bemühen müssen, weil das als asynchrone Mittel das bessere Mittel gewesen wäre?

00:05:20.250 --> 00:05:22.260
Ich gehe übrigens auch davon aus,

00:05:22.260 --> 00:05:32.160
dass Studierende hier zu Recht eine gewisse durch ihren bisherigen Medienkonsum vorgeprägt Erwartung haben an die Qualität solcher Lehrmaterialien.

00:05:32.160 --> 00:05:38.310
Das heißt, da kann es nicht damit getan sein, dass einfach eine Vorlesung abgefilmt wird,

00:05:38.310 --> 00:05:43.830
sondern da hätte ich den doch professionellen Anspruch, dass man das in einem Studio machen muss.

00:05:43.830 --> 00:05:50.790
Mit zwei, ja eigentlich besser drei Kameras für unterschiedliche kamerapositionen, für Schnitte und überblendungen.

00:05:50.790 --> 00:05:56.640
Dass man auch rausgehen muss. Im Wirtschaftsrecht zum Beispiel wäre es naheliegend, Testimonials aufzusuchen,

00:05:56.640 --> 00:06:02.730
die man dann interviewt oder zumindest einzelne Sätze beisteuern, dazu aus der Praxis.

00:06:02.730 --> 00:06:07.230
Was kümmert uns das in der Praxis, und worauf müsste man achten?

00:06:07.230 --> 00:06:08.490
Das macht es lebendig.

00:06:08.490 --> 00:06:15.870
Aber das hat eben dann schon eigentlich den Anspruch, ein bisschen zu sein wie Dokus, die man aus dem Fernsehen oder auf Netflix kennt.

00:06:15.870 --> 00:06:23.430
Das ist die eine Geschichte. Da glaube ich, dass man nicht erst in der Corona Zeit, dann irgendwie die Begründung gefunden hat dafür,

00:06:23.430 --> 00:06:28.830
dass jetzt per Video zu machen, sondern diese Begründung war vorher da, oder? Und jetzt kommt das Wesentliche.

00:06:28.830 --> 00:06:35.460
Das Ziel sollte ja eigentlich bei den meisten etwas anspruchsvolleren Veranstaltungen Konvergenz sein.

00:06:35.460 --> 00:06:40.080
Das heißt, dort geht es um die Verdichtung bereits grundsätzlich vorhandener Information,

00:06:40.080 --> 00:06:45.060
um die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses von komplexen Konzepten.

00:06:45.060 --> 00:06:48.360
Es geht also auch um die Aufhebung von Mehrdeutigkeiten.

00:06:48.360 --> 00:06:54.960
Dieses Ziel erfordert hohe Synchronität, und das sehe ich eigentlich keine Alternative zu einer Veranstaltung,

00:06:54.960 --> 00:06:59.340
die man als Videokonferenz durchführt, also in unserem Fall mit Zoom.

00:06:59.340 --> 00:07:07.800
Dabei geht es aber auch darum, dass Studierende im Laufe des Studiums unterschiedliche Fachexperten und Experten kennenlernen

00:07:07.800 --> 00:07:12.330
und deren auch recht unterschiedliche Zugänge und Einstellungen zum jeweiligen Fach.

00:07:12.330 --> 00:07:17.760
Aber sagen wir es mal so auch die unterschiedlichsten Forscher und Forscherinnen Persönlichkeiten,

00:07:17.760 --> 00:07:24.150
was für die Erleichterung des wissenschaftlichen Diskurses auch eine ganz wichtige Grundbedingung ist.

00:07:24.150 --> 00:07:26.520
Und bestimmt auch für die spätere Berufstätigkeit.

00:07:26.520 --> 00:07:34.410
Ich sehe es schon, auch als Aufgabe von Universitäten bei der relativ aufwendigen Lehre, diese unterschiedlichen Persönlichkeiten.

00:07:34.410 --> 00:07:38.700
Ich sage es jetzt bewusst unter Anführungszeichen auf die Studierenden loszulassen,

00:07:38.700 --> 00:07:47.030
also die Studierenden zu konfrontieren mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Und das kann halt im Wesentlichen auch nur synchron.

00:07:47.030 --> 00:07:53.950
Effektiv sein. Warum? Weil sonst keine Fragen gestellt werden und man erkennt die aus der Spontaneität.

00:07:53.950 --> 00:08:00.410
Wie geht ja jetzt mit einer interessanten Frage aus, dem Kommilitonen und Kommilitonen kreist irgendwie um.

00:08:00.410 --> 00:08:04.430
Oder auch wie temperierte. Und ich glaube, es sind nicht die schlechtesten.

00:08:04.430 --> 00:08:12.320
Professoren und Professoren, denen manchmal in den Evolutionsbiologen reingeschrieben wird, schweift ein wenig ab.

00:08:12.320 --> 00:08:14.420
Studierende erkennen zum Teil noch nicht,

00:08:14.420 --> 00:08:21.020
dass alles letztlich dann doch zusammen geführt wird und dass das halt Anekdoten hafte Begebenheiten sind, die man erzählt.

00:08:21.020 --> 00:08:30.510
Die aber, glaube ich, wenn man nur in Panopto jetzt seine eigenen Folien bespricht oder in ein schwarzes Bild guckt, die dort weniger angebracht sind.

00:08:30.510 --> 00:08:36.710
Und ein weiterer Punkt, auf dem wir vielleicht auch später noch mal eingehen könnten, ist bestimmt auch der Humor.

00:08:36.710 --> 00:08:39.080
Gerade in Zeiten einer Pandemie.

00:08:39.080 --> 00:08:48.440
Aber auch sonst im Hörsaal wissen wir, dass man die Lehre also eigentlich genommen, genaugenommen das Lernen wesentlich erleichtern kann.

00:08:48.440 --> 00:08:55.220
Wenn das mit Emotion verbunden ist. Und nun wollen wir die Studierenden ja weder erschrecken noch irgendwie traurig machen.

00:08:55.220 --> 00:09:00.680
Also bleibt der Humor als Mittel der Wahl. Und ja, das erleichtert es doch wesentlich.

00:09:00.680 --> 00:09:04.600
Glaubt, dass sich Studierende auch beim beim Lernen im stillen Kämmerlein und die eigentliche Arbeit?

00:09:04.600 --> 00:09:08.990
Das wissen wir ja alle muss hier ein Studium geleistet werden, sich an solche Situationen erinnern.

00:09:08.990 --> 00:09:15.820
Und das sind ebenso Ankerpunkt, die gewissermaßen die auch weitertragen. Und da glaube ich auch, dass.

00:09:15.820 --> 00:09:19.080
Wenn es nicht wirklich sehr, sehr gut gemacht ist, so ein Video,

00:09:19.080 --> 00:09:25.090
vor allem wenn es nur eine aufgezeichnete Powerpoint Karaoke Show ist, sagen jetzt mal ein bisschen despektierlich,

00:09:25.090 --> 00:09:33.520
dass da diese Mittel alle nicht so rüberkommen wie in einer Hörsaals Situation oder wie in einer synchronen lernsituation,

00:09:33.520 --> 00:09:49.760
die der Hörsaals Situation ja doch viel näher kommt.