﻿WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:09.000
Mein Name ist Larissa Strub. Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wein- und Getränkewirtschaft der Hochschule Geisenheim.

00:00:09.000 --> 00:00:18.000
Und in dem Zusammenhang halte ich die Vorlesungen Kostenrechnung, die ein Kernmodul für den Studiengang "Internationale Weinwirtschaft" ist

00:00:18.000 --> 00:00:26.000
und ein Profilmodul für die mehr produktionstechnisch ausgerichteten Studiengänge "Weinbau und Oenologie" und "Getränketechnologie".

00:00:26.000 --> 00:00:30.000
Das sind im Schnitt 50 bis 60 Studierende, die daran teilnehmen müssen.

00:00:30.000 --> 00:00:37.000
Potenziell kämen dann nochmal 130 bis 150 Studierende Weinbau- und Getränketechnologie dazu.

00:00:37.000 --> 00:00:40.000
Von denen machen das aber erfahrungsgemäß wirklich nur einstellige Prozentsätze.

00:00:40.000 --> 00:00:48.000
Also bei der Klausur letzte Woche waren es zwei Studierende Weinbau- und ein Studierender Getränketechnologie.

00:00:48.000 --> 00:01:00.000
Das heißt, eigentlich hätte ich 60 bis 80 Studierende, die regelmäßig an dem Modul teilnehmen müssen/sollten.

00:01:00.000 --> 00:01:05.000
Erfahrungsgemäß habe ich 30 bis 35 Aktive.

00:01:05.000 --> 00:01:12.000
Das war in den letzten Jahren auch immer schon so. Die ersten paar Lehrveranstaltungen da waren es wirklich noch viele und das ist dann eben immer weiter abgebröckelt.

00:01:12.000 --> 00:01:19.000
Die Zahl hat sich tatsächlich auch in diesem digitalen Setting bestätigt. Also diejenigen, die wirklich aktiv an diesen Tutorien teilgenommen haben,

00:01:19.000 --> 00:01:24.000
das waren immer so um die 30, 35 Leute.

00:01:24.000 --> 00:01:34.000
Das heißt, der Anteil derjenigen, die sowieso per se lieber für sich selber lernen, ist in dem Modul erfahrungsgemäß ziemlich hoch.

00:01:34.000 --> 00:01:43.000
Ich habe selber in Geisenheim studiert. Das heißt, ich kenne tatsächlich diese Vorlesung noch aus meiner eigenen Studentenzeit und habe jetzt eben in

00:01:43.000 --> 00:01:49.000
diesem Semester, tatsächlich unabhängig von Corona, gemeinsam mit meiner Chefin beschlossen,

00:01:49.000 --> 00:01:54.000
diese Vorlesungen in ein Blended-Learning-Konzept zu überführen.

00:01:54.000 --> 00:01:59.000
Dass jetzt Corona gekommen ist, hat uns sozusagen nur noch einmal in dieser Entscheidung bestärkt,

00:01:59.000 --> 00:02:01.000
weil es eigentlich in diesem Zusammenhang genau das Richtige war.

00:02:01.000 --> 00:02:04.000
Wie ist die Lehre in nicht Corona-Zeiten aufgebaut?

00:02:04.000 --> 00:02:07.000
Ich habe jetzt dieses Jahr diese Vorlesungen zum vierten Mal gehalten und in

00:02:07.000 --> 00:02:12.000
den letzten drei Jahren war das eigentlich eine klassische Vorlesung: Präsenzunterricht,

00:02:12.000 --> 00:02:15.000
sehr viele frontale Anteile.

00:02:15.000 --> 00:02:22.000
Ich hatte auch immer wieder dann seminaristische Elemente drinnen, das waren in aller Regel Rechenübungen, die wir dann gemeinsam an der Tafel gelöst haben.

00:02:22.000 --> 00:02:31.000
Aber es war eigentlich eine ganz klassische frontale Vorlesungssituation. Also so weit von digitaler Lehre weg wie irgend möglich.

00:02:31.000 --> 00:02:35.000
Was waren die zentralen Herausforderungen bei der digitalen Umstellung?

00:02:35.000 --> 00:02:44.000
Also wir haben uns relativ schnell für diese Lernbar-Module als Kern der digitalen Materialien entschieden.

00:02:44.000 --> 00:02:50.000
Allerdings habe ich in den letzten drei Jahren sehr viel Zeit darauf verwendet, meinen Foliensatz möglichst zu reduzieren.

00:02:50.000 --> 00:02:59.000
Das der textliche Anteil immer weiter zurückgefahren wurde, um das Lehren durch Text nicht zu stören.

00:02:59.000 --> 00:03:08.000
In einer Onlinesituation, in der die Studierenden einfach viel selber lernen oder sich selber beibringen sollen,

00:03:08.000 --> 00:03:16.000
braucht man den Text wieder. Also musste ich meine sehr reduzierten Folien aus den Vorlesungsveranstaltungen überführen in einen Text.

00:03:16.000 --> 00:03:25.000
Das hat eigentlich dazu geführt, dass ich die Vorlesung komplett neu aufgesetzt habe, bzw. die Lehrveranstaltung.

00:03:25.000 --> 00:03:34.000
Dann ging es auch darum, dadurch dass in diesen Selbstlernphasen die Möglichkeiten zur Rückfrage relativ reduziert sind,

00:03:34.000 --> 00:03:41.000
musste ich auch in den Texten so kleinschrittig vorgehen, um sicherzustellen, dass die Studierenden nicht irgendwann geistig aussteigen,

00:03:41.000 --> 00:03:45.000
weil sie sagen, das geht mir so schnell, da bin ich raus.

00:03:45.000 --> 00:03:57.000
Und wo ich am Anfang überhaupt kein Gefühl für hatte: Wie groß müssen die Lerneinheiten sein, damit die Studierenden das gut erfassen können?

00:03:57.000 --> 00:04:04.000
Die Studierenden können natürlich zwischendrin abbrechen. Aber es ist einfacher, wenn ich einfach von vornherein die Lerneinheiten so groß gestalte,

00:04:04.000 --> 00:04:12.000
das man sagt: Halbe, dreiviertel Stunde, maximal eine Stunde, wird benötigt für eine Lerneinheit und dann sind die Studierenden mit der Lerneinheit auch durch.

00:04:12.000 --> 00:04:19.000
Ich glaube, das ist auch einfach aus motivatorischer Sicht nicht verkehrt, wenn man da so ein bisschen den Studierenden die Entscheidung abnimmt.

00:04:19.000 --> 00:04:22.000
Wann höre ich denn auf, wann habe ich eine Einheit gelernt?

00:04:22.000 --> 00:04:27.000
Da hatte ich am Anfang einfach gar kein Gefühl für. Da musste ich mich auch erstmal rein finden.

00:04:27.000 --> 00:04:31.000
Wie findet die Lehre aktuell in Coronazeiten statt?

00:04:31.000 --> 00:04:40.000
Es war so, dass ich im Rahmen von Ilias, das ist bei uns in Geisenheim das E-Learning-Tool, einen Lernplan erstellt habe.

00:04:40.000 --> 00:04:46.000
Sprich, genau so, wie er sonst der Ablauf der Vorlesung gewesen wäre, habe ich auch zeitlich eingeteilt:

00:04:46.000 --> 00:04:51.000
Wann kommt welches Kapitel dran? Und dann gab es zu jedem Kapitel, je nachdem, wie lange das Kapitel war,

00:04:51.000 --> 00:05:03.000
eine unterschiedliche Anzahl an Lernbar-Modulen. Darin waren aber immer wieder auch Übungsaufgaben eingebettet und

00:05:03.000 --> 00:05:12.000
Beispiele, Videos. Also ich habe versucht, möglichst auch mit Medienwechsel zu arbeiten und es war dann so vorgesehen,

00:05:12.000 --> 00:05:22.000
dass die Studierenden innerhalb dieses Lernplans, es waren nur Vorgaben, aber meistens habe ich auch erst zu Beginn des neuen Kapitels entsprechend Materialien hochgeladen.

00:05:22.000 --> 00:05:30.000
...die Studierenden sollten sich im Ablauf dieses Lernplans die Theorie selber erarbeiten, diese dann anhand der Beispiele ausprobieren.

00:05:30.000 --> 00:05:41.000
Und dann habe ich in regelmäßigen Abständen, das war in diesem Semester ungefähr alle zwei Wochen, ein Live-Tutorium per Videokonferenz gehalten,

00:05:41.000 --> 00:05:45.000
wo ich die Studierenden im Vorhinein gebeten habe, mir Fragen zu schicken. Das hat auch wirklich gut funktioniert.

00:05:45.000 --> 00:05:55.000
Die haben mir dann einfach per Mail zugeschickt, was gerade nicht klar ist oder ob ich irgendwas nochmal ein anderes Beispiel machen kann.

00:05:55.000 --> 00:06:03.000
Und dann haben wir eben diese Problempunkte in den Live-Tutorien besprochen. Das war letztlich eben ein Mix

00:06:03.000 --> 00:06:08.000
aus hauptsächlich tatsächlich selbstständigen Lernen und Erarbeiten des Stoffes,

00:06:08.000 --> 00:06:15.000
kombiniert mit Input meinerseits im Rahmen dieser Onlinetutorien.

00:06:15.000 --> 00:06:17.000
Geplant ist natürlich eigentlich, dass es Präsenzveranstaltungen sind.

00:06:17.000 --> 00:06:21.000
Das hat mir wirklich gefehlt.

00:06:21.000 --> 00:06:28.000
Das Videokonferenz-Tool, was wir benutzen, lässt es nicht zu, dass man bei einer größeren Anzahl von Studierenden sich alle anzeigen lässt.

00:06:28.000 --> 00:06:38.000
Das heißt, ich habe letztlich mit einer Namensliste gesprochen. Das ist schon merkwürdig, wenn man einfach die Reaktion der Zuhörenden nicht sieht.

00:06:38.000 --> 00:06:44.000
Da freue ich mich schon wieder sehr drauf, wenn dieser Präsenzunterricht möglich ist.

00:06:44.000 --> 00:06:46.000
Wir haben jetzt tatsächlich auch schon die Klausur geschrieben.

00:06:46.000 --> 00:06:52.000
Das heißt aber, dass sich die Studierenden im Rahmen der Klausur das erste Mal persönlich gesehen haben.

00:06:52.000 --> 00:06:57.000
Das ist natürlich nicht die günstigste Situation.

00:06:57.000 --> 00:07:00.000
Wie ist das Feedback der Studierenden?

00:07:00.000 --> 00:07:06.000
Tatsächlich sehr gut. Auch dadurch, dass Rückfragen tatsächlich im Rahmen dieser Tutorien gelöst werden konnten,

00:07:06.000 --> 00:07:14.000
habe ich bislang eigentlich nur positives Feedback bekommen. Am Anfang waren sie nicht so einverstanden mit der Länge der Einheiten,

00:07:14.000 --> 00:07:20.000
das haben wir tatsächlich nach dem zweiten Kapitel angepasst, weil ich da einfach, wie gesagt, kein Gefühl für hatte.

00:07:20.000 --> 00:07:26.000
Aber das Feedback war sehr gut. Ich glaube allerdings auch, dass es auch durchaus sehr gut war,

00:07:26.000 --> 00:07:36.000
weil einfach andere Lehrkräfte nicht die zeitliche Kapazität gehabt haben, so viel Aufwand in eine Lehrveranstaltung zu stecken.

00:07:36.000 --> 00:07:45.000
Da war vielleicht auch ein Stück weit der Vergleich mit ein Grund, weshalb die Art und Weise, wie ich das gemacht habe, sehr gut aufgenommen wurde.

00:07:45.000 --> 00:07:49.000
Wie fühlt es sich an, plötzlich das geplante Blended-Learning-Konzept digital zu transferieren?

00:07:49.000 --> 00:07:52.000
Eigentlich hat sich angefühlt wie die Konzeptionierung einer völlig neuen Lehrveranstaltung.

00:07:52.000 --> 00:08:01.000
Einfach weil dieses Element, dass ich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen den Stoff vermittle,

00:08:01.000 --> 00:08:07.000
das fällt halt weg. Größtenteils... natürlich gibt's, wie gesagt, diese Präsenzveranstaltung,

00:08:07.000 --> 00:08:12.000
aber die Vermittlung des Lernstoffes erfolgt schriftlich.

00:08:12.000 --> 00:08:17.000
Das hat nochmal ein komplettes Umdenken nötig gemacht.

00:08:17.000 --> 00:08:22.000
Es war am Anfang ungewohnt. Ich habe mich da relativ schnell eingefunden,

00:08:22.000 --> 00:08:28.000
auch so ein bisschen in meinen Schreibstil. Und wie muss ich das formulieren? Da kam dann auch Feedback: Ich formuliere zu kompliziert.

00:08:28.000 --> 00:08:37.000
Das habe ich dann im weiteren Verlauf der Vorlesung oder der Lehrveranstaltung versucht, besser zu machen.

00:08:37.000 --> 00:08:41.000
Aber es war sehr neu, aber interessant

00:08:41.000 --> 00:08:53.000
und ich hatte Gott sei Dank große Hilfe auch von einer studentischen Hilfskraft, der mich eben bei der Umsetzung in die digitale Form unterstützt hat.

00:08:53.000 --> 00:09:01.000
Das war ganz großartig. Das heißt, ich habe hauptsächlich mit der Konzeptionierung zu tun gehabt. Das war eine sehr gute Aufgabenteilung.

00:09:01.000 --> 00:09:05.000
Wie sind Sie praktisch bei der didaktischen Umsetzung vorgegangen?

00:09:05.000 --> 00:09:07.000
Ich habe letztlich meinen alten Folien Satz als Basis genommen.

00:09:07.000 --> 00:09:12.000
Es hat sich auch entsprechend am Inhalt der Lehrveranstaltungen nicht groß was verändert, vielleicht in Details.

00:09:12.000 --> 00:09:16.000
Aber eigentlich ist der Inhalt ähnlich geblieben.

00:09:16.000 --> 00:09:20.000
Schon alleine aus dem Grund, weil ich ja auch immer aus dem letzten Jahr noch Leute habe, die schreiben müssen,

00:09:20.000 --> 00:09:26.000
um denen das ein Stück weit zu vereinfachen, dass die sich nicht mit völlig neuen Sachverhalten auseinandersetzen müssen...

00:09:26.000 --> 00:09:33.000
Und Kostenrechnungen ist einfach so ein Basisfach. Da gibt's einen gewissen "stock" an Material, das muss vermittelt werden

00:09:33.000 --> 00:09:41.000
und von daher habe ich tatsächlich meinen Alten Foliensatz genutzt und ich benutze gerne die Notizfelder.

00:09:41.000 --> 00:09:52.000
Das heißt ich habe unten in den Notizfeldern immer meine Tonspur stehen. Letztlich habe ich dann auf Basis dieser Tonspur dann auch die Texte produziert.

00:09:52.000 --> 00:10:00.000
Das Ganze hab ich dann entsprechend ergänzt durch Grafiken, Übungsaufgaben, Rechenbeispiele, auch um das Ganze ein bisschen aufzulockern,

00:10:00.000 --> 00:10:07.000
weil reiner Text ist einfach sehr ermüdend und habe dann neben den Lernbar-Modulen,

00:10:07.000 --> 00:10:13.000
was wie gesagt der Kern der Lehrveranstaltung ist, auch immer geschaut, ob ich passende Texte aus Fachzeitschriften habe.

00:10:13.000 --> 00:10:18.000
Ich habe Lehr-Videos auf YouTube verlinkt von anderen, die ich gut fand.

00:10:18.000 --> 00:10:31.000
Letztlich gab's dann zu jedem Kapitel in Ilias als Kern die Lernbar-Module und dann entsprechend ergänzendes Material: Artikel, Videos,

00:10:31.000 --> 00:10:38.000
Die entsprechenden Kapitel in den Lehrbüchern bzw. Hinweise auf die Kapitel.

00:10:38.000 --> 00:10:44.000
So bin ich eigentlich vorgegangen, also sehr stark orientiert an der alten Vorlesung von der Struktur.

00:10:44.000 --> 00:10:47.000
Haben Sie die Lerninhalte zeitlich gestaffelt?

00:10:47.000 --> 00:10:54.000
Also ich habe es tatsächlich gestaffelt. Schon alleine deshalb, weil wir erst kurz vor Beginn des Semesters mit der Umsetzung angefangen haben.

00:10:54.000 --> 00:11:01.000
Das heißt, wir waren Anfang des Semesters noch überhaupt nicht fertig. Wir haben das praktisch sukzessive im Laufe des Semesters umgesetzt.

00:11:01.000 --> 00:11:07.000
Ich glaube, das ist grundsätzlich auch ganz gut, weil die Studierenden dann nicht von vornherein mit einer Unmenge an Material erschlagen werden,

00:11:07.000 --> 00:11:13.000
sondern sie haben immer nur das freigeschaltet bekommen, was sie jetzt akut gebraucht haben.

00:11:13.000 --> 00:11:19.000
Wo liegt der Unterschied zwischen Lernbar-Lerneinheiten und ursprünglicher Präsenzlehre?

00:11:19.000 --> 00:11:28.000
Also der Lehrinhalt ist mehr oder weniger der gleiche geblieben. Aus den Gründen, dass es sich um eine Grundlagenveranstaltung handelt.

00:11:28.000 --> 00:11:31.000
Aber was glaube ich auch der große Unterschied konzeptionell ist,

00:11:31.000 --> 00:11:40.000
dass die Studierenden jetzt im Zusammenhang mit den Lernbar-Modulen ihr eigenes Lerntempo anschlagen können. Kostenrechnung ist ein Fach,

00:11:40.000 --> 00:11:43.000
wo einfach die Inhalte sehr stark aufeinander aufbauen.

00:11:43.000 --> 00:11:48.000
Das heißt, wenn man irgendwo im zweiten oder dritten Kapitel geistig aussteigt, dann hat man eigentlich schon verloren.

00:11:48.000 --> 00:11:53.000
Und die Erfahrung habe ich in den letzten Semestern gemacht.

00:11:53.000 --> 00:11:59.000
Gerade wenn mal schüchterne Studenten, die sich nicht trauen zu sagen: "Frau Strub, das war zu schnell, können Sie das bitte nochmal erklären?"

00:11:59.000 --> 00:12:04.000
Oder wenn man Studenten hat, die sich nicht konsequent hinsetzen und alles hinterher nochmal nacharbeiten

00:12:04.000 --> 00:12:08.000
- und das ist, glaube ich, eher die Regel als die Ausnahme -

00:12:08.000 --> 00:12:15.000
profitiert man im Zusammenhang mit den Lernbar-Modulen einfach davon, dass jeder Studierende individuell festlegen kann,

00:12:15.000 --> 00:12:20.000
wie schnell er lernen will, wie häufig er sich Sachen vielleicht nochmal angucken will.

00:12:20.000 --> 00:12:32.000
Das war jetzt eigentlich für mich der größte Unterschied, jetzt nicht unbedingt auf den Inhalt bezogen, aber auf die Lernfähigkeit.

00:12:32.000 --> 00:12:39.000
Das da einfach der große Vorteil besteht, dass unabhängig von der Persönlichkeit, ob man sich traut zu sagen: "Könnten Sie nochmal...?" oder eben nicht,

00:12:39.000 --> 00:12:45.000
dass man die Möglichkeit hat, so zu lernen und in der Geschwindigkeit zu lernen die einem selber liegt.

00:12:45.000 --> 00:12:48.000
Gab es während der Lerneinheiten Rückfragen von Studierenden?

00:12:48.000 --> 00:12:53.000
Ja, die habe ich aber auch ganz konkret eingefordert. Zum einen immer wieder:

00:12:53.000 --> 00:12:58.000
Ich habe dann auch manchmal eine Mail geschrieben: "Hier, der nächste Inhalt ist online. Wenn Sie Fragen haben, bitte melden Sie sich!"

00:12:58.000 --> 00:13:05.000
Ich habe tatsächlich auch zu jedem Kapitel eine kleine Umfrage online gestellt, wo es darum ging, war die Struktur in Ordnung?

00:13:05.000 --> 00:13:12.000
War der Inhalt nachvollziehbar? Gibt es Verbesserungspotenzial? Das habe ich wirklich zu jedem Kapitel hochgeladen.

00:13:12.000 --> 00:13:18.000
Das wurde nicht von vielen ausgefüllt. Aber diejenigen, die es ausgefüllt haben, haben das durchaus auch benutzt und Fragen zu stellen.

00:13:18.000 --> 00:13:22.000
Das war dann entsprechend auch die Grundlage für meine Vorbereitung für diese Onlinetutorien.

00:13:22.000 --> 00:13:28.000
Also zum einen das was ich per Mail bekommen habe, zum anderen das was ich über diese Umfrage bekommen habe.

00:13:28.000 --> 00:13:31.000
Und das hat gut funktioniert.

00:13:31.000 --> 00:13:37.000
Da haben die Studierenden... Man hat gemerkt, aber das ist genau die gleiche Situation wie in einer Vorlesung:

00:13:37.000 --> 00:13:41.000
Es gab 4 -5 Leute, die haben sich immer wieder gemeldet. Die hatten immer wieder Fragen.

00:13:41.000 --> 00:13:47.000
Das ist genau das gleiche Live-Situation. Man hat immer 4 - 5 Menschen, die aktiv mitarbeiten und auch immer wieder Fragen stellen.

00:13:47.000 --> 00:13:56.000
Das fand ich ganz spannend. Das einfach die Muster sich sehr stark gleichen, obwohl man eigentlich in einer ziemlich anonymen Situation ist.

00:13:56.000 --> 00:14:01.000
Aber es gab schon auch Feedback und auch relativ regelmäßig.

00:14:01.000 --> 00:14:05.000
Warum haben Sie sich nicht für eine klassische Aufzeichnung entschieden?

00:14:05.000 --> 00:14:10.000
Ich glaube, es war letztlich Geschmacksache, weil ich mir selber für mich nicht vorstellen konnte,

00:14:10.000 --> 00:14:14.000
stundenlang vor Videos zu sitzen und mitzuschreiben.

00:14:14.000 --> 00:14:25.000
Weil, ich finde es schon sehr, sehr anstrengend, einer Vorlesung zu folgen, wenn die ausschließlich aus Frontalunterricht besteht.

00:14:25.000 --> 00:14:29.000
Klar kann man bei Videos irgendwann auf den Knopf drücken und Dinge auch wiederholen.

00:14:29.000 --> 00:14:37.000
Aber ich persönlich finde das ziemlich ermüdend und habe dann für mich beschlossen,

00:14:37.000 --> 00:14:45.000
dass das nicht der Weg ist, wie ich den Stoff vermitteln möchte. Mal ganz davon abgesehen, dass ich kein großer Fan von mir auf Video bin.

00:14:45.000 --> 00:14:50.000
Welchen Vorteil ziehen Sie aus dem Einsatz der Lernbar-Module für die Studierenden und sich als Lehrende?

00:14:50.000 --> 00:14:58.000
Hauptpunkt: Lernen im eigenen Tempo. Das ist ein ganz, ganz großer Vorteil für die Studierenden.

00:14:58.000 --> 00:15:00.000
Dass sie eben nicht darauf angewiesen sind...

00:15:00.000 --> 00:15:06.000
Und ich weiß, dass ich schnell spreche und weiß, dass ich manchmal vielleicht auch ein bisschen zu schnell unterrichte.

00:15:06.000 --> 00:15:13.000
Das versuche ich gegenzusteuern. Das gelingt nicht immer. Ich bekomme aber auch nicht immer Feedback, dass es zu schnell war.

00:15:13.000 --> 00:15:21.000
Und so kann jetzt entsprechend die Präsenzzeit genutzt werden, um Knackpunkte zu klären und auch Übungsaufgaben gemeinsam nochmal durchzugehen.

00:15:21.000 --> 00:15:32.000
Und ich glaube auch weil häufig nicht nachgearbeitet wird, entstehen Fragen erst kurz vor der Klausur, wenn man sich den Stoff zusammen schreibt.

00:15:32.000 --> 00:15:38.000
Und dadurch, dass man eben durch dieses Blended-Learning sich den Stoff selber beibringt, entstehen Fragen viel früher.

00:15:38.000 --> 00:15:42.000
Das heißt, offene Fragen können vielleicht wirklich noch im Laufe des Semesters geklärt werden.

00:15:42.000 --> 00:15:48.000
Ich bin mir auch immer ziemlich sicher, dass, wenn eine Frage kommt, nicht nur derjenige, der die Frage stellt, jetzt diese Frage hat,

00:15:48.000 --> 00:15:55.000
sondern, dass es bestimmt noch andere gibt, die die gleiche Frage hatten und sich vielleicht einfach nicht getraut haben, sie zu stellen.

00:15:55.000 --> 00:16:02.000
Und ich finde es im Rahmen des Blended-Learning deutlich einfacher, einen Medien-Mix einzusetzen.

00:16:02.000 --> 00:16:09.000
Ich tue mir wirklich schwer damit, im Rahmen einer frontal Präsenzvorlesung ein Video abzuspielen.

00:16:09.000 --> 00:16:15.000
Wenn man aber ein Video in so einem Online-Setting verlinkt,

00:16:15.000 --> 00:16:20.000
da kann dann jeder entscheiden: Schaue ich mir das an oder lasse ich es eben bleiben?

00:16:20.000 --> 00:16:25.000
Gerade dieser Mix an Medien, einfach um auch der Ermüdung vorzubeugen,

00:16:25.000 --> 00:16:30.000
das funktioniert einfach in einem Blended-Learning Konzept wirklich sehr, sehr gut.

00:16:30.000 --> 00:16:37.000
Vielleicht ist man ein bisschen flexibler, auch was das Thema angeht, wenn man irgendwie mal Vortragsveranstaltungen hat oder sowas,

00:16:37.000 --> 00:16:44.000
wo dann unter Umständen entweder Vorlesungen ausfallen oder man die irgendwo hin schieben lassen muss.

00:16:44.000 --> 00:16:47.000
Da ist man einfach ein bisschen flexibler zu sagen: "So, jetzt bin ich mal ausnahmsweise nicht da,

00:16:47.000 --> 00:16:56.000
aber Sie wissen ja, was zu tun ist." Ansonsten muss ich jetzt einfach vielleicht auch mal nächstes Jahr abwarten, wenn ich das Ganze wieder einsetze,

00:16:56.000 --> 00:17:01.000
das ist schon geplant, dass dieses Konzept beibehalten wird,

00:17:01.000 --> 00:17:04.000
ob es für mich einfach auch ein Stück Zeitersparnis darstellt,

00:17:04.000 --> 00:17:13.000
weil ich das Material jetzt wirklich einmal sehr sorgfältig aufgearbeitet habe und jetzt letztlich nur noch praktisch

00:17:13.000 --> 00:17:21.000
diese Präsenzveranstaltung zur Intensivierung, oder zur tieferen

00:17:21.000 --> 00:17:29.000
Erläuterung der Sachverhalte habe, aber mich eben nicht mehr auf jede einzelne Vorlesung mit der entsprechenden Theorie,

00:17:29.000 --> 00:17:33.000
wo man sich dann doch auch immer wieder einlesen muss, vorbereiten muss.

00:17:33.000 --> 00:17:40.000
Weil die Vorlesung findet bei uns auch nur einmal im Jahr statt. Ich bin mittlerweile ziemlich gut drinnen, im Thema,

00:17:40.000 --> 00:17:47.000
aber trotzdem: Man muss sich jedes Jahr wieder neu einlesen. Vielleicht fällt das ein Stück weit weg. Ich weiß es nicht.

00:17:47.000 --> 00:17:51.000
Gab es Herausforderungen im Bezug auf die eigene Medienkompetenz?

00:17:51.000 --> 00:18:01.000
Es war tatsächlich insofern kein Thema, als dass praktisch die Umsetzung das Setup von dem Modul, mein HiWi gemacht hat.

00:18:01.000 --> 00:18:05.000
Das heißt, das ist jetzt auch noch ein Punkt, der noch aussteht. Er ist nächstes Jahr mit seinem Studium fertig.

00:18:05.000 --> 00:18:14.000
Das heißt, es steht mir dann nicht mehr zur Verfügung. Das werde ich morgen angehen, dass wir uns mal zusammensetzen und er mir mal eine Einweisung gibt:

00:18:14.000 --> 00:18:16.000
Wie erstelle ich so ein Lernbar-Modul?

00:18:16.000 --> 00:18:21.000
So in Grundzügen weiß ich das, aber er hat auch zwei, drei Wochen gebraucht um sich da reinzufuchsen.

00:18:21.000 --> 00:18:28.000
Er hat gesagt, die ersten paar Lernbar-Module haben ewig gedauert und am Ende war das ratzfatz erledigt.

00:18:28.000 --> 00:18:32.000
Ich habe halt das Konzept für die Lernbar-Module in PowerPoint gemacht.

00:18:32.000 --> 00:18:43.000
Das heißt genauso wie sonst meine meine Präsentation. Und die Umfragen habe ich selber gemacht in Ilias. Das war überhaupt kein Problem.

00:18:43.000 --> 00:18:46.000
Alles Dinge, das muss man sich einmal angucken. Da muss man sich einmal rein wurschteln.

00:18:46.000 --> 00:18:51.000
Das dauert am Anfang ein bisschen länger. Aber irgendwann hat man sich dran gewöhnt.

00:18:51.000 --> 00:18:53.000
Das war eigentlich für mich kein Problem.

00:18:53.000 --> 00:19:00.000
Ich bin jetzt mal gespannt, wie es wird, wenn ich mich jetzt tatsächlich auch in die Erstellung der eigentlichen Module einarbeiten muss.

00:19:00.000 --> 00:19:04.000
Aber ich habe da eigentlich keine Bedenken, dass das irgendwie funktioniert.

00:19:04.000 --> 00:19:13.000
Mal abgesehen davon, dass wir auch ein sehr hilfsbereites und sehr fittes E-Learning-Team bei uns an der Hochschule haben, die da immer gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

00:19:13.000 --> 00:19:17.000
Abschließende Gedanken und Worte

00:19:17.000 --> 00:19:22.000
Dadurch, dass wir tatsächlich letzte Woche schon die Klausur geschrieben haben oder die Studierenden die Klausur schreiben mussten,

00:19:22.000 --> 00:19:27.000
ich das Ganze auch schon korrigiert habe und feststellen musste oder feststellen durfte viel mehr,

00:19:27.000 --> 00:19:30.000
dass ich einen der besten Schnitte in den ganzen vier Jahren hatte

00:19:30.000 --> 00:19:38.000
und auch die Durchfallquote eher unterdurchschnittlich war, muss ich für mich feststellen, dass gerade für Grundlagenmodule

00:19:38.000 --> 00:19:46.000
oder für Module mit einem hohen Anteil an Grundlagenwissen, Blended-Learning wirklich sehr, sehr gut funktioniert.

00:19:46.000 --> 00:19:52.000
Hier geht es auch darum, das unabhängig von meiner Person ein gewisser Lehrinhalte vermittelt werden muss.

00:19:52.000 --> 00:19:57.000
Das Ganze wird natürlich individualisiert, auch durch meine eigenen Erfahrungen.

00:19:57.000 --> 00:20:00.000
Aber da gibt es ja gottseidank immer noch die Präsenzzeit,

00:20:00.000 --> 00:20:07.000
die ich wirklich auch nicht missen möchte, die dann eben zur Individualisierung genutzt werden kann.

00:20:07.000 --> 00:20:12.000
Und wie gesagt, ich finde, für Grundlagenveranstaltungen

00:20:12.000 --> 00:20:26.560
ist das mit dem Blended-Learning wirklich eine gute Sache, die ich gerne auch im nächsten Jahr weiter nutzen möchte.