﻿WEBVTT

00:00:02.430 --> 00:00:04.050
Mein Name ist Hannah Rahel Jäkel.

00:00:04.050 --> 00:00:11.970
Ich arbeite an der Philipps-Universität Marburg, bin dort im Fachbereich 21 und arbeite am Institut für Erziehungswissenschaften

00:00:11.970 --> 00:00:21.440
in der AG außerschulische Jugendbildung. Die Lehre in Nicht Coruna Zeiten ist als Präsenz Lehrer aufgebaut.

00:00:21.440 --> 00:00:32.600
Ich gebe sowohl Seminare als auch Vorlesungen. Das heißt, ich habe entweder Seminare im Umfang von bis zu 30 oder bis zu 60 Studierenden, je nachdem,

00:00:32.600 --> 00:00:44.970
ob es sich um Seminare oder Pro- Seminare handelt oder auch Vorlesungsformate von ungefähr 200 Studierenden.

00:00:44.970 --> 00:00:50.310
Die zentralen Herausforderungen bei der digitalen Umstellung lagen darin,

00:00:50.310 --> 00:00:57.930
dass sehr unterschiedliche Voraussetzungen bei den Studierenden gegeben waren, die wir natürlich berücksichtigen sollten und wollten.

00:00:57.930 --> 00:01:00.240
Wir konnten also nicht unbedingt davon ausgehen,

00:01:00.240 --> 00:01:06.210
dass alle Studierenden die entsprechenden digitalen Endgeräte haben und die entsprechende Infrastruktur,

00:01:06.210 --> 00:01:13.620
um an sehr aufwendigen Lehrgelegenheiten, Lehrmethoden teilzunehmen.

00:01:13.620 --> 00:01:15.420
Eine Herausforderung lag auch darin,

00:01:15.420 --> 00:01:28.290
dass es dann doch recht kurzfristig war und schon fertiggestellte Konzepte möglichst passgenau ins Digitale umgestaltet werden sollten.

00:01:28.290 --> 00:01:33.420
Aktuell im Sommersemester findet die Lehre digital statt, das heißt,

00:01:33.420 --> 00:01:39.600
es findet absolut keine Präsenz statt, sämtliche Lehrveranstaltungen werden digital abgehalten.

00:01:39.600 --> 00:01:42.990
An der Universität Marburg benutzen wir dafür ILIAS, das heißt,

00:01:42.990 --> 00:01:53.060
die Lehre findet über ILIAS und oder über Mail Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden statt.

00:01:53.060 --> 00:02:01.280
Das Feedback der Studierenden ist recht unterschiedlich, was daran liegt, dass die Studierenden sehr unterschiedliche Vorlieben haben.

00:02:01.280 --> 00:02:06.920
Im Großen und Ganzen ist es für das Seminar, das ich gegeben habe, sehr positiv ausgefallen,

00:02:06.920 --> 00:02:12.290
wenn auch einige Studierende angemerkt haben, dass sie mit der allgemeinen Situation überfordert waren,

00:02:12.290 --> 00:02:16.640
was nicht spezifisch am Seminar, sondern eben an den Umständen lag, und auch daran,

00:02:16.640 --> 00:02:27.800
dass sie sich sehr den Präsenzbetrieb und das gegenseitige Miteinander und den Face to Face Austausch zurückwünschen würden.

00:02:27.800 --> 00:02:33.110
Mein Seminar beschäftigte sich mit Medienpädagogik und war derart aufgebaut,

00:02:33.110 --> 00:02:37.790
dass ich in Zusammenarbeit mit der Seminar Gruppe einen Selbstlernmodul erstellt habe.

00:02:37.790 --> 00:02:44.660
Es war eine kollaborative Arbeit. In diesem Selbstlernmodul sollte es auch um Medienpädagogik gehen.

00:02:44.660 --> 00:02:47.420
Das heißt, alle Themen, die wir im Seminar behandelt haben,

00:02:47.420 --> 00:02:56.760
wurden gleichsam in das Selbstlernmodul übertragen und entsprechend didaktisch aufbereitet.

00:02:56.760 --> 00:03:03.170
Und da einer selbst Lerneinheiten in ILIAS, kann man sich ein Modul didaktisch aufbereiteter digitaler Inhalte vorstellen,

00:03:03.170 --> 00:03:06.470
bestenfalls inklusive interaktiver Übungen,

00:03:06.470 --> 00:03:15.000
die zum eigenständigen und selbst gesteuerten Lernen über digitale Internet Endgeräte stattfinden kann.

00:03:15.000 --> 00:03:18.870
Der Einsatzzweck in meinem Kontext war mehrfach.

00:03:18.870 --> 00:03:24.770
Zum einen war es ein gut geeignetes Einsatztool für die digitale Lehre, die ich machen wollte.

00:03:24.770 --> 00:03:30.780
Also auf einer basalen Ebene konnte es gut genutzt werden, um entsprechende Informationen an die Studierenden zu vermitteln.

00:03:30.780 --> 00:03:38.850
Zum anderen war es aber auch eine Möglichkeit, interaktive Formate einzubinden, und zwar nicht nur, weil sie interaktiv arbeiten sollten,

00:03:38.850 --> 00:03:45.600
sondern auch, weil es eine dauerhafte Sicherung der Ergebnisse dieser Arbeitsphasen für die Studierenden sicherstellt.

00:03:45.600 --> 00:03:50.730
Sie konnten sich selbst überlegen: Was sind notwendige Anforderungen an digitale Inhalte?

00:03:50.730 --> 00:03:53.820
Wie muss etwas gestaltet werden? Wie muss das aufgebaut sein?

00:03:53.820 --> 00:03:59.950
Das heißt, sie haben sich nicht nur thematisch, sondern auch gleich methodisch mit ihrem Seminar Thema auseinandergesetzt

00:03:59.950 --> 00:04:03.470
und es hatte den multinationalen Faktor, dass sie ganz genau wussten nicht mal,

00:04:03.470 --> 00:04:06.990
dass jetzt, nicht nur weil ich mich irgendwie interaktiv beteiligen soll,

00:04:06.990 --> 00:04:11.430
sondern am Ende steht ein Endprodukt, das ich sehen und das auch weiterverwendet werden kann.

00:04:11.430 --> 00:04:15.840
Ich habe sie also nicht nur als Rezipienten angesprochen,

00:04:15.840 --> 00:04:24.030
sondern auch als quasi produzierende und als künftige professionelle Pädagogen im Umfeld von Bildung und Pädagogik.

00:04:24.030 --> 00:04:31.200
Sie konnten selbst etwas gestalten und konnten so auch die Erfahrung sammeln, dass sie in der Lage sind, ein Selbstlernmodul aufzustellen.

00:04:31.200 --> 00:04:35.340
Sie werden sich das, wenn es fertig ist, auch hoffentlich alle noch angucken können.

00:04:35.340 --> 00:04:40.500
Und zusätzlich konnten sie so auch tiefer in die Bearbeitung mit ILIAS einsteigen,

00:04:40.500 --> 00:04:47.490
was gerade für das Seminar mit digitaler Lehre sehr hilfreich war, da viele noch nicht sehr tief in die Funktion von ILIAS eingedrungen waren.

00:04:47.490 --> 00:04:55.400
Und auf die Art und Weise konnten sie eben auch die Lernplattform kennenlernen, mit der sie hauptsächlich in diesem Semester zu tun hatten.

00:04:55.400 --> 00:05:02.630
Die Lernziele des Seminars lagen darin, dass die Teilnehmenden die Theorien und Konzepte zu Medienaneignung,

00:05:02.630 --> 00:05:06.560
Medienbildung und Medienkompetenzen kennenlernen sollten.

00:05:06.560 --> 00:05:14.750
Sie sollten einen grundständigen Überblick über die Medien, geschichtliche Entwicklungen in Hinsicht auf Bildung und Bildungskontexte kennen.

00:05:14.750 --> 00:05:21.800
Sie sollten verschiedene Einsatzbereiche und Formen von digitalen Medien für pädagogische Handlungsfelder kennenlernen.

00:05:21.800 --> 00:05:28.850
Sie sollten die zentralen Diskussionen und Diskurse der medienpädagogischen Fachdiskussion kennenlernen

00:05:28.850 --> 00:05:33.570
und sollten diese auch unter Bezugnahme auf empirische Erkenntnisse kritisch reflektieren könnten.

00:05:33.570 --> 00:05:40.700
Und sie sollten ein empirisch fundiertes Verständnis für die proklamierten Potenziale und Herausforderungen von digitalen Medien erhalten.

00:05:40.700 --> 00:05:44.330
Inhalte dazu waren die Geschichte zur Medienbildung,

00:05:44.330 --> 00:05:50.930
Ansätze zu Medienkompetenz, Medienbildung, Medienpädagogik, Mediensozialisation und Medienarbeit.

00:05:50.930 --> 00:05:55.610
Wir haben ausführlich über Digitalisierung gesprochen, auch anhand von Zahlen und Fakten zu Medienausstattung

00:05:55.610 --> 00:05:59.000
und Nutzungsverhalten in Deutschland und international.

00:05:59.000 --> 00:06:07.160
Wir haben uns verschiedene Medientheorie angeguckt, beispielsweise McLuhan, Bourdieu und Luhmann unter dem Punkt Medien und Systeme.

00:06:07.160 --> 00:06:12.980
Wir haben etwas zu digitalem Lernen und Lehren gemacht und uns spezifische pädagogische Herausforderungen angeguckt,

00:06:12.980 --> 00:06:23.000
wie beispielsweise Fake News, Hate Speech, Cybermobbing, Datenschutz, soziale Netzwerke und ähnliches.

00:06:23.000 --> 00:06:28.760
Das Selbstlernmodul und die Einheit dieser Herstellungsprozesse war derart gestaltet,

00:06:28.760 --> 00:06:35.570
dass ich das Seminar schon vorab in Level unterteilt habe, also Level, die passend zu den Inhalten aufbereitet waren.

00:06:35.570 --> 00:06:40.250
Wir sind mit Mediengeschichte im Bildungskontext beispielsweise eingestiegen.

00:06:40.250 --> 00:06:43.850
Ich habe vorab, bevor das Semester gestartet ist,

00:06:43.850 --> 00:06:52.040
die Struktur des Selbstlernmoduls entsprechend der Level aufgestellt und habe zu jedem Level initialen Content eingestellt,

00:06:52.040 --> 00:06:59.570
der von mir quasi als Input bereitgestellt wurde, der die Basis der Thematik abgedeckt hat, das heißt,

00:06:59.570 --> 00:07:05.780
der auf wichtige Diskurse, auf wichtige Autoren, Argumente und Fachrichtungen in diesem Punkt verwiesen hat.

00:07:05.780 --> 00:07:13.130
Dann folgte darauf immer die Aufgabenstellung für die Arbeitsphasen der Seminar A-Gruppe mit einem entsprechenden Hinweis darauf,

00:07:13.130 --> 00:07:16.370
wie sie sich in ILIAS organisieren und strukturieren können,

00:07:16.370 --> 00:07:24.830
das heißt simultan zum Selbstlernmodul gab es für jedes Level in ILIAS einen eigenen Bereich, eigene Ordnerstrukturen,

00:07:24.830 --> 00:07:30.800
indem beispielsweise Chats und Etherpads angelegt waren, in denen die Studierenden aber auch frei ausprobieren konnten.

00:07:30.800 --> 00:07:32.420
Ich habe ihnen entsprechende Rechte erteilt,

00:07:32.420 --> 00:07:38.660
damit sie Blogs und Wikis und alles Mögliche selbst erstellen können, so wie es der Arbeitsprozess verlangt.

00:07:38.660 --> 00:07:44.930
Dort haben sie dann die Aufgabenstellung bearbeitet, die Inhalte für sich erschlossen, die dort bereitstanden, haben selbst überlegt

00:07:44.930 --> 00:07:47.660
in welcher didaktischen Form kann man das am besten präsentieren,

00:07:47.660 --> 00:07:56.540
damit es eine gute Passung in ein digitales Modul hat und kurz bevor das nächste Level gestartet ist, bevor das freigegeben wurde

00:07:56.540 --> 00:07:59.090
sollte die Aufgabe dann fertig bearbeitet sein.

00:07:59.090 --> 00:08:07.880
Ich war in der Zeit zum Feedback geben, Fragen beantworten und als Input Quelle für die Studierenden ansprechbar.

00:08:07.880 --> 00:08:16.010
Habe mich auch in Kleingruppenarbeiten in der Organisation immer mal wieder gemeldet und Feedback dazu gegeben, was sie gerade erstellen.

00:08:16.010 --> 00:08:20.600
Dann habe ich ausgewählt, welche Inhalte in das Lernmodul eingebunden werden sollen und können,

00:08:20.600 --> 00:08:25.010
habe die eingebunden und dann startete das neue Level mit dem ähnlichen Prozess.

00:08:25.010 --> 00:08:28.520
Das heißt, dass Selbstlernmodul war immer möglichst gleich aufgebaut,

00:08:28.520 --> 00:08:32.000
damit es eine einfache Struktur hatte, in der sie sich schnell zurechtfinden konnten.

00:08:32.000 --> 00:08:36.260
Und alles, was im Rahmen von ILIAS, der Funktion die ILIAS bereitstellt, möglich war,

00:08:36.260 --> 00:08:41.870
konnten die Studierenden zur eigenen Bearbeitung und Organisation nutzen.

00:08:41.870 --> 00:08:47.480
Da das sehr umfangreich war, habe ich mich dazu entschlossen, zu Beginn des Seminars ein Video zu machen,

00:08:47.480 --> 00:08:51.530
indem ich mich als Lehrperson und das Konzept des Seminars vorgestellt habe.

00:08:51.530 --> 00:08:59.390
Darin habe ich die Inhalte angesprochen, die wir bearbeiten werden, die Methoden, die wir nutzen werden, und den groben Ablauf skizziert.

00:08:59.390 --> 00:09:03.650
Ich habe auch festgelegt, dass vor jedem Level, bevor jedes neue Level gestartet ist,

00:09:03.650 --> 00:09:07.370
eine Mail von mir rund gegangen ist, indem dann die spezifischen Inhalte,

00:09:07.370 --> 00:09:14.420
Abläufe und Aufgabenstellungen für dieses Level nochmal drin standen, damit sie alles für sich nochmal nachlesen konnten.

00:09:14.420 --> 00:09:19.220
Zum ersten Level gehörte auch eine digitale Abfrage zur Motivation für das Seminar.

00:09:19.220 --> 00:09:23.870
Aus welchen Gründen sie dieses Seminar besuchen, wie auch Themen, Wünsche und offene Fragen,

00:09:23.870 --> 00:09:27.620
die wir haben, und auch Berufsziele und Wünsche oder Interessen.

00:09:27.620 --> 00:09:33.350
Damit ich die Inhalte möglichst passgenau an die Bedürfnisse der Seminargruppe ausrichten konnte.

00:09:33.350 --> 00:09:40.880
Das geplante didaktische Vorgehen habe ich gerade schon ein bisschen angesprochen Ich habe den initialen Input in jedem Level gegeben,

00:09:40.880 --> 00:09:45.440
damit eine Basis für die Grundlagen bei allen gleich vorhanden war.

00:09:45.440 --> 00:09:52.910
Ich habe relevante Aspekte angedeutet, Diskurse und Argumente aufgegriffen und wichtige Autorinnen in dem Kontext vorgestellt.

00:09:52.910 --> 00:09:57.380
Dann kamen verschiedene variierende Aufgabenstellungen zur tieferen Einarbeitung in die

00:09:57.380 --> 00:10:01.560
Thematik und in die Erstellung entsprechender Inhalte für das digitale Selbstlernmodul,

00:10:01.560 --> 00:10:06.600
die in eigenen Arbeitsphasen bearbeitet werden sollten.

00:10:06.600 --> 00:10:12.100
Für diese Arbeitsphasen habe ich auf ILIAS Räume und Werkzeuge zur Bearbeitung bereitgestellt,

00:10:12.100 --> 00:10:18.040
sodass die Studierenden selbst Kleingruppen bilden konnten, ihren Arbeitsprozess selbst strukturieren konnten.

00:10:18.040 --> 00:10:22.030
Die Arbeitsphasen habe ich begleitet durch Feedback, durch die Beantwortung von Fragen,

00:10:22.030 --> 00:10:26.500
durch Reflektionsanstöße und sollte dies nötig sein, weiterführende Literatur.

00:10:26.500 --> 00:10:34.530
Und dann folgt die Auswahl von Inhalten und die Eingliederung in das Lernmodul.

00:10:34.530 --> 00:10:39.420
Ein wichtiger Punkt für die Motivation der Studierenden war,

00:10:39.420 --> 00:10:44.490
dass ich am Anfang versucht habe, eine persönlichere Beziehung herzustellen,

00:10:44.490 --> 00:10:49.950
indem ich mich selbst vorgestellt habe, indem ich per Video zu sehen war und ganz genau den Aufbau erklärt habe

00:10:49.950 --> 00:10:53.100
und das Vorhaben des Moduls.

00:10:53.100 --> 00:10:58.770
Indem ich sie abgefragt habe, was ihre Interessen und Wünsche sind, konnte ich die Themen möglichst genau auf das anpassen,

00:10:58.770 --> 00:11:03.000
was sie tatsächlich interessiert hat, was als sehr positiv gefeedbacked wurde.

00:11:03.000 --> 00:11:10.020
So konnte ich beispielsweise Praxisbeispiele aus zukünftigen Berufswünsche aufgreifen, was hilfreich war.

00:11:10.020 --> 00:11:16.500
Die Level haben sehr viel dazu beigetragen. Das hab ich auch teilweise in den Chats gesehen und gemeldet bekommen.

00:11:16.500 --> 00:11:21.330
Wieder ein Level abgeschlossen, auf zum nächsten. Das hat sehr gut funktioniert.

00:11:21.330 --> 00:11:30.540
Was ich auch gemerkt habe, ist das eine Livesitzung, in der wir ein praktisches pädagogisches Arbeiten nachgestellt haben,

00:11:30.540 --> 00:11:35.610
im digitalen Raum sehr gut funktioniert hat. Im Präsenzkontext hätte ich das auch getan,

00:11:35.610 --> 00:11:41.790
allerdings hätten wir dann Tische gehabt und wir hätten uns untereinander ausgetauscht. Digital lief das Ganze etwas anders ab.

00:11:41.790 --> 00:11:49.650
In einer Diashow mit Bildern zu entsprechenden Medien. Die Thematik war Medien, Sozialisation und das hat sehr, sehr gut funktioniert.

00:11:49.650 --> 00:11:52.440
Das hat das Gruppengefühl sehr gestärkt.

00:11:52.440 --> 00:12:01.440
Und danach entstand ein reger Austausch auch über fachliche Diskussionen, aber auch über persönliche Erfahrungen mit Medien und Sozialisation.

00:12:01.440 --> 00:12:07.780
Was auch sehr positiv gefeedbacked wurde. Auch das intensive Feedback wurde als sehr positiv wahrgenommen.

00:12:07.780 --> 00:12:10.440
Das heißt, dass ich mich immer mal wieder in den Arbeitsphasen,

00:12:10.440 --> 00:12:16.200
in den Chats und in den Etherpads gemeldet habe und Rückmeldungen zum Stand der Ergebnisse gegeben habe,

00:12:16.200 --> 00:12:21.720
nochmal Fragen und Reflektionsanstöße beigetragen habe. Das hat auch sehr geholfen.

00:12:21.720 --> 00:12:29.850
Das Feedback verhalten war besonders wichtig. Das habe ich auch von mehreren Studierenden individuell gemeldet bekommen nachher per Mail,

00:12:29.850 --> 00:12:38.640
dass es ein Gefühl der Betreuung und des weniger allein Seins im Studium der digitalen Art ermöglicht hat.

00:12:38.640 --> 00:12:45.750
Ich habe von vielen die Rückmeldung gehört, dass sie sehr frustriert waren mit leeren Aufträgen, die nach Schema F abgelaufen sind:

00:12:45.750 --> 00:12:46.890
Hier ist eine Literatur.

00:12:46.890 --> 00:12:55.440
Hier haben sie drei Reflektionsfragen. Reichen sie das bitte ein und vielleicht erhalten Sie eine Rückmeldung zu dem, was Sie eingetragen haben.

00:12:55.440 --> 00:13:03.150
Deswegen empfanden es die Studierenden als sehr hilfreich, da tatsächlich in einen Austausch treten zu können und zu sehen das, was ich mache.

00:13:03.150 --> 00:13:08.100
Das wird irgendwie gewertet und das wird auch wertgeschätzt in dem Sinne.

00:13:08.100 --> 00:13:10.620
Und natürlich trug es zur inhaltlichen Qualität bei,

00:13:10.620 --> 00:13:15.660
dass ich zwischendrin immer wieder drüber gucken konnte und Rückmeldung geben konnte, ob noch etwas Wichtiges fehlt.

00:13:15.660 --> 00:13:22.740
Ob sie sich einen Aspekt genauer angucken sollten, ob irgendwo eine Perspektive noch nicht zur Geltung gekommen ist,

00:13:22.740 --> 00:13:28.920
ob sie einen größeren oder engeren Kontext oder Fokus setzen müssen, ob Sie noch Beispiele machen müssen.

00:13:28.920 --> 00:13:32.670
Und es hat auch sehr geholfen, Inspiration zu geben,

00:13:32.670 --> 00:13:38.130
wie man das dann letztendlich so darstellen und didaktisch aufarbeiten kann, dass es in ein Selbstlernmodul passt.

00:13:38.130 --> 00:13:42.510
Allein schon einfache Anmerkungen wie beispielsweise Sollte das eine Powerpoint sein?

00:13:42.510 --> 00:13:47.790
Oder sollte diese Powerpoint mit Audio Kommentaren hinterlegt sein? Sollte das Videoformat stattfinden?

00:13:47.790 --> 00:13:53.670
Kann man das nicht auch anders gestalten? Und einer der größten Punkte im methodischen Vorgehen war tatsächlich,

00:13:53.670 --> 00:13:58.470
den Studierenden die Bandbreite aufzuzeigen dessen, was im digitalen Kontext möglich ist,

00:13:58.470 --> 00:14:03.030
dass es eben nicht immer ein eingereichter Text sein muss, dass man auch Sprachnachrichten machen kann,

00:14:03.030 --> 00:14:08.200
dass man kleine Podcasts produzieren kann oder Videos und Tutorials machen kann.

00:14:08.200 --> 00:14:16.710
Und nach einer Eingewöhnungsphase sind sie dann auch selbst immer kreativer geworden, haben Mindmaps erstellt, mit Audio Kommentaren versehen.

00:14:16.710 --> 00:14:22.500
Und es war ein sehr, sehr schönes und produktives Arbeiten, das zusammen so möglich war.

00:14:22.500 --> 00:14:29.640
Und auch als Coaching Funktion hatte es tatsächlich einige Vorteile dadurch, dass die Studierenden sehr unterschiedliche Hintergründe hatten,

00:14:29.640 --> 00:14:34.860
auch was die technische Kompetenz und die technischen Vorerfahrungen anging,

00:14:34.860 --> 00:14:42.060
konnte es durchaus passieren, dass ich um 23 Uhr 59 noch eine Nachricht mit der Frage bekommen habe, wie man etwas schneidet,

00:14:42.060 --> 00:14:48.510
wie man Audio Kommentare macht, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, Laptops oder Mikrofone von der Universität zu erhalten.

00:14:48.510 --> 00:14:55.920
Und da war es, denke ich, ganz wichtig für Feedback, ansprechbar zu sein und entsprechende Hilfestellungen und Anleitungen zu geben.

00:14:55.920 --> 00:15:01.040
Wobei ich da natürlich den Luxus der Zukunftswerkstatt bei uns an der Universität Marburg im Rücken hatte,

00:15:01.040 --> 00:15:11.630
dass ich bei allen Fragen, bei denen ich keine sofortige Antwort hatte, schnelle und sehr, sehr gute Hilfestellung bekommen habe.

00:15:11.630 --> 00:15:17.030
Tatsächlich hatte ich im Seminar eine recht diverse Gruppe von Studierenden.

00:15:17.030 --> 00:15:20.450
Im Verlauf des Studiums ist es so angesehen,

00:15:20.450 --> 00:15:27.410
dass ab dem vierten Semester Studierende an diesem vertiefenden Modul teilnehmen im Schwerpunkt außerschulische Jugend und Erwachsenenbildung.

00:15:27.410 --> 00:15:33.650
Ich hatte allerdings auch Studierende aus niedrigeren Semestern, denen ich den Zugang nicht verwehrt habe.

00:15:33.650 --> 00:15:39.830
Ich habe sie darauf hingewiesen, dass es vielleicht etwas anspruchsvoll für sie wird, dort einzusteigen, wenn gewisse Grundlagen fehlen.

00:15:39.830 --> 00:15:47.810
Aber es war die freie Entscheidung, ob sie bleiben oder nicht. Zusätzlich zu dem Hintergrund hatte ich auch zwei Nebenfachstudierende dabei,

00:15:47.810 --> 00:15:52.640
eine aus den Medienwissenschaften und einer aus dem psychologischen Bereich,

00:15:52.640 --> 00:15:55.940
was sehr hilfreich war, weil es noch einmal andere Fachrichtungen eingebracht hat.

00:15:55.940 --> 00:16:02.450
Aber natürlich musste da auch mehr Grundlagen, Basisarbeit aus dem Erziehungs- und Bildungswesen Kontext geleistet werden.

00:16:02.450 --> 00:16:12.050
Der größte Punkt in Diversität lag allerdings tatsächlich in der Vorerfahrung mit Medien, mit digitalem Arbeiten und tatsächlich auch ILIAS.

00:16:12.050 --> 00:16:18.860
Viele der Studierenden kennen ILIAS aus ihrer universitären Praxis davor eher als PDF- Ablageort.

00:16:18.860 --> 00:16:24.560
Dort wird Literatur eingestellt, man liest sie und das darauf erstreckte sich im Regelfall,

00:16:24.560 --> 00:16:33.500
dass so viele Methoden vorhanden sind und dass man sich auch selbst so rein über ILIAS strukturieren kann, war für einige eine sehr neue Erfahrung.

00:16:33.500 --> 00:16:37.220
Entsprechend musste viel technischer Support geleistet werden.

00:16:37.220 --> 00:16:41.310
Einerseits habe ich den punktuell geleistet, andererseits kann ich auch wieder auf die sehr,

00:16:41.310 --> 00:16:43.910
sehr gute Arbeit unserer technischen Unterstützung verweisen,

00:16:43.910 --> 00:16:50.690
sodass wir wirklich zum Start des Semesters ausführliche Leitfäden und Handlungsanweisungen hatten,

00:16:50.690 --> 00:16:55.610
auf die ich einfach immer wieder verweisen konnte und die den Studierenden sehr, sehr weitergeholfen haben.

00:16:55.610 --> 00:17:04.140
Ansonsten war natürlich zu beachten, dass sich alle Methoden, die ich andenke, mit dem Minimum an technischer Ausstattung,

00:17:04.140 --> 00:17:06.500
dass es möglich ist, daran dennoch teilzunehmen.

00:17:06.500 --> 00:17:15.710
Selbst wenn Studierende mir mitgeteilt haben, ich habe kein Laptop, oder wir teilen uns den Computer in der WG, gerade mit fünf Leuten.

00:17:15.710 --> 00:17:20.870
Das musste berücksichtigt werden. Und tatsächlich die sehr, sehr unterschiedlichen Lernarten.

00:17:20.870 --> 00:17:24.710
Da das asynchrone Lehre war und jeder punktuell selbst entscheiden konnte,

00:17:24.710 --> 00:17:28.940
wann er wie einsteigt, war ein Gruppenarbeiten mitunter schwer durchzuführen.

00:17:28.940 --> 00:17:34.450
Da hat dann doch stellenweise das Gruppengefühl gefehlt, das früher gestärkt hätte werden müssen.

00:17:34.450 --> 00:17:38.840
Und teilweise waren dann fünf Leute, die sich das Sonntagnacht angeguckt haben.

00:17:38.840 --> 00:17:43.520
Aber die anderen 30 hatten sich unter der Woche angeguckt, und dann wurde es bisweilen schwer.

00:17:43.520 --> 00:17:53.820
Und dann musste da noch stärker einzeln Unterstützung an manchen Stellen geleistet werden.

00:17:53.820 --> 00:18:01.710
Die selbst ernannte Lerneinheiten, die wir erstellt haben, befindet sich im Moment noch im Verarbeitungsprozess, der von mir geleitet wird.

00:18:01.710 --> 00:18:06.630
Das heißt, ich stelle jetzt alles, was gesammelt und erstellt wurde, kohärent zusammen.

00:18:06.630 --> 00:18:09.020
Ich schreibe noch Fazite, wo das angebracht ist.

00:18:09.020 --> 00:18:16.050
Ich überarbeitet noch die Literatur, verweise und füge weiterführende Literatur an den Stellen an, wo das möglich ist.

00:18:16.050 --> 00:18:21.140
Ein größerer Punkt wird auch noch die Barrierefreiheit sein, die noch deutlich zu überarbeiten ist,

00:18:21.140 --> 00:18:27.160
kein Fokus war, den ich den Studierenden zusätzlich innerhalb der Bearbeitungszeit so stark aufdrücken wollte.

00:18:27.160 --> 00:18:33.600
Ich habe das immer mal wieder angesprochen, aber es existieren einfach Formate, wo das einfacher ist und wo das weniger einfach ist.

00:18:33.600 --> 00:18:38.340
Das wird noch eine Zeit dauern, bis ich das alles überarbeitet habe.

00:18:38.340 --> 00:18:43.270
Und wenn das überarbeitet ist, wird das in den frei zugänglichen Bereich des ILIAS,

00:18:43.270 --> 00:18:54.350
das ILIAS für unsere Universität gestellt, sodass alle interessierten Studierenden sich die Lerninhalte angucken können.

00:18:54.350 --> 00:18:59.430
In Reflektion kann ich sagen, dass ich einiges daraus gelernt und mitgenommen habe.

00:18:59.430 --> 00:19:03.660
Es war vor allem auch für mich ein sehr lehrreicher Prozess zu digitalem Lernen.

00:19:03.660 --> 00:19:10.560
Was ich auf jeden Fall machen würde, ist, noch früher eine Gruppenbildung initiieren und das zu unterstützen.

00:19:10.560 --> 00:19:13.860
Das liegt daran, dass asynchrone Lehrer besondere Herausforderungen hat.

00:19:13.860 --> 00:19:19.050
Und dann ist es sehr, sehr schwer, den Studierenden die Gruppen Organisation völlig selbst zu überlassen.

00:19:19.050 --> 00:19:26.050
Dazu kam viel Feedback. Das heißt, da würde ich noch früher reingehen. Ich würde früher ein Live Format machen.

00:19:26.050 --> 00:19:31.560
Ich glaube, gerade das Format zur Medien Sozialisation hat sehr zur Gruppenbildung beigetragen.

00:19:31.560 --> 00:19:35.640
Das würde ich vermutlich, wenn ich das ein zweites Mal mache, sehr an den Anfang stellen,

00:19:35.640 --> 00:19:39.330
damit sie einfach früher in Austausch kommen, Verbindungen finden.

00:19:39.330 --> 00:19:41.790
Und dann würde ich mit festen Kleingruppen arbeiten,

00:19:41.790 --> 00:19:46.980
damit die Verbindlichkeit gestärkt wird und nicht zwei Leute ein Thema ganz alleine behandeln müssen,

00:19:46.980 --> 00:19:50.610
falls doch jemand über das Seminar ausdroped.

00:19:50.610 --> 00:19:57.720
Ich würde noch stärker und noch früher ins Feedback gehen, was allerdings eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit ist.

00:19:57.720 --> 00:20:05.290
Ich hatte jetzt auch den Luxus, dass das meine einzige Lehrveranstaltung war in diesem Semester, weil eigentlich etwas anderes geplant war.

00:20:05.290 --> 00:20:10.630
Das heißt, ich konnte mir mehr Zeit dafür nehmen. Mir ist auch klar, dass ich das in Zukunft nicht so intensiv machen kann.

00:20:10.630 --> 00:20:15.520
Das heißt, da müssten bessere Wege gefunden werden.

00:20:15.520 --> 00:20:21.570
Und was mir auch gemeldet wurde, ist, dass ein deutlicheres Aufzeigen des Gesamten hilfreich gewesen wäre.

00:20:21.570 --> 00:20:27.930
Am besten anhand eines Schaubildes, sodass die Studierenden von Anfang an Einblick darin haben.

00:20:27.930 --> 00:20:34.290
Was ist alles von vorne bis hinten geplant? Und wo befinden wir uns gerade einen einfachen Blick darauf. Wo sind wir jetzt?

00:20:34.290 --> 00:20:41.730
Und das könnte man beispielsweise umsetzen über Projektmanagementtools wie Planio oder ähnliches, sodass der Workflow unterstützt wird,

00:20:41.730 --> 00:20:46.870
die Zuständigkeiten klarer sind und man immer weiß: Jetzt kommt noch das und das, aber wir haben das schon geschafft.

00:20:46.870 --> 00:20:50.910
Das würde auch sehr gut zu diesem Level und dem Feedback passen.

00:20:50.910 --> 00:20:56.250
Und das könnte man tatsächlich relativ gut automatisieren, wenn man sich einfach am Anfang einmal diese Mühe macht.

00:20:56.250 --> 00:21:14.960
Das würde ich auf jeden Fall ändern.