WEBVTT

1
00:00:07,280 --> 00:00:10,760
So, jetzt müsste wieder alles so sein, wie es sein soll.

2
00:00:11,420 --> 00:00:15,080
Wunderbar! Ganz herzlichen Dank für die Einführung.

3
00:00:15,110 --> 00:00:17,959
Wie gesagt, ich stehe hier heute mit so verschiedenen Hüten,

4
00:00:17,960 --> 00:00:27,020
eigentlich zum einen irgendwie als Vizepräsidentin Bildung der Universität Marburg, dadurch auch als Leiterin des HessenHub-Projektes.

5
00:00:27,320 --> 00:00:33,350
Stehe hier aber heute mit einem speziellen Hut, nämlich dem der Leitung des MarSkills Projektes.

6
00:00:33,800 --> 00:00:42,980
Und das möchte ich jetzt gerne einmal hier vorstellen auch ein bisschen zur Diskussion stellen, weil das ein relativ frisches Projekt ist bei uns.

7
00:00:43,280 --> 00:00:49,250
Und in diese Reihe fügt sich das vielleicht so ein bisschen ein wie so ein Eindruck von der Seitenlinie,

8
00:00:49,730 --> 00:00:58,520
weil das Projekt MarSkills nicht im Zentrum Digitalität und schon gar nicht KI hat.

9
00:00:58,850 --> 00:01:07,040
Aber ich glaube, dass das, was wir hier machen, mit diesem Projekt Ideen geben kann für die Fragen: "Wie können wir denn das Curricula einbinden,

10
00:01:07,040 --> 00:01:09,139
was wir unter der Überschrift Digital Literacy,

11
00:01:09,140 --> 00:01:19,220
Data Literacy oder eben auch Nutzung und Reflexion von künstlichen künstlicher Intelligenz und Tools der künstlichen Intelligenz nutzen können?"

12
00:01:20,570 --> 00:01:27,410
Das heißt, das, was Sie jetzt bekommen, ist eine Vorstellung eines Projektes MarSkills.

13
00:01:29,850 --> 00:01:39,170
Wir haben in den letzten Monaten alle viel gehört über KI gestützte Formate, Textprogramme, Bildprogramme, auch Audioprogramme.

14
00:01:39,180 --> 00:01:43,770
Ich bin gelernte Sprechwissenschaftlerin. Auch das wäre noch mal ein sehr, sehr interessantes Thema.

15
00:01:45,210 --> 00:01:53,790
Worauf ich jetzt konzentriere, sind aber Future Skills an der Universität Marburg und das auf zwei Ebenen.

16
00:01:54,120 --> 00:02:03,720
Ich möchte Ihnen einmal vorstellen, ein Studienbereich, in dem wir das in Marburg wiederfinden und dann ein spezielles Modul, Marburg-Modul,

17
00:02:04,560 --> 00:02:09,960
dass das, wenn Sie so wollen, inter- und transdisziplinäre Herz dieses ganzen Bereiches ist.

18
00:02:13,750 --> 00:02:17,110
Das heißt, ich habe jetzt den Vortrag so ein bisschen dreigeteilt.

19
00:02:17,410 --> 00:02:19,870
Ich möchte am Anfang ein bisschen was zu Future Skills sagen.

20
00:02:19,870 --> 00:02:26,470
Das wird relativ knapp, möchte dann etwas sagen zu der Frage: "Wie bekomme ich denn Future Skills ins Curriculum?"

21
00:02:27,100 --> 00:02:35,630
Und dann drittens im Abschluss das Marburg Modul vorstellen als ein Format um Future Skills und Klammer auf.

22
00:02:35,650 --> 00:02:46,420
Damit aus meiner Sicht das, was wir auch diskutieren, wenn wir KI-Tools und KI diskutieren, zu in die ins Curriculum aufnehmen können.

23
00:02:47,680 --> 00:02:53,920
Was ich nicht tun werde ist, dass ich noch eine Einführung jetzt im ChatGPT oder andere KI-Tools gebe.

24
00:02:54,310 --> 00:02:57,910
Ich denke, das haben wir in den letzten Monaten alle stark gemacht.

25
00:02:57,910 --> 00:03:04,570
Das ist auch ehrlich gesagt nicht meine Expertise, sodass ich mich wirklich auf diesen Punkt jetzt konzentriere.

26
00:03:09,900 --> 00:03:13,410
Und fang an mit der Frage zu Future Skills.

27
00:03:13,410 --> 00:03:21,090
Da bin ich auch nicht die Erste in dieser Reihe, die dazu was sagt. Sie hatten bereits einen Vortrag von Herrn Guckert von der THM.

28
00:03:21,600 --> 00:03:28,110
Der ja auch an der THM den Master Future Skills hat und durchführt.

29
00:03:28,290 --> 00:03:31,680
Und auch er hat ja schon was zu diesem Begriff der Future Skills gesagt.

30
00:03:32,550 --> 00:03:40,020
Ich glaube, was Sie alle kennen und vielleicht auch erfahren haben, ist, dass das so durchaus auch ein Buzzword ist in den letzten Jahren.

31
00:03:40,590 --> 00:03:43,709
Möglicherweise einfach ein anderer Begriff für Schlüsselkompetenzen.

32
00:03:43,710 --> 00:03:47,800
Man weiß es nicht genau bzw. Je nachdem, mit wem man spricht.

33
00:03:47,820 --> 00:03:50,670
Ist es das oder ist es das eben nicht.

34
00:03:50,790 --> 00:03:59,970
Es wird häufig verstanden, gerade in den Studien zum Beispiel oder Erhebung oder Vorschlägen vom Stifterverband, dass das etwas ist, was zum einen

35
00:04:01,080 --> 00:04:11,330
als Kompetenzbereich beschrieben, wird er sehr, sehr eng an Digitalität und Digitalisierung den Kompetenzbereich betrifft,

36
00:04:11,340 --> 00:04:16,230
das heißt etwas, was besonders stark an Kompetenzen angelehnt ist, die notwendig sind,

37
00:04:16,470 --> 00:04:22,410
um zum einen mit einer digitalen Umwelt umgehen zu können und damit häufig auch sehr eng

38
00:04:22,410 --> 00:04:25,860
angebunden sind an die grundsätzliche Frage: "Was brauche ich später im Berufsleben?"

39
00:04:25,860 --> 00:04:34,140
Also Employability als ein Ziel und diese Future Skills als ein Tool, um dieses Employability zu erreichen.

40
00:04:35,550 --> 00:04:40,320
Es gibt aber durchaus auch andere Herangehensweisen und andere Auffassungen.

41
00:04:43,960 --> 00:04:50,260
Dazu komme ich ein ganz klein bisschen später, nur schon so als kleiner Teaser. In Marburg

42
00:04:50,260 --> 00:04:58,989
für das MarSkills-Projekt unterscheiden wir da vier verschiedene Ebenen von Kompetenzen für die für den Bildungsbegriff,

43
00:04:58,990 --> 00:05:07,120
mit dem wir arbeiten, und damit auch für die Future Skills. Persönliche Kompetenzen, soziale Kompetenzen, Arbeitsmarktkompetenzen.

44
00:05:07,120 --> 00:05:16,780
Also da, wo Employability im Zentrum steht und dann, wo das zwei als spezieller Kompetenzbereich, der die Hochschulen und Universitäten betrifft.

45
00:05:18,610 --> 00:05:27,489
Bevor wir jetzt aber noch weiter einsteigen, ich stehe hier natürlich, ich hatte gesagt, ich stehe hier heute mit dem Hut von MarSkills, weil ich

46
00:05:27,490 --> 00:05:32,410
die Projektleitung habe, aber das wissen Sie alle, ich habe vielleicht den Hut auf,

47
00:05:32,770 --> 00:05:38,290
aber eigentlich stehen hier ganz viele mit dabei und die Namen möchte ich doch zumindest einmal nennen.

48
00:05:38,290 --> 00:05:42,340
Das sind in Marburg die, die sich um den Bereich der Future Skills kümmern.

49
00:05:42,850 --> 00:05:51,850
Sebastian Dippelhofer, David Piesk, Anne Kraatz, Katja Franz, Viktoria Ribel-Sencan und auch Zachery Ocampo,

50
00:05:52,030 --> 00:06:01,839
Florian Biermeier, Michael Meinecke, Vera Weigardt, all dies sind Kollegen, die in dem Projekt zusammenarbeiten.

51
00:06:01,840 --> 00:06:05,139
Und ich kann das hier jetzt nur so erzählen, weil wir da so gut zusammenarbeiten.

52
00:06:05,140 --> 00:06:10,120
Das ist mir nochmal wichtig. Also hier nur ich bin quasi nur die, die es erzählt.

53
00:06:13,550 --> 00:06:20,510
Wichtig ist mir, wenn wir jetzt über die Future Skills sprechen und über das Marburg Modul oder den MarSkills-Bereich,

54
00:06:20,750 --> 00:06:28,459
dass wir dabei immer davon ausgehen, dass Digitalität als Bedingung,

55
00:06:28,460 --> 00:06:37,250
aber auch Digitalisierung und damit auch KI-Werkzeug und Bedingung sind und in beiden Weisen auch adressiert werden muss.

56
00:06:37,250 --> 00:06:40,549
Das heißt digitale Werkzeuge sind kein Selbstzweck.

57
00:06:40,550 --> 00:06:46,820
Ich glaube auch das ist wahrscheinlich Konsens hier. Gleichzeitig kann man im Moment in der Diskussion manchmal den Eindruck bekommen,

58
00:06:47,150 --> 00:06:52,160
dass sehr auf das Werkzeug und auf das Können dieses Werkzeuges geschaut wird.

59
00:06:52,520 --> 00:06:59,900
Grundlegend für uns ist aber, dass wir quasi einen Schritt zurücktreten und sagen Wir möchten Studierende in die Lage versetzen,

60
00:07:00,320 --> 00:07:05,050
sich gemeinsam mit anderen, den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen.

61
00:07:05,420 --> 00:07:14,180
Also wozu sind wir Hochschule und Universität? Um Studierende dazu zu befähigen, Kompetenzen zu erwerben, die es ihnen dann ermöglichen,

62
00:07:14,180 --> 00:07:17,780
an Fragen zu arbeiten, die sie noch gar nicht kennen, an Zukunftsfragen.

63
00:07:18,890 --> 00:07:22,190
Und das ist quasi das Bildungsverständnis, das uns prägt

64
00:07:22,190 --> 00:07:28,400
und in dieses Bildungsverständnis bettet sich dann auch ein, wie wir mit KI, mit Digitalität umgehen.

65
00:07:32,230 --> 00:07:35,590
Ich hatte versprochen, es wird ganz praktisch.

66
00:07:37,000 --> 00:07:42,010
Das soll es jetzt auch werden. Denn die Frage ist ja: "Wie bekomme ich denn Future Skills?

67
00:07:42,430 --> 00:07:53,020
Wie bekomme ich denn Kompetenzen im Bereich Digitalität ins Curriculum?" Damit auch so was wie Data und Digital Literacy ins Curriculum?

68
00:07:53,920 --> 00:07:57,219
Und das, was ich jetzt vorstelle, ist eine mögliche Antwort.

69
00:07:57,220 --> 00:07:58,840
Es gibt bestimmt ganz, ganz viele andere.

70
00:07:59,380 --> 00:08:07,480
In Marburg ist diese mögliche Antwort so entstanden, dass wir vor sechs Jahren mit einem Prozess Leitbild-Lehre begonnen haben.

71
00:08:07,480 --> 00:08:13,120
Das werden Sie an Ihren Hochschulen und Universitäten auch entweder gerade tun oder schon abgeschlossen haben.

72
00:08:13,480 --> 00:08:19,300
Und in diesem Prozess Leitbild-Lehre haben wir uns auch daran gemacht, den Bachelor umzustrukturieren.

73
00:08:19,750 --> 00:08:27,100
Das heißt, seit dem letzten Wintersemester haben wir eine neue Struktur in unserem Bachelor-Programm, die sich durchzieht.

74
00:08:27,460 --> 00:08:34,390
Die ist erst mal nicht besonders aufregend. Wir haben jetzt im Prinzip, wenn Sie so wollen, sind wir zurück zur Haupt- und Nebenfach Struktur.

75
00:08:34,420 --> 00:08:38,380
Man kann entweder einen Bachelor als Ein-Fach-Bachelor machen,

76
00:08:38,680 --> 00:08:48,669
also ein ein Fach in ein ganzes Bachelor-Programm packen oder als Haupt- und Nebenfach oder als Haupt-mit zwei Nebenfächern.

77
00:08:48,670 --> 00:08:54,070
Dann dauert das ganze acht Semester. Das erst mal so weit, so bekannt.

78
00:08:54,280 --> 00:08:55,990
Das machen andere Universitäten auch.

79
00:08:56,830 --> 00:09:06,370
Was wir dann uns dazu gearbeitet haben, sind 18 LP, die jeder Studierende und jede Studierende frei wählen kann und muss.

80
00:09:06,700 --> 00:09:11,050
Und das ist der MarSkills-Bereich. Das heißt, wir haben jetzt einen Studienbereich,

81
00:09:11,350 --> 00:09:21,459
der inter- und transdisziplinäre ausgelegt ist und der 18 LP umfasst und den alle Studierende studieren müssen und in dem sie auch frei sind zu wählen,

82
00:09:21,460 --> 00:09:26,140
was immer sie wollen. Ihre Fächer dürfen Vorschläge machen, aber die Studierenden sind frei.

83
00:09:26,920 --> 00:09:30,100
Ziel ist hier, dass unsere Studierenden damit,

84
00:09:30,460 --> 00:09:32,290
sie erinnern sich vielleicht an die erste Folie,

85
00:09:32,770 --> 00:09:42,160
den Blick über den disziplinären Tellerrand wagen und mit Studierenden und Lehrenden aus anderen Disziplinen arbeiten.

86
00:09:44,900 --> 00:09:52,880
Damit das ganze gut funktioniert und klappen kann, haben wir im Moment auch noch Projektgefördert bis ins nächste Jahr,

87
00:09:53,540 --> 00:10:02,059
das MarSkills-Center, das heißt, das ist im Prinzip ähnlich wie Schlüsselkompetenzzentren, eine Organisationseinheit,

88
00:10:02,060 --> 00:10:09,380
die zuständig ist für die Prüfungsorganisation, Lehrorganisation, die also unterstützt und vernetzt und die Kommunikation herstellt,

89
00:10:09,740 --> 00:10:18,410
die aber im Rahmen des Projektes jetzt auch noch die Koordination und die Evaluation des gesamten Bereichs unternimmt und die

90
00:10:18,410 --> 00:10:24,889
auch jetzt im Rahmen des Projektes noch die wissenschaftliche Begleitung und konzeptionelle Weiterentwicklung unternimmt.

91
00:10:24,890 --> 00:10:30,890
Das heißt, wir haben im Moment die für uns angenehme Lage, dass wir sagen können, wir entwickeln gerade so ein Studienbereich,

92
00:10:30,890 --> 00:10:38,480
der essenzieller Bereich ist für alle Bachelor-Studierenden und wir haben gleichzeitig eine Begleitforschung und Begleitevaluation.

93
00:10:42,760 --> 00:10:49,030
Es bleibt noch ein bisschen "hands on". Ich sage nämlich noch ein bisschen genauer etwas zu diesem Studienbereich.

94
00:10:49,450 --> 00:10:59,290
Der ist folgendermaßen aufgegliedert: Der hat insgesamt wie gesagt 18 LP und er gliedert sich in zwei Teile.

95
00:10:59,860 --> 00:11:04,720
Das ist einmal ein, hier steht, dezentrales Kursangebot aus anderen Fachbereichen.

96
00:11:05,230 --> 00:11:09,280
Das heißt, das sind im Prinzip Veranstaltungen für Hörer:innen aller Fakultäten,

97
00:11:09,940 --> 00:11:15,130
die da geöffnet werden und die die Studierenden aus allen Fächern dann wählen können.

98
00:11:16,570 --> 00:11:20,200
Und dann kommen wir zum zentralen Angebot. Auch das gibt es.

99
00:11:20,200 --> 00:11:28,120
Und hier wird es jetzt noch interessanter für die Bereiche, für die Fragen von Future Skills und Digitalität.

100
00:11:28,630 --> 00:11:35,380
Wir haben überfachliche zentrale Angebote des MarSkills-Centers, die zum Beispiel von der Universitätsbibliothek,

101
00:11:35,650 --> 00:11:44,559
der zentralen Allgemeinen Studienberatung, dem International Office, dem Medienzentrum, unserem Digital Office, bereitgestellt werden.

102
00:11:44,560 --> 00:11:53,320
Das sind dann Module wie zum Beispiel Data Literacy, auch Digital Content, Train the Trainer, International Mentoring Skills.

103
00:11:53,740 --> 00:11:58,660
Und das sind alles Module, die unbenotet sind. Haben alle als Prüfungsform im Portfolio.

104
00:11:59,380 --> 00:12:08,260
Und hier gibt es, wie gesagt, zwei Module, die sich explizit einmal um Data Literacy kümmern und Digital Content, also Module,

105
00:12:08,260 --> 00:12:14,590
die im Kern fragen, wie die KI in der Lehre aufnehmen können und eine Sensibilisierung

106
00:12:15,640 --> 00:12:19,990
schaffen können und eine Reflexionskompetenz schaffen können für den Bereich

107
00:12:21,220 --> 00:12:29,680
KI aber im Prinzip für alle Fragen von Umgang mit Daten, Prozessierung von Daten und Grundbedingung von Digitalität,

108
00:12:29,860 --> 00:12:34,120
die aber gleichzeitig auch mit dem Modul Digital Content sagen können.

109
00:12:34,390 --> 00:12:41,850
Wir haben auch ganz klare Möglichkeiten, einfach mal zu probieren: "Wie kann ich denn bestimmte Formate selbst wirklich ausprobieren, anwenden?

110
00:12:41,860 --> 00:12:50,709
Wie geht das?" Es kommen dann dazu auch noch Module wie zum Beispiel akademisches Schreiben und Fremdsprachen, die natürlich auch,

111
00:12:50,710 --> 00:12:58,330
also akademisches Schreiben, ganz besonders sich zentral an auf KI-Fragestellungen kaprizieren.

112
00:12:58,330 --> 00:13:02,049
Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist im Moment an den Hochschulen und Universitäten.

113
00:13:02,050 --> 00:13:09,730
Hier hat es für eine ganz kurze Irritation gesorgt bei uns, als die UB einen Workshop angeboten hat zum Thema Schreiben mit KI.

114
00:13:09,730 --> 00:13:15,250
Das kennen wir ja aus vielen Hochschulen im Moment. Und trotzdem gibt es dann eine kurze Irritation.

115
00:13:17,010 --> 00:13:23,040
Kann man das? Sorgt man damit dafür, dass Leute versuchen, das zu nutzen, um damit unredlich umzugehen?

116
00:13:23,220 --> 00:13:29,460
Wie gehe ich damit um? Das heißt, solche Workshops finden da dann auch statt.

117
00:13:31,670 --> 00:13:39,290
Das ist dieser zentrale MarSkills-Bereich, der aus unserer Sicht die Möglichkeit bietet, Curricula,

118
00:13:39,290 --> 00:13:48,950
eingebunden in diese Module, Inhalte zum Thema KI lernen, Lehre mit KI, lehren noch nicht, lernen mit KI anzubieten.

119
00:13:51,250 --> 00:13:55,480
Und jetzt arbeite ich mich langsam zum Herz des Ganzen vor, wenn Sie so wollen.

120
00:13:59,540 --> 00:14:09,259
Teil dieses fachlichen Angebotes ist das Marburg-Modul und das Marburg-Modul zeichnet sich dadurch aus,

121
00:14:09,260 --> 00:14:18,200
dass es auch im Zentrum dieses gesamten Projektes, dass es ein fachübergreifendes Lehr-Lern-Format ist, das projektbezogen ist,

122
00:14:18,200 --> 00:14:22,670
das selbstständig von den Studierenden organisiert werden kann und muss,

123
00:14:23,720 --> 00:14:31,370
dass einen inter- und transdisziplinären Zugriff auf Fragestellungen bietet und dass dadurch bestimmt ist,

124
00:14:31,370 --> 00:14:37,160
dass zwar Lehrende eine Rolle spielen, aber nicht als zentrale Akteure notwendigerweise.

125
00:14:42,220 --> 00:14:49,660
Das heißt, wenn wir sagen, inter- und transdisziplinäre Zugriff, dass hier verschiedene Fachbereiche und Studiengänge zusammenarbeiten,

126
00:14:49,660 --> 00:14:55,690
auch eine Zusammenarbeit mit außeruniversitären Institutionen nicht nur möglich, sondern gewollt ist,

127
00:14:56,050 --> 00:15:04,360
mit Schulen, mit den Stadtwerken, mit anderen Akteuren in der Gesellschaft und Projekt-

128
00:15:04,360 --> 00:15:07,239
Sponsoring heißt, dass hier Studierenden,

129
00:15:07,240 --> 00:15:14,410
Teams und studentische Initiativen gemeinsam mit interdisziplinären lehrenden Teams arbeiten in Konstellationen,

130
00:15:14,740 --> 00:15:18,250
die sich relativ frei finden können für ein Semester.

131
00:15:23,210 --> 00:15:26,690
Ich mache es mal gleich konkret. Wie?

132
00:15:26,990 --> 00:15:30,140
Wie geht das? Genau? Wie? Wie macht man so ein Marburg-Modul?

133
00:15:33,830 --> 00:15:40,790
Angenommen, wenn wir jetzt sagen, wir nehmen hier mal KI als Thema, könnte ich zum Beispiel sagen als Studierende,

134
00:15:40,790 --> 00:15:50,420
was mich wirklich interessieren würde, ist zu sagen: "Wie kann ich eigentlich das Thema Chatbots und Bias so aufnehmen,

135
00:15:50,780 --> 00:15:56,870
dass ich für Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen eine erste Handreichung machen kann, wie die damit umgehen können?"

136
00:15:57,410 --> 00:15:59,870
Denn das ist bestimmt hier auch schon Gegenstand gewesen.

137
00:16:00,260 --> 00:16:08,450
Ich glaube, wir Hochschulen und Universitäten können auch anders mit den Herausforderungen von zum Beispiel von ChatGPT umgehen, als es die Schulen können.

138
00:16:09,230 --> 00:16:12,620
Und so wäre zum Beispiel eine Möglichkeit zu sagen Chatbots und

139
00:16:12,640 --> 00:16:13,850
Bias, das ist ein Thema,

140
00:16:13,850 --> 00:16:21,829
das möchte ich mir als Lehramtsstudierende zum Beispiel einmal anschauen und suche mir dazu dann Studierende und Professor:innen,

141
00:16:21,830 --> 00:16:26,780
die auch Lust haben, sich daran zu beteiligen. Das heißt, ich habe eine Projektidee.

142
00:16:28,250 --> 00:16:34,700
Dann plane ich ein Projekt-Seminar, sage also so und so könnte das aussehen.

143
00:16:34,700 --> 00:16:40,550
Ich brauche eine konkrete Frage. Ich spreche vielleicht hier in diesem Fall eine Schule an, ob sie Lust hat, mit mir zusammenzuarbeiten.

144
00:16:41,120 --> 00:16:50,720
Ich such mir ein, zwei Lehrende und finde dann in einem Barcamp diejenigen noch, die Lust haben, weiter hier dran mitzuarbeiten.

145
00:16:51,470 --> 00:16:58,850
Und dann gibt es weiter verschiedene Stationen im Rahmen des Wintersemesters oder Sommersemester, dass ich sage,

146
00:16:59,150 --> 00:17:05,510
wir treffen uns immer wieder in Kolloquien, in Symposien, um die Ergebnisse auszutauschen,

147
00:17:05,510 --> 00:17:10,070
weiter zu diskutieren und dann auch zum Abschluss zu präsentieren.

148
00:17:11,240 --> 00:17:19,100
Das heißt, wenn ich zum Beispiel sage: "Mein Thema, mein Projekt ist Chatbots und Bias Handreichung für die Schule."

149
00:17:19,400 --> 00:17:26,390
Würde am Ende des Symposions eine Handreichung vorgestellt werden, die möglicherweise in Schulen auch Anwendung finden kann.

150
00:17:27,830 --> 00:17:37,880
Wir hatten bisher, das Marburg-Modul ist jetzt dreimal durchgelaufen, zum Beispiel Themen wie ein Nachhaltigkeitszertifikat für die Uni aufzubauen.

151
00:17:38,360 --> 00:17:46,740
Bedingungen von Digitalität für die Gesellschaft und für den Menschen waren Thema oder auch die Ausgestaltung eines Gesprächsgartens.

152
00:17:46,760 --> 00:17:55,130
Also ganz unterschiedliche Themen, die die Studierenden nutzen können und auf die sie sich konzentrieren können.

153
00:17:58,790 --> 00:18:02,480
Was macht jetzt dieses? Das war jetzt quasi der klare Ablauf.

154
00:18:03,200 --> 00:18:07,470
Ich würde jetzt einmal eine einen Schritt zurücktreten, quasi.

155
00:18:08,840 --> 00:18:13,950
Und, anschauen, was dieses Marburg-Modul aus unserer Sicht,

156
00:18:15,210 --> 00:18:20,850
für die Studierende und für die Lehrenden in Verbindung mit Future Skills bringen kann.

157
00:18:21,600 --> 00:18:30,630
Zentral für das Marburg-Modul ist, dass alle Teilnehmer:innen miteinander in einen größeren Gesprächskontext treten,

158
00:18:31,620 --> 00:18:39,540
das heißt einen gemeinsamen Gegenstand gemeinsam herzustellen und dann daran arbeiten zu können.

159
00:18:41,010 --> 00:18:46,260
Das heißt für die Studierenden zwischen den Studierenden über die eigentliche Perspektive,

160
00:18:46,260 --> 00:18:53,040
die eigene fachliche Perspektive zu sprechen und die zu reflektieren, aber auch daran zu arbeiten:

161
00:18:53,430 --> 00:19:02,550
"Was brauchen wir denn, um hier weiter arbeiten zu können? Was müssen wir uns heranziehen, um gemeinsam arbeiten zu können?" Zwischen Lehrenden

162
00:19:04,720 --> 00:19:12,490
entsteht ein Gespräch über die fachliche Perspektive und die Verfahren der Wissensherstellung und -vermittlung im eigenen Fach.

163
00:19:13,270 --> 00:19:19,000
Idealerweise haben wir in jedem Marburg-Modul mindestens zwei Lehrende aus unterschiedlichen Perspektiven,

164
00:19:19,270 --> 00:19:25,750
sodass auch die in einem permanenten Austausch über den Gegenstand und über das wie, des miteinander Arbeitens sind.

165
00:19:27,350 --> 00:19:34,160
Wenn wir außeruniversitäre Akteure haben, auch das Gespräch zwischen Studierenden und außeruniversitären Akteuren.

166
00:19:35,090 --> 00:19:43,400
Das heißt eine Orientierung auf gesellschaftliche Verantwortung und die Anforderung an das Wissen und Können außerhalb der Universität.

167
00:19:44,270 --> 00:19:48,410
Das ist natürlich der Fokus, den wir mit drin haben und drin haben wollen.

168
00:19:48,860 --> 00:19:55,400
Was machen wir mit dem, was wir hier machen für das, was dann an neuen Herausforderungen und Fragestellungen kommt?

169
00:19:56,540 --> 00:20:03,110
Und da ist zum Beispiel die Sensibilisierung für den Umgang mit digitalen Tools ein zentraler Aspekt.

170
00:20:04,610 --> 00:20:08,870
Und natürlich auch zwischen Lehrenden und außeruniversitären Akteurinnen.

171
00:20:09,140 --> 00:20:15,110
Also Universität als zentraler Ort in einem Gemeinwesen, der lokal Impulse gibt und aufnimmt.

172
00:20:17,410 --> 00:20:30,940
Das hat den Effekt, dass wenn es gut funktioniert im Modul, dass wir sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden einander beim Denken zuschauen.

173
00:20:31,630 --> 00:20:38,950
Das heißt in der Bearbeitung dieser Themen einander beim Denken und auch beim in die falsche Richtung denken,

174
00:20:38,950 --> 00:20:46,390
zuschauen und die Grenzen der Expertise der eigenen und der anderen erfahrbar und damit auch bearbeitbar werden.

175
00:20:47,290 --> 00:20:52,510
Das heißt, es führt dazu, dass wir idealerweise lernen, offen zu bleiben,

176
00:20:53,350 --> 00:20:59,470
irritierbar zu bleiben und ein Verstehen dafür entwickeln, wie das Gegenüber Wissen herstellt.

177
00:21:01,460 --> 00:21:05,390
Jetzt fragen Sie sich möglicherweise: "Aber warum soll das sinnvoll sein?

178
00:21:05,420 --> 00:21:11,390
Also warum sprechen wir über dieses Marburg-Modul, wenn es darum geht, wie wir KI in der Lehre einsetzen?"

179
00:21:12,710 --> 00:21:20,240
Der zentrale Zusammenhang ist hier, dass die Art und Weise, wie hier Zusammenarbeit möglich ist,

180
00:21:20,540 --> 00:21:25,790
aus meiner Sicht und aus unserer Sicht zentral ist für den Umgang mit KI in der Lehre,

181
00:21:26,240 --> 00:21:31,220
dass wir hier eine Form von Reflexionskompetenz aneignen,

182
00:21:31,790 --> 00:21:37,970
die wir für die Diskussion mit KI und auch mit den anderen Tools, die da kommen, dringend brauchen.

183
00:21:38,000 --> 00:21:44,480
Das heißt, wir üben Form der Auseinandersetzung mit anderen in anderen Disziplinen ein,

184
00:21:44,750 --> 00:21:50,690
die wir jetzt in dieser Form genauso brauchen für die Auseinandersetzung mit neuen Tools,

185
00:21:50,690 --> 00:21:56,270
die ja in einer Geschwindigkeit kommen, die für uns kaum, teilweise kaum nachvollziehbar ist.

186
00:21:56,780 --> 00:22:00,170
Und trotzdem müssen wir in einem richtigen Tempo darauf reagieren.

187
00:22:05,070 --> 00:22:16,170
Für die Lehrenden bedeutet das dann und die bekommen bei uns hochschuldidaktische Seminare natürlich und Lunch-Lectures und ähnliche Inputs,

188
00:22:16,170 --> 00:22:18,300
wenn sie Lust haben, in diesem Bereich mitzuarbeiten.

189
00:22:18,750 --> 00:22:27,390
Für die Lehrenden heißt das, dass sie sich bis zu einem gewissen Punkt auch verunsichern lassen müssen in ihrem wissenschaftlichen Habitus.

190
00:22:27,930 --> 00:22:34,440
Das heißt, interdisziplinäre Arbeit ist ja in der Forschung für viele komplett normal geworden.

191
00:22:35,220 --> 00:22:39,150
Heißt nicht, dass das nicht auch Mühe machen würde, aber trotzdem ist es eher der Normalfall geworden.

192
00:22:39,510 --> 00:22:41,910
Für die interdisziplinäre Lehre gilt das nicht.

193
00:22:42,480 --> 00:22:50,280
Und der Anspruch des Projektes ist, nicht die Entwicklung eines Studienbereichs, in dem Studierende Future Skills aufbauen.

194
00:22:50,290 --> 00:22:53,699
Also wir haben nicht nur einfach Angebote, von denen wir sagen: "Guck mal,

195
00:22:53,700 --> 00:22:58,020
das sind Angebote und danach habt ihr bestimmte Kompetenzen vielleicht erworben,

196
00:22:58,350 --> 00:23:03,270
die ihr nutzen könnt für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, die kommen."

197
00:23:03,780 --> 00:23:10,530
Sondern der Anspruch ist, dass wir Impulse für die Hochschullehre geben, also auch für die Lehrenden selbst,

198
00:23:10,530 --> 00:23:19,610
das heißt, Lehrende füreinander für die Lehre, ihre Perspektive auf Gegenstände, auf die Verfahren der Wissensherstellung explizieren.

199
00:23:20,550 --> 00:23:27,879
Und das ist etwas, was wir, glaube ich, in den letzten sechs Monaten massiv erlebt haben an den Hochschulen und an den Universitäten,

200
00:23:27,880 --> 00:23:38,570
dass mit dem mit der disruptiven Kraft von ChatGPT und anderen Tools aber ja schon in erster Linie mit ChatGPT,

201
00:23:39,120 --> 00:23:50,150
Lehrende merken, dass da etwas mit ihrer Lehre passiert, was neu ist und worauf sie A reagieren müssen und worauf sie aber auch reagieren wollen.

202
00:23:50,160 --> 00:23:59,460
Das heißt, es ist eine neue Art der Auseinandersetzung mit ihrer Lehre und dadurch auch gleichzeitig natürlich mit ihren Lehrgegenständen.

203
00:23:59,640 --> 00:24:03,240
Weil das haben wir jetzt in verschiedenen Zirkeln immer wieder diskutiert.

204
00:24:03,690 --> 00:24:07,620
Es bedeutet für die verschiedenen Disziplinen ja Unterschiedliches,

205
00:24:07,890 --> 00:24:12,930
dass ich jetzt mit einem Chatbot auf eine bestimmte Art und Weise Texte generieren kann.

206
00:24:13,860 --> 00:24:20,910
Das betrifft eine Philosophie oder eine Literaturwissenschaft, nicht mehr oder weniger als Mathematik oder Physik, aber es betrifft sie anders.

207
00:24:22,170 --> 00:24:31,470
Und das heißt, hier sind Lehrende auf eine bestimmte Art und Weise auf ihre Lehre zurückgeworfen, wie sie das, glaube ich, lange nicht waren.

208
00:24:32,040 --> 00:24:35,609
Aus der Forschung kennen wir das, dass wir auf einmal mit Problemen konfrontiert sind,

209
00:24:35,610 --> 00:24:38,040
wo wir auch sagen, da muss ich noch mal ganz neu drüber nachdenken.

210
00:24:39,090 --> 00:24:43,620
Für die Lehre, glaube ich, ist ChatGPT seit November wirklich ein solcher Impuls,

211
00:24:43,950 --> 00:24:49,439
der eben auch positiv wirkt, weil es auf einmal eine Reflexion erfordert,

212
00:24:49,440 --> 00:24:54,390
an einer Stelle, an der die vielleicht nicht immer so erforderlich war, auch wenn man sich das von außen manchmal gewünscht hätte.

213
00:24:56,260 --> 00:25:01,809
Das heißt das Ziel des Marburg Moduls, das hier ja nur ein Beispiel ist.

214
00:25:01,810 --> 00:25:04,420
Das kann man sich in 1000 verschiedenen Fassungen denken.

215
00:25:04,870 --> 00:25:09,640
Das Ziel des Marburg Moduls ist im Prinzip auch ein Hochschuldidaktisches, wenn Sie so wollen.

216
00:25:09,650 --> 00:25:14,920
Also wir haben so eine kleine hidden Agenda da mit drin, die ist nicht ganz hidden, aber aber ein wenig.

217
00:25:18,960 --> 00:25:20,520
Was heißt das für die Studierenden?

218
00:25:23,300 --> 00:25:29,630
Es gibt dann die schöne Formulierung, die sind dann vorbereitet für Fragen, die sie noch nicht kennen oder die wir noch nicht kennen.

219
00:25:30,530 --> 00:25:37,040
Und was braucht man dafür, um Fragen beantworten und bearbeiten zu können, die man noch nicht kennen kann?

220
00:25:37,420 --> 00:25:41,409
Kennt. Aus unserer Sicht.

221
00:25:41,410 --> 00:25:51,129
Und wie gesagt, ich sage jetzt bewusst uns, weil das eine Gemeinschaftsarbeit ist und ich das hier vorstellen darf, zählen dazu vier Bereiche.

222
00:25:51,130 --> 00:26:00,370
Die hatte ich am Anfang schon kurz genannt, die sich in der Form von Bildungszielen für die Universität, für die Hochschule zusammenfassen lassen.

223
00:26:01,510 --> 00:26:05,000
Einmal die Bildung der Persönlichkeit.

224
00:26:05,720 --> 00:26:13,310
Das ist erst mal an sich nicht neu. Der Erwerb von Kompetenzen, die mich zu einer reflexiven Akteurin machen,

225
00:26:13,310 --> 00:26:19,190
die mich fähig machen zu kritischem Denken, zum Aushalten von Unsicherheit und Ambiguitätstoleranz.

226
00:26:20,690 --> 00:26:26,150
Und im Projekt im Marburg Modul aber auch das Erkennen und heraus präparieren,

227
00:26:26,450 --> 00:26:34,730
welche Bildungsbedarfe entstehen eigentlich? Die THM in ihrem Master Future Skills macht das ähnlich, also zu sagen.

228
00:26:35,630 --> 00:26:40,610
Als studierenden Projektgruppe sage ich dann: "Okay, was bräuchte ich jetzt eigentlich, damit ich weitermachen kann?"

229
00:26:41,150 --> 00:26:43,670
"Welche Kompetenzen brauche ich, welches Wissen brauche ich?"

230
00:26:44,120 --> 00:26:48,949
Und im Moment in der luxuriösen Situation sind, dass wir sagen können: "Wir haben ein Projekt,

231
00:26:48,950 --> 00:26:52,820
das das auch bereitstellen kann, bei Mikro-Lerneinheiten zu verschiedensten Themen."

232
00:26:54,290 --> 00:26:58,340
Aber diese Fähigkeit zu denken: "Was brauche ich denn wirklich, um jetzt weiter tun zu können?"

233
00:26:58,940 --> 00:27:02,090
Dann natürlich als zweiter zentraler Punkt.

234
00:27:03,710 --> 00:27:10,820
Die Bildung der Persönlichkeit eng gebunden an die Fähigkeit, Gesellschaft und sozialen Wandel mitzugestalten.

235
00:27:12,150 --> 00:27:16,440
Das heißt hier vor allen Dingen auch die Fähigkeit zum gesellschaftlichen Austausch

236
00:27:16,440 --> 00:27:21,090
als Weiterführung des kritischen Denkens und die Fähigkeit zum Austausch im Diskurs,

237
00:27:21,420 --> 00:27:26,550
zur Auseinandersetzung und zum Entwickeln neuer Lösungen aus dem Diskurs heraus.

238
00:27:27,630 --> 00:27:36,810
Das heißt auch, die Universität ganz klar zu verstehen als ein Akteur in einem Reigen von außeruniversitären und außerhochschulischen Akteuren,

239
00:27:36,810 --> 00:27:38,250
mit denen wir zusammenarbeiten.

240
00:27:38,880 --> 00:27:46,830
Und dann natürlich auch mit dem Blick darauf, was die Welt und auch die Arbeitswelt nach dem Studium fordert oder erwartet.

241
00:27:46,950 --> 00:27:51,839
Nicht im Sinne von Erfüllung von Anforderungen, sondern als Orientierung auf eben eine Welt,

242
00:27:51,840 --> 00:27:56,580
die sich stärker wandelt und deren Anforderungen wir noch gar nicht bestimmen können.

243
00:27:58,380 --> 00:28:04,260
Und dann das, was wir im Projekt mit Langemeyer im Moment als Modus zwei verhandeln.

244
00:28:05,340 --> 00:28:13,800
Wissenschaft weiterzudenken. Welche Formen der Herstellung von Wissen brauchen wir, wenn wir auf gesellschaftliche Herausforderungen antworten?

245
00:28:14,160 --> 00:28:18,810
Und was bedeutet das Gespräch verschiedener Akteure für die Form der Wissenserzeugung?

246
00:28:21,430 --> 00:28:26,230
Man könnte nun A fragen, Mensch so viel über ein Projekt gesprochen, dass den Anspruch hat,

247
00:28:26,830 --> 00:28:31,720
Future Skills zu adressieren, aber nicht ganz auf Digitalität gesagt,

248
00:28:33,160 --> 00:28:40,780
aber die ganze Zeit mitgemeint, weil Digitalität hier ja Anforderung, Herausforderung und Mittel zur Wissenserzeugung zugleich ist.

249
00:28:41,080 --> 00:28:44,770
Und sie zieht sich durch diese Transformation hindurch.

250
00:28:46,570 --> 00:28:57,010
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn wir auf diese Disruption, die wir seit November erleben und es werden noch mehr kommen.

251
00:28:57,220 --> 00:29:03,430
Ich habe ganz am Anfang gesagt, ich bin Sprechwissenschaftlerin und wir haben über die Möglichkeiten von KI und

252
00:29:03,970 --> 00:29:08,290
Sprachproduktion im Sinne von mündlicher Sprache noch gar nicht gesprochen.

253
00:29:08,590 --> 00:29:16,360
Auch das wird Möglichkeiten geben, die wir die bestimmte Form des Lehrens und Prüfen wirklich verändern werden.

254
00:29:16,360 --> 00:29:20,950
Und auch darauf müssen wir uns irgendwie einstellen. Und das können wir am besten,

255
00:29:21,290 --> 00:29:24,640
beziehungsweise wir können unsere Studierenden am besten darauf vorbereiten,

256
00:29:25,090 --> 00:29:31,630
wenn wir sie mit den Fähigkeiten ausstatten, wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, Fähigkeiten zu erwerben,

257
00:29:32,350 --> 00:29:35,440
diese Tools reflektiert und

258
00:29:37,230 --> 00:29:41,370
verantwortungsbewusst einzusetzen. Das heißt, wenn Sie so wollen,

259
00:29:41,670 --> 00:29:48,659
das Marburg Modul gibt den Hintergrund gibt, das, worauf Sie zurückfallen können, um die Fragen,

260
00:29:48,660 --> 00:29:52,470
die wir jetzt gerade alle miteinander verhandeln, auch miteinander verhandeln zu können.

261
00:29:53,310 --> 00:29:56,970
Auch für die Dinge, von denen wir noch nicht wissen, was Sie, dass Sie kommen.

262
00:30:02,160 --> 00:30:09,660
Damit fordern wir von den Lehrenden etwas, was an sich gar nicht so ganz trivial ist.

263
00:30:10,540 --> 00:30:18,930
Wir fordern die Studierenden und Lehrenden dazu auf, eine Reflexion der epistemischen Kultur ihres eigenen Faches zu machen.

264
00:30:20,150 --> 00:30:26,540
Das heißt, wir fordern Sie auf, darüber nachzudenken: "Wie funktioniert hier eigentlich Wissensgeneration?"

265
00:30:26,540 --> 00:30:32,440
Und genau das ist es ja, was wir machen im kritischen Umgang im Moment mit beispielsweise ChatGPT.

266
00:30:32,840 --> 00:30:36,860
Dass wir fragen: "Woher kommen die Daten? Wie kann ich die Daten einschätzen?

267
00:30:36,860 --> 00:30:41,480
Welche Art von Promting muss ich machen? Wie sind Frage und Antwort miteinander verbunden?

268
00:30:41,870 --> 00:30:45,690
Was bedeutet die Pragmatik von ChatGPT?"

269
00:30:45,740 --> 00:30:52,520
Also, wenn ein Gegenüber darauf programmiert ist, Antworten zu geben, wird es immer Antworten geben.

270
00:30:53,660 --> 00:30:59,720
Wie kann ich das aus einer kommunikationswissenschaftlichen Sicht betrachten und verstehen und für mich selbst erläutern?

271
00:31:01,960 --> 00:31:07,060
Also Studierende dazu zu bringen und übrigens auch Lehrende zu überlegen,

272
00:31:07,060 --> 00:31:14,950
nicht nur Was sind die Inhalte meines Faches, was kann ich damit später machen, sondern: "Wie konstituiert mein Fach eigentlich Wissen?

273
00:31:15,550 --> 00:31:19,660
Wie schaue ich als Linguistin auf KI?

274
00:31:20,260 --> 00:31:25,540
Wie schaut eine Physikerin auf KI? Wie schaut eine Mathematikerin drauf und wie eine Volkswirtin?"

275
00:31:25,720 --> 00:31:32,590
Und wie können wir dann gemeinsam in einem klar umgrenzten Projekt uns erzählen, was der Gegenstand für uns ist,

276
00:31:32,590 --> 00:31:39,760
wie wir herangehen würden, um so zu verstehen, dass Wissen eben auf unterschiedliche Arten und Weisen zusammengebracht wird?

277
00:31:42,520 --> 00:31:48,370
Also im besten Sinne, wenn Sie so wollen, inter- und transdisziplinäre Projektzusammenhänge,

278
00:31:48,880 --> 00:31:55,750
die dann einen Gegenstand so hinreichend bestimmen, dass aus verschiedenen Fachperspektiven daran gearbeitet werden kann.

279
00:32:02,580 --> 00:32:06,750
Das, und ich glaube auch, das ist für unsere Diskussion von KI im Moment wichtig.

280
00:32:08,890 --> 00:32:23,170
Diese Fähigkeit zur Reflexion, diese Fähigkeit, das eigene, die eigene Wissensproduktion herzustellen, zu reflektieren, ist etwas,

281
00:32:23,170 --> 00:32:31,390
woran nicht wenige Wissenschaftler:innen sich ordentlich abarbeiten müssen, wenn sie in echten, interdisziplinären Zusammenhängen arbeiten.

282
00:32:31,750 --> 00:32:37,900
Das kostet Zeit, das kostet Mühe. Es erfordert all das, was eben beschrieben wurde.

283
00:32:38,230 --> 00:32:48,820
Das heißt, wenn Sie sich jetzt vorstellen, das ist etwas, was wir von BA-Studierenden fordern, ist das eine absolute Zumutung.

284
00:32:49,300 --> 00:32:51,610
Wir haben was ähnliches in den Lehramtsstudiengängen,

285
00:32:51,970 --> 00:33:01,120
wenn die schon im ersten zweiten Semester in ihr erstes Beobachtungspraktikum gehen und auf einmal Schule auf eine neue Art und Weise sehen sollen.

286
00:33:01,270 --> 00:33:07,810
Das ist eigentlich fast nicht zu machen für Studierende sollte man denken, das ist eine absolute Zumutung.

287
00:33:08,680 --> 00:33:13,630
Aber ich glaube, dass man diese Zumutung produktiv denken drehen kann.

288
00:33:15,040 --> 00:33:20,230
Zum einen, weil es ja nichts hilft. Also diese Zumutungen werden uns begleiten,

289
00:33:21,430 --> 00:33:25,719
wenn wir uns anschauen, auf welche Herausforderungen wir uns vorbereiten müssen.

290
00:33:25,720 --> 00:33:29,020
Die studierende Generation, die jetzt gerade bei uns im Bachelor anfängt,

291
00:33:29,680 --> 00:33:36,549
wird in ihrem Arbeitsleben und schon in ihrem Studium ganz oft mit Fragestellungen konfrontiert sein,

292
00:33:36,550 --> 00:33:45,640
in denen sie Sachen völlig in Frage stellen müssen. Das heißt, die Universität kann und muss da ein Raum sein, um das schon einzuüben,

293
00:33:46,330 --> 00:33:52,690
denn der Umgang mit dem Erfordernis, inter- und transdisziplinär zu arbeiten, muss eben auch gelernt werden.

294
00:33:52,690 --> 00:34:03,040
Und dann kann er ganz gut in so einem schön abgegrenzten Projekt Zusammenhang, in zum Beispiel einem Marburg Modul, eingeübt werden.

295
00:34:05,920 --> 00:34:10,330
Also Zumutung? Ja, und das ist, glaube ich, noch noch ein kurzer Satz hinterher.

296
00:34:11,540 --> 00:34:16,150
Und das ist, glaube ich, etwas, was wir manchmal unterschätzen und nicht unterschätzen dürfen.

297
00:34:16,540 --> 00:34:25,420
Es klingt immer sehr gut und es ist ja auch richtig zu sagen: "Studierende müssen von Anfang an kritisches Denken und Reflexionskompetenz einüben."

298
00:34:26,440 --> 00:34:31,680
Wir müssen, glaube ich, immer im Blick behalten, was das für eine Anforderung ist und wie lange es manchmal auch braucht,

299
00:34:32,040 --> 00:34:37,900
bis man so was eingeübt hat und wie viel Sicherheit es braucht, auch an sicherem Rahmen, um das einüben zu können.

300
00:34:45,110 --> 00:34:49,880
Was hat das jetzt nun alles zu tun? Das habe ich jetzt schon ein paar Mal gefragt. Ich hoffe, die Antwort ist so ein bisschen klar geworden.

301
00:34:50,030 --> 00:34:53,299
Aber was hat das zu tun mit den Herausforderungen,

302
00:34:53,300 --> 00:35:04,390
die künstliche Intelligenz als Methode und Tools der KI an die universitäre, an die hochschulische Lehre stellen.

303
00:35:06,800 --> 00:35:09,950
Ich hoffe, ich habe so ein bisschen zeigen können, dass das, was wir tun, ist,

304
00:35:09,950 --> 00:35:15,549
zum einen Inhalte für solche Fragestellungen zu bieten.

305
00:35:15,550 --> 00:35:18,910
Zum einen durch Module wie Data Literacy, Digital Content.

306
00:35:19,630 --> 00:35:23,710
Das heißt, dass wir sehr schnell adressieren können im Rahmen des Curriculums.

307
00:35:24,910 --> 00:35:30,670
Was macht KI aus? Wie muss ich mit Daten umgehen? Was ist zum Beispiel Wie entsteht ein Bias?

308
00:35:30,670 --> 00:35:34,360
Entsteht der überhaupt? Welche Arten von Daten ziehen sich, welche Maschinen?

309
00:35:34,510 --> 00:35:39,040
Das lässt sich durchaus im Moment in diesen Modulen abbilden, wenn man das möchte.

310
00:35:39,040 --> 00:35:42,040
Also man kann Veranstaltungen dazu anbieten und dann auch gucken lassen.

311
00:35:43,630 --> 00:35:46,540
Und wir bieten den Raum im Marburg Modul.

312
00:35:47,260 --> 00:35:58,330
Das heißt, hier kann künstliche Intelligenz als Thema eingesetzt werden und zwar und das ist, glaube ich, die Stärke dieser Projekt Module zu sagen:

313
00:36:00,770 --> 00:36:07,310
"Es kann so abgebildet werden, dass wir die aktuelle Fragestellungen, die in diesem Moment dringend sind, abbilden kann."

314
00:36:07,730 --> 00:36:12,800
Wenn Sie sich daran erinnern, ich hatte ganz am Anfang gezeigt, wie so der Ablauf in einem Marburg Modul ist.

315
00:36:13,520 --> 00:36:18,440
Und da hatten Sie die Projektidee und dann kommt man irgendwann in eine erste Runde,

316
00:36:18,440 --> 00:36:24,710
in der man Projekte vorstellt und versucht, andere die Methoden dafür zu gewinnen.

317
00:36:25,010 --> 00:36:30,380
Lehrende und Studierende. Und das findet im Wintersemester statt, in dem auch das Projekt stattfindet.

318
00:36:30,390 --> 00:36:36,410
Das heißt, ich kann ganz aktuell sagen, das ist die Idee, die ich habe, und ich glaube, die ist gerade hoch relevant.

319
00:36:36,680 --> 00:36:42,020
Und deshalb möchte ich sie jetzt pitchen und möchte in den nächsten drei, vier Monaten mit Leuten daran arbeiten.

320
00:36:42,710 --> 00:36:49,700
Auch das ist, glaube ich, etwas, was zentral ist, dass wir auf Veränderung schnell reagieren können im Curriculum und dafür Freiräume schaffen,

321
00:36:49,970 --> 00:36:54,470
die dieses schnelle Reagieren ermöglichen, ohne dass wir sagen, wir müssen uns treiben lassen,

322
00:36:54,470 --> 00:37:00,140
an der Stelle, aber einfach einen Raum, in dem wir quasi auch für Punkte, also sagen können,

323
00:37:00,140 --> 00:37:04,790
damit möchte ich mich auseinandersetzen. Und damit gleichzeitig auch, das ist

324
00:37:04,790 --> 00:37:09,670
jetzt in diesem Projekt miteingedacht, durchaus einen Brückenschlag in die Gesellschaft machen.

325
00:37:09,680 --> 00:37:10,310
Dadurch,

326
00:37:10,910 --> 00:37:19,370
dass wir eben auch außeruniversitäre Akteure, außerhochschulische Akteure mit einbeziehen und vielleicht auch deren konkrete Fragestellungen bearbeiten.

327
00:37:19,640 --> 00:37:28,230
Das heißt Modus zwei. Und dann natürlich immer als Methode, wenn ich an meinem Projekt mein Projekt arbeite.

328
00:37:28,860 --> 00:37:31,710
Zentral ist hier aus meiner Sicht,

329
00:37:32,370 --> 00:37:43,920
dass wir hier mit einer Art von Reflexionskompetenz, Critical Thinking Kompetenz anbahnen lassen können, also die Möglichkeit herstellen,

330
00:37:44,280 --> 00:37:48,870
dass Studierende diese Kompetenzen erwerben, die zentral sind für den Umgang,

331
00:37:49,290 --> 00:37:57,709
den reflektierten Umgang mit KI, KI-Tools können uns unterstützen und sie können uns ganz hervorragend unterstützen.

332
00:37:57,710 --> 00:37:59,580
Und ich glaube, das haben wir auch schon im letzten halben Jahr gesehen.

333
00:38:00,210 --> 00:38:06,510
Aber wir müssen die Nutzung zum einen einordnen können und wir müssen sie natürlich auch verantworten können.

334
00:38:07,050 --> 00:38:20,050
Auch das ist ein Aspekt, der dazugehört. Wir kümmern uns auch sonst um Future Skills und KI in der Lehre.

335
00:38:21,220 --> 00:38:26,890
Der nächste Termin und ich sehe gerade, dass sollte glaube ich KI und Future Skills in der Lehre heißen.

336
00:38:26,890 --> 00:38:35,500
Das müssen sie sich noch dazu denken. Wer denkt, da muss ich, möchte ich unbedingt noch mehr zuhören, noch mehr mit arbeiten, ist herzlich eingeladen,

337
00:38:35,500 --> 00:38:42,220
dann live und in Farbe nach Marburg in den Vortragsraum des Deutschen Sprachatlasses am 29.06., das ist

338
00:38:42,520 --> 00:38:45,520
diesen Donnerstag von 18 bis 21 Uhr.

339
00:38:48,860 --> 00:38:54,080
Ich darf mich an dieser Stelle bedanken. Ich hoffe, es war ein bisschen interessant.

340
00:38:55,940 --> 00:39:00,020
Vielleicht haben Sie Fragen. Vielleicht haben Sie Anmerkungen. Vielleicht gibt es Protest.

341
00:39:00,530 --> 00:39:03,590
Ich freue mich in jedem Fall auf das Gespräch.

342
00:39:03,710 --> 00:39:04,250
Vielen Dank.

